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Veröffentlicht: 22.03.2013, 10:20 Uhr

Opel Cascada Hessischer Stimmungsaufheller

Opel lockt mit dem Cascada. Das Cabriolet ist von 25.945 Euro an zu haben. Das ist wenig im Vergleich zu den Preisen des BMW 3er, Audi A5 und der Mercedes-Benz E-Klasse.

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© Hersteller Das Cabriolet Cascada ist für vier Personen

Jetzt ist es aber mal genug, ihr Kerle aus Rüsselsheim. Jahrelang zerreibt sich Opel zwischen Mutlosigkeit, Sparprogrammen und Querelen im Management. Und als sich alle an den stetigen Niedergang gewöhnt haben, kommen solche Autos: SUV Mokka (90 000 Bestellungen), Kleinwagen Adam (30 000 Bestellungen), und jetzt noch ein offener Gute-Laune-Imageträger zum Kampfpreis. Geht’s noch? Es geht wieder, Schritt für Schritt, und Vorsicht ist weiter geboten. Die wirtschaftlichen Kennzahlen sind betrüblich. Doch in den jüngsten Produkten fährt ein Geist des Trotzes und des Aufbruchs. Nun rollt also pünktlich zur Schneeschmelze der Cascada heran.

23708641 © Hersteller Vergrößern Elegante Linie auf üppigen 4,70 Meter Länge

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Das in Polen gebaute, viersitzige Cabriolet will Opel ob seiner Abmessungen in die Riege von BMW 3er, Audi A5 und Mercedes-Benz E-Klasse einsortiert wissen, im Preis aber liegt es eine Klasse tiefer: Basistarif 25 945 Euro. Geboten wird eine elegante Linie auf üppigen 4,70 Meter Länge, mithin 23 Zentimeter mehr als das verblichene und ohne Nachfolger bleibende Astra-Cabriolet. Sein von CTS gefertigtes Stoffdach wirft der Cascada in 17 Sekunden in einen ausklappbaren Kasten im Kofferraum, wodurch dessen Volumen von 350 auf 280 Liter schrumpft. Praktisch: Die Rücksitzlehnen halten eine breite Durchlade bereit, falls mal ein Surfbrett mit soll. Ebenfalls gut: Das Dach öffnet und schließt bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h und im Stand auch mittels Fernbedienung. Auf Wunsch lässt sich ein dickeres Akustikverdeck ordern, das den Geräuschpegel im Innenraum weiter senken soll.

23708642 © Hersteller Vergrößern Trotz der üppigen Außenmaße herrscht auf den Rücksitzen beschränkte Beinfreiheit

Opel spricht von einem Ganzjahresfahrzeug, das als Erstwagen einsetzbar ist, und das ist nicht ganz falsch. Es ist aber auch nicht ganz richtig. Zumindest wer öfter mit Anhang unterwegs ist, muss Einschränkungen hinnehmen. Trotz der üppigen Außenmaße herrscht auf den Rücksitzen beschränkte Beinfreiheit. Wir haben uns in Opel der Neuzeit schon öfter gefragt, wo der Platz verschwendet wird. Indes, bequem sind die Sitze, und für kürzere Strecken können die vorderen Insassen vorrücken. Ihnen reicht zum Motorstart ein ausfahrender Arm höflich den Gurt. Weniger schön ist manch triste Kunststoffoberfläche. Und nachlässig entgratete Kanten sowie wackelnde Drehregler in der Mittelkonsole sollten einfach nicht sein.

23708645 © Hersteller Vergrößern Opel spricht von einem Ganzjahresfahrzeug

Cabriolets werden freilich am liebsten an ihrem luftigen Charakter gemessen. Da spielt der Cascada seine Trümpfe aus. Ihn durchweht eine angenehm dosierte Brise. Alle Fenster bewegen sich mittels eines zentralen Schalters gleichzeitig, als seien sie gewerkschaftlich organisiert. Die flach stehende Frontscheibe hört rechtzeitig auf, so dass man sich beim Einsteigen nicht den Kopf stößt. Das ist, vor allem in Modellen mit Blechdach, meist anders und ein Ärgernis. In die A-Säule, den Unterboden und die Schweller sind zusätzliche Versteifungen eingezogen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Kein Knarzen, kein Knistern, so soll es sein. Allerdings stehen 1700 Kilogramm Leergewicht auf der Waage.

23708267 © Hersteller Vergrößern Alle Fenster bewegen sich mittels eines zentralen Schalters gleichzeitig

Das Fahrwerk überzeugt mit gutmütigem Verhalten. Opel hat die aufwendig konstruierte Vorderachse aus dem Insignia OPC verbaut. Zur Wahl stehen drei Benziner (120, 140, 170 PS) und zwei Diesel (165, 195 PS), in der Regel kombiniert mit Sechsgang-Schaltgetriebe, zum Teil wird Automatik mit sechs Stufen angeboten. Für eine erste Ausfahrt stand der neue 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer mit 170 PS (125 kW) zur Verfügung, der von 28 245 Euro an zu haben ist. Der an der Bezeichnung SIDI (Spark Ignition Direct Injection) erkennbare Motor ist der erste der neuen Generation, und er macht deutlich, wie überholt die bisherigen Antriebe sind. Der neue geht laufruhig und agil zu Werke, nur an die Erreichbarkeit des Normverbrauchs von 6,3 Liter glauben wir nicht. Derlei wird nach der Markteinführung Mitte April genauer zu prüfen sein. Schon jetzt aber lässt sich sagen: Opel hält einen fröhlichen Frühlingsboten parat.

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Quelle: F.A.Z.

 

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