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Veröffentlicht: 15.02.2013, 06:20 Uhr

Opel Zafira mit Autogas Die Reichweite ist der Pluspunkt

Autogas oder Erdgas? Der neue Opel Zafira Tourer bietet beide alternative Antriebe. Wir haben das Modell mit Autogas geprüft. Beeindruckend ist die Reichweite.

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© Hersteller Gut in Fahrt: Der Opel Zafira Tourer als LPG-Variante

Autogas oder Erdgas, das ist im neuen Opel Zafira Tourer die Frage, wenn man mit einem alternativen Antrieb liebäugelt. Der Erdgas-Zafira ist geradezu legendär, und im neuen Tourer kommt die leistungsstarke 1,6-Liter-Maschine mit 110 kW (150 PS) und 210 Newtonmeter zum Einsatz. Wer lieber auf das weitverbreitete Autogas setzt, muss bei der Motorisierung nur wenige Abstriche machen: Der 1,4-Liter Vierzylinder geht mit 103 kW (140 PS) und einem Drehmoment von 200 Newtonmeter an den Start. Die Vorteile dieser Wahl liegen auf der Hand: Nicht nur, dass es mehr Autogas- als Erdgastankstellen gibt, auch die Reichweite ist dank des bivalenten Antriebs deutlich höher. Der Autogas-Tank des 1.4 LPG Ecoflex fasst sage und schreibe 87 Liter, und dazu kommen noch einmal weitere 58 Liter für den Benzintank. Das ergibt eine realistische Gesamtreichweite von mehr als 1200 Kilometer - und rechnerisch eine noch höhere.

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Der Zafira Tourer mit Autogas ist nur in dieser einen Motorisierung erhältlich und kostet in der kleinsten Variante 27 450 Euro, ist also 2200 Euro teurer als der vergleichbare Benziner und 900 Euro günstiger als der 1.6 CNG mit Erdgas. Um noch einen Dieselmotor in den Blick zu nehmen: Für den 2.0 CDTI mit 96 kW (130 PS) zahlt man mindestens 26 850 Euro und bekommt natürlich gleich ein höheres Drehmoment, nämlich 300 Newtonmeter.

Der Autogas-Vierzylinder ist nur mit manuellem Sechsganggetriebe erhältlich. Das Gewicht erhöht sich mit Gasanlage um moderate 50 Kilogramm auf 1679 Kilogramm. Weitere Unterschiede sind nur auf den zweiten Blick zu entdecken: An der Armaturentafel ist eine kleine LPG-Taste mit Leuchtdiode untergebracht, die den jeweiligen Betriebsmodus anzeigt. Die analoge Tankuhr zeigt je nach Betriebsmodus den Füllstand des jeweiligen Tanks.

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Wer auf genauere Daten des Bordcomputers hofft, wird enttäuscht. Eine Integration beider Kraftstoffe in die elektronischen Anzeigen fehlt ebenso wie eine Schätzung der noch erzielbaren Reichweite. Beim Start des Motors wird zunächst der Benzinbetrieb für einige Minuten aktiviert, anschließend erfolgt automatisch und von einem Ruckeln begleitet die Umschaltung auf Gas. Während der Fahrt kann man manuell wechseln.

Der Autogas-Zafira bringt alle Vor- und Nachteile des Serienmodells mit, hier ändert sich also nichts. Beachten sollte man, dass im „Tourer“ die zweite Fondsitzreihe nur noch in den teureren Ausstattungslinien zur Serienausstattung gehört. Im Gaseinsatz sind Leistung und Drehmoment unmerklich kleiner. Höhere Ansprüche an eine besonders durchzugskräftige Motorisierung erfüllt die Maschine nicht, man beschleunige in den ersten vier Gängen und beschränke sich aufs ruhige Gleiten bei 150 bis 160 km/h in den beiden letzten. Der Standardspurt von 0 auf 100 km/h wird in etwas mehr als 12 Sekunden absolviert, aber die Beschleunigung von 80 auf 120 km/h im fünften Gang ist schon in 14 Sekunden geschafft. Auch an der Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h gibt es nichts auszusetzen, sie lässt sich sowohl im fünften wie auch im sechsten Gang erreichen.

Der Opel Zafira Tourer gönnte sich bei uns im Gasbetrieb durchschnittlich 9,5 Liter für 100 Kilometer, und wir waren selten schneller als mit 170 km/h unterwegs. Das ist kein Meisterstück, und vielleicht ist es auch dem kalten Wetter geschuldet. Aber zugegeben: Das Volltanken für rund 50 Euro entschädigt einen jedes Mal mit einem gewissen Glücksgefühl. Aber wenn man genau rechnet und den Aufpreis für die LPG-Anlage berücksichtigt, rentiert sich diese Motorisierung erst nach einigen Zehntausend Kilometern. Beeindruckend bleibt allemal die Reichweite, da hält kaum ein anderes Fahrzeug mit.

Quelle: F.A.Z.

 

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