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Opel Zafira Tourer Meister der Variabilität

 ·  Vor zwölf Jahren wurde der Zafira vorgestellt, nun lässt Opel zügig die dritte Generation anrollen. Aber der Neue ersetzt seinen Vorgänger nicht - wohl deshalb ziert ihn der Zweitname Tourer.

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© Hersteller Vergrößern Eine Klasse größer: Neuer Opel Zafira Tourer

Flexibiliät ist im Berufsleben gern gesehen, ja sie gilt fast als Garantie für eine steile Karriere. Und im Auto? Da soll die Einsatzbereitschaft ebenfalls möglichst vielfältig sein. Eine ordentliche und sparsame Motorisierung gemeinsam mit agilem Fahrverhalten ist ebenso gefragt wie ein großer und variabler Innenraum. Als Meister der Variabilität gilt der Opel Zafira. Vor zwölf Jahren hat die Marke mit dem Blitz den viertürigen Minivan vorgestellt, damals waren die beiden Sitze der dritten Reihe, die bei Nichtgebrauch nahezu unsichtbar im Boden des Kofferraums versenkt werden konnten, ein vielbeachtetes Novum. Andere haben nachgezogen. Der Touran von VW oder der S-Max von Ford, aber auch ein Seat Alhambra zeigen sich heute als kaum weniger talentierte Verwandlungskünstler. Nun lässt Opel zügig die dritte Zafira-Generation anrollen, ein klares Zeichen dafür, dass man den Wettbewerb als Begründer der damals neuen Klasse wieder in die Schranken weisen möchte. Aber der neue Zafira ersetzt seinen Vorgänger nicht wirklich. Wohl deshalb ziert ihn der Zweitname Tourer, die vorige Generation des Minivans bleibt als Zafira Family im Programm.

Das erscheint sinnvoll. Denn der Zafira Tourer verlässt schon formal die Linie seiner Ahnen. Mit einem schlanken Vorderwagen, markant geschwungenen Frontscheinwerfern und feiner Rückleuchtengrafik mit optionaler LED-Technik lehnt er sich deutlich am Spitzenmodell Insignia an. Die Silhouette des frontgetriebenen Viertürers wirkt schlank und gestreckt. Der Tourer ist 19,5 Zentimeter länger als das bisherige Modell und misst stolze 4,66 Meter. In der Breite hat er um 13 Zentimeter auf 1,88 Meter zugelegt. Der Vergleich mit seinem Vorgänger fällt mithin schwer, der Zafira Tourer fährt in einer neuen, größeren Klasse.

Reisewagen mit vorzüglichem Raumangebot

Der Innenraum ist hochwertiger geworden. Auch hier zitieren die Designer das Interieur des Insignia mit blitzenden Chromrahmen und einer wohlsortierten Materialzusammenstellung. Die Sitzkonfiguration mit bis zu sieben Plätzen ist im Grunde unverändert. Aber die gesteigerte Variabilität des Flex-7-Konzepts (700 Euro Aufpreis im Grundmodell, in den anderen Versionen serienmäßig) macht den Tourer zum Reisewagen mit vorzüglichem Raumangebot. Vor allem die mittlere Dreier-Sitzbank bietet einen deutlich besseren Komfort. Die Lehne des Mittelplatzes lässt sich zusammenfalten und dient als Armauflage oder als streitverhindernde Barriere zwischen dem Nachwuchs.

Die Sitze lassen sich um 28 Zentimeter in Längsrichtung, die äußeren außerdem um fünf Zentimeter auf der Querachse verschieben. Sie rücken so ein gutes Stück von den Türverkleidungen weg, das bringt angenehme Armfreiheit. In den Kofferraum passen je nach Sitzkonfiguration 710 bis 1860 Liter Gepäck. Und das 790 Euro kostende, im hinteren Stoßfänger integrierte Trägersystem Flex-Fix kann nun zwei bis zu je 30 Kilogramm schwere Fahrräder aufnehmen, man trägt dem wachsenden Anteil an E-Bikes Rechnung. Außerdem lässt es sich für die Mitnahme zweier weiterer Räder von maximal jeweils 20 Kilo erweitern.

Bündel von Fahrerassistenzsystemen

Die feine Federung und eine präzise Lenkung machen das Reisen im Tourer angenehm. Der neue Dieselmotor, der aus zwei Liter Hubraum 121 kW (165 PS) schöpft, 350 Nm als Drehmomentspitze liefert und 5,2 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, zeigt sich durchzugsstark und munter. Dass er dabei mit vernehmlichem Brummen unter der flachen Haube werkelt, kann man ihm verzeihen, muss man aber nicht. Zwei Gas-Motoren sind in Vorbereitung und erweitern das aus drei Benzinern und drei Dieseln zusammengesetzte Antriebsprogramm, dessen kräftigere Versionen mit einem Start-Stopp-System ausgestattet sind. Ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 110 kW (150 PS), der mit Erdgas betrieben wird, und ein 1,4-Liter-Turbo mit 103 kW (140 PS), der Autogas verbrennt, empfehlen sich Vielfahrern, die für geringe Kraftstoffkosten unterwegs sein wollen. Damit diese Reisen obendrein sicherer bewältigt werden, bietet Opel für den Zafira Tourer ein Bündel von Fahrerassistenzsystemen an. Abstandswarner und Kollisionsverhinderer sind auf Wunsch ebenso an Bord wie Totwinkel-Wächter, Verkehrsschilderkennung und Einparkassistent.

Der Zafira Tourer kostet wenigstens 22.950 Euro (mit dem 85 kW/115 PS starken Basisbenziner), das Spitzenmodell mit dem kräftigen Diesel steht mit mindestens 31.000 Euro in der Preisliste. Das ist nur wenig mehr, als Opel für die vergleichbaren Family-Modelle verlangt. In Konkurrenz werden die beiden unterschiedlichen Minivans jedoch kaum treten. Das Duo bietet der Marke vielmehr die Chance, sich in einem gut besetzten Marktsegment wieder stärker zu behaupten.

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