06.08.2008 · Peugeot ist im Kern eine pragmatische Marke. Das lässt sich schön zeigen, wenn man auf die französische Kombi-Historie zurückblickt. Diese wird jetzt mit dem talentierten Typ 308 SW erhalten und ersetzt nicht nur gleich zwei Versionen seines Vorgängers 307.
Von Wolfgang PetersKombiniere Peugeot: Nick Knatterton, der wohl nur noch älteren Menschen bekannte Meisterdetektiv, erkannte Wagen dieses französischen Herstellers schon vor Jahren an ihrer pragmatischen Ausrichtung. Daran hat sich nichts geändert und Peugeot pflegt die Fortführung seiner bis ins Jahr 1894 (!) zurückreichenden Kombi-Historie jetzt mit dem Typ 308 SW.
Freilich mit einer Ausdrucks-Breitseite, die noch vor zwei Autogenerationen niemand gewagt hätte, auch nur zu denken: „Peugeot 308 – Multifunktionaler Lifestyle-Kombi.“ So wird offiziell ein neues Modell angekündigt, das Besseres verdient hätte. Denn der 308 SW ersetzt nicht nur gleich zwei Versionen seines Vorgängers 307 (nämlich den 307 Break und den 307 SW), sondern führt auch deren Besonderheiten fort.
Serienmäßig mit Panorama-Glasdach
Das sind zwei Offerten, die das Innenleben des Peugeot betreffen: es gibt nämlich in den gehobeneren Ausstattungsvarianten serienmäßig ein sogenanntes Panorama-Glasdach und sie sind mit einem „modularen Sitzkonzept“ lieferbar. Die Versionen Filou und Tendance sind gedacht für Einsteiger und entsprechen mit einem konventionellen Stahldach, einer schwarzen Dachreling sowie einer geteilt umklappbaren Rückbank eher dem Bild des konventionellen Kombis. Dagegen warten die Versionen 308 SW Sport, Sport Plus und Platinum mit einem Glaseinsatz im Dach auf, der eine Fläche von 1,68 Quadratmeter durchsichtig bedeckt.
Und das Sitzkonzept sieht zum Beispiel verschiebbare Einzelsitze nicht nur in der ersten, sondern auch in der zweiten Reihe vor, und es gibt Sitzplätze für insgesamt sieben Menschen. Fünf Plätze gibt es bei 308 SW Filou und Tendance, wobei die drei Rücksitze von einer fix montierten Bank geliefert werden. Die drei höheren Ausstattungsversionen halten serienmäßig in der zweiten Reihe drei Einzelsitze und dahinter gegen Aufpreis zwei Zusatzsitze (510 Euro). Für die Flexibilität sind Sitzschienen und die Tauschbarkeit der Sessel zuständig. Daraus ergeben sich etwa 4711 Varianten, es können auch weniger sein.
Als ein praktisches Detail erscheint die separat zu öffnende Heckklappe. Sie erlaubt nämlich beim Einladen das Nutzen sonst frei bleibender Winkel und Ecken und mancher Beutel mit Windeln für den Nachwuchs konnte hier noch gebunkert werden.
Aber dann wartet eine Enttäuschung
Wer mit dem 308 SW unterwegs ist (diese Erfahrung blieb einem schon beim Vorgänger nicht erspart) freut sich auf Anhieb über die Helligkeit des Innenraums, die natürlich von dem Glaseinsatz initiiert wird. Aber dann wartet eine Enttäuschung: Die Glasfläche lässt sich weder demontieren noch verschieben, sie markiert kein herausnehmbares Dachteil, sondern sorgt nur für erhöhten Lichteinfall. Nebenbei entsteht durch den Glaseinsatz eine höhere Steifigkeit der gesamten Karosserie.
Allen Peugeot 308 SW gemeinsam sind das markant gezeichnete Heck mit einer bis in den Stoßfänger hineinreichenden Klappe sowie beste Talente fürs Laden und Verstauen. Die Ladekante liegt nur 58 Zentimeter über dem Boden und dahinter erstreckt sich eine Ebene der Möglichkeiten, die man dem mit einer Außenlänge von 4,50 Meter aufwartenden Typ 308 SW nicht zugetraut hätte. Aber der nähere Blick zeigt auch, dass der SW mehr ist als nur die Kombivariante der viertürigen Heckklappen-Limousine: Denn der SW hat mit 2,81 Meter zehn Zentimeter mehr Radstand und übertrifft sein Schwestermodell in der Länge mit 4,50 Meter um 22 Zentimeter. Weil der 308 SW ohne Rückspiegel auch 1,82 Meter breit und 1,56 Meter hoch (doch 13 Millimetern niedriger als der 307 Break) ist, ergibt sich nicht ohne Grund der Eindruck, vor einem stattlichen Fahrzeug zu stehen.
508 bis 1140 Liter Ladevolumen
Das verstärkt sich noch beim Blick auf das Ladevolumen: es variiert je nach Sitzbestückung und -konfiguration von 508 bis 1140 Liter und dabei wird nur bis zur Gürtellinie gemessen. Die Gepäckraumabdeckung muss auch nicht in der Garage verbleiben, sondern kann an speziell gestalteten Orten im 308 SW mitgeführt werden.
Für den Antrieb hat man die Wahl zwischen vier Benzinern (70 kW/95 PS bis 128 kW/175 PS) und zwei Dieseln (80 kW/109 PS oder 100 kW/136 PS). Es gibt je nach Motorisierung serienmäßig Schaltgetriebe mit fünf oder sechs Vorwärtsgängen sowie die Wahl zwischen einem Vier- oder Sechsgangautomaten. Peugeot sagt, im Vergleich zum Typ 307 Break/SW sei der Verbrauch um bis zu 13 Prozent verringert worden. Die Preise beginnen bei 16.700 Euro und führen bis zu fast 30.000 Euro. Nick Knatterton würde gern Kombi kombinieren.