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Peugeot Partner Die unspektakulären Dinge des Fahrens

11.12.2006 ·  Mit dem Peugeot Partner kann man seit zehn Jahren ein partnerschaftliches Verhältnis eingehen. Seine charmante Nützlichkeit hat in dieser Zeit an Bedeutung gewonnen. Auch wenn die Dinge des Fahrens sich im Peugeot Partner Prémium HDi 90 erfreulich unspektakulär gestalten.

Von Wolfgang Peters
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Besser kann ein Auto gar nicht heißen: Partner. Peugeot hat damit ein Vehikel benannt, das dieser Bezeichnung durchaus gerecht wird. Jeder ist doch irgendwie auf der Suche nach einem Partner, einem Freund fürs Leben, einem selbstlosen Helfer und Kerl, der dort zupackt, wo es nötig ist. Peugeot hält diese Hilfe seit 1996 mit dem Partner bereit, und Wandlungen des Zeitgeistes sowie etliche Modifikationen haben ihn immer attraktiver gemacht. Denn die Zahl der Menschen, die von ihrem Auto den Charme des Nützlichen erwarten, ist gestiegen. Und der Peugeot Partner liefert durchaus gute Argumente für Freude am mobilen Alltag.

Das beginnt schon bei den Preisen. Die Einsteigerversion Présence mit dem 1,4-Liter-Otto (55 kW/75 PS) kommt für 14 580 Euro und hat hinten eine Schiebetür in der rechten Seite sowie eine hälftig geteilte Hecktür. Für 850 Euro mehr gibt es im Présence den 1,6-Liter-Diesel (55 kW/75 PS) mit bulligerem Drehmoment, und wer statt der Tür eine (allerdings beim Öffnen und Schließen weit in den Luftraum ragende) Klappe möchte, muß 150 Euro drauflegen. Wir empfehlen die Diesel-Version, sie bietet den besseren Durchzug und verkraftet auch den Energiebedarf der optionalen Klimaanlage (1100 Euro) besser. Die Zuladung ist übrigens bei der Einsteigerversion mit etwa 580 Kilo am höchsten.

Höhere Ansprüche bei Fahrleistungen und Komfort vermag die Version Prémium mit dem starken HDi-90-Diesel zu befriedigen. Die mit heiserem Schnurren laufende Maschine holt aus 1,6 Liter Hubraum 66 kW (90 PS) und bietet vor allem ein maximales Drehmoment von 215 Newtonmeter auf, das zudem schon bei 1750/min bereit ist. Damit kommt man auf beinahe 170 km/h als Höchstgeschwindigkeit und kann durchaus auf langen Strecken mit einem Reisetempo von 140 km/h rechnen. Der Tank der Dieselvariante faßt 60 Liter, und das ist bei dem von uns erreichten Durchschnittsverbrauch ein schönes Reservoir: 5,3 Liter auf 100 Kilometer ergeben eine Reichweite von über tausend Kilometer, damit kommt man fast immer bis in das Herz von Frankreich. Zügiges Fahren auf deutscher Autobahn führt zu etwa 6,3 Liter, bei Streicheleinheiten für das Gaspedal kamen wir auf 4,2 Liter.

Das Raumangebot ist riesig

Wer sich mit diesem Peugeot verpartnert, weiß, warum: Das Raumangebot ist riesig (wie beim Schwestermodell Berlingo von Citroën, das wir in seiner Multispace-Version noch würdigen), die Architektur des Innenraums ist zweckmäßig, ohne steril zu wirken, und der gesamte Charakter des Wagens befreit seinen Fahrer von jeglichem Leistungsdruck. Mit dem Diesel-Partner schnürt man in einem Raum der Ruhe dahin, gewährt anderen großzügig die Vorfahrt, genießt das sanfte Wiegen der Federung, kuschelt sich in die gut gepolsterten Sitze und denkt an der Steigung kurz über das Einlegen eines niedrigeren Gangs nach, läßt es dann aber, der Motor wird es schon durchziehen. Auf langen Strecken mit Höchstgeschwindigkeit stören der Lärm des Motors und des Fahrtwindes, und eine geringere Seitenneigung der Karosserie auf kurvigen Landstraßen würde die Partnerschaft wohl kaum nachhaltig belasten. Der Raum hinter den variablen Rücksitzen ist eine Spielwiese für die Transport-Phantasie eines Bücher-Antiquars, der gerne umzieht und Weine aus dem Burgund sammelt. Der Stauraum ist fast 1,30 Meter hoch und 1,50 Meter breit, die Ladekante liegt nur eine Handspanne über dem Straßenniveau.

Die Dinge des Fahrens gestalten sich im Peugeot Partner Prémium HDi 90 erfreulich unspektakulär. Und genau das wird auch erwartet, man will sich mit diesem Auto nicht belasten, auch wenn man es stark belastet.

Der Frontantrieb führt zu narrensicheren, gleichwohl etwas trägen Fahreigenschaften, die Servolenkung arbeitet mit hinreichender Genauigkeit, die Bremsen gehen ihrer Tätigkeit ausdauernd nach, und die Gänge sortieren sich beinahe von selbst. Ablagen gibt es reichlich, weil das Auto höher ist, entdeckt man auf Huthöhe auch noch nach Jahren etliche Fächer, mit denen niemand gerechnet hatte. Zudem ist die Ausstattung auf einem Stand, der den Partner weit weg führt von frugalen Nutzfahrzeugen.

Sein Charme beruht eben auch auf der Anwesenheit von angenehmen Dingen des Lebens. Allerdings kann der Partner Prémium HDi 90 dann nicht mehr das Etikett des Gelegenheitskaufs tragen: Bei einem Grundpreis von 18 100 Euro sind 500 Euro für das ESP, 150 Euro für die Dachreling, 1100 Euro für die Klimaanlage sowie 350 Euro für das Radio zu addieren. So entsteht ein Preis von 20 200 Euro, den man mit allerlei Verschönerungs-Offerten noch nach oben treiben kann.

Unsere Empfehlung ist die Basis-Version mit dem schwächeren Diesel und mit ein paar Extras. Und sie ist am besten für ein wirklich partnerschaftliches Verhältnis geeignet.

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Jahrgang 1946, freier Autor in der Wirtschaft.

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