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Veröffentlicht: 19.06.2017, 16:59 Uhr

Opel Astra und Mokka Eine Frage der Größe und des Preises

Opel macht es Käufern eines Astra oder Mokka X einfach, wenn sie ihren Neuwagen mit feiner Unterhaltung, Internet und Navigation ausrüsten wollen. Wichtig sind zwei Grundsatzentscheidungen.

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© Hersteller Mit Apple und Google: Die Netzgiganten bringen Navigation und Multimedia ins Auto

So kompliziert ist es doch nicht. Opel macht es dem Käufer eines neuen Astra oder Mokka X einfach, wenn er seinen Neuwagen mit feiner Unterhaltung, Internet und Navigation ausrüsten will. Die Preisliste mag noch so viele Extras enthalten, wichtig sind zwei Grundsatzentscheidungen.

Michael Spehr Folgen:

Die erste ist die Entscheidung für oder gegen Opel Onstar, das 2015 grundlegend erneuerte Telematikpaket mitsamt eingebauter Sim-Karte und W-Lan-Hotspot für bis zu sieben Geräte. Die Kinder kommen ins Netz, und der Vater kann sich mit einem Telefonanruf sein Navigationsziel programmieren lassen. Drei Tasten übernehmen die Bedienung. Mit der blauen ruft man die Onstar-Zentrale an. Der Mitarbeiter am Telefon kann ein Ziel für das Navi-System heraussuchen und programmieren. Im Notfall drückt man die rote SOS-Taste und wird abermals automatisch mit der Leitstelle verbunden. Der Berater, so schildert es Opel, fragt, ob und welche Hilfe benötigt wird. Sollte niemand antworten, werde der zuständigen Rettungsleitstelle der Standort des Fahrzeugs gemeldet, damit diese die erforderlichen Maßnahmen ergreift. Bei einem Unfall wird ohne menschliches Zutun der Kontakt hergestellt, das Service-Center ist rund um die Uhr besetzt.

47057236 © Hersteller Vergrößern Opel Mokka X

Aus der Ferne lässt sich zudem eine Fahrzeugdiagnose starten, diese erhält man auf Wunsch regelmäßig monatlich. Smartphone-Besitzer binden Onstar mit einer App an, hier sind dann Betriebsdaten des Autos wie der Reifenluftdruck und die Ölrestlebensdauer ablesbar, und das Fahrzeug wird auf Knopfdruck geortet, entriegelt oder verriegelt. Nach einem Fahrzeugdiebstahl kann Opel der Polizei den Standort des entwendeten Autos mitteilen und die Wegfahrsperre aktivieren.

Wir haben Onstar im Astra und Mokka X ausprobiert, die Mitarbeiter des Call-Centers sind sehr freundlich, die einzige Einschränkung: Sie kennen keine Verkehrsinformationen. Onstar gehört zur Serienausstattung der gehobenen Modellreihen beider Fahrzeuge, die Datengebühren für die ersten zwölf Monate nach Erstzulassung übernimmt Opel.

Die zweite Entscheidung betrifft das Bordsystem: Großer oder kleiner Monitor, Routenführung per Smartphone oder doch lieber ein eigener Kopilot? Das kleine System heißt Radio R 4.0 Intellilink und gehört in den gehobenen Modellreihen beider Fahrzeuge zur Serienausstattung. Das ist durchaus eine Kampfansage, denn man bekommt viel: einen 18-Zentimeter-Bildschirm, er ist berührungsempfindlich, eine Freisprecheinrichtung fürs Telefon mit Bluetooth und die Musikwiedergabe vom Smartphone entweder drahtlos oder mit USB-Kabel. Ein Radio für UKW gehört ebenfalls dazu. Der Clou ist die Unterstützung von Apple Carplay und Android Auto mit den jeweiligen Telefon-Apps, und dann übernehmen die amerikanischen Hersteller das Kommando, wenn es um SMS-Nachrichten, Musik oder Routenführung geht. Beide Systeme arbeiteten in unseren Fahrzeugen fehlerfrei. Die Navigation mit Google Maps oder Apple Karten ist für den Gelegenheitseinsatz brauchbar, aber man sieht nicht viel.

47057241 © Hersteller Vergrößern Opel Astra

Wer als Vielfahrer mehr Überblick sucht, viele Ziele speichern will und das Mobiltelefon nicht jedes Mal ans Bordsystem anbinden will, ist mit der zweiten Generation des Navi 900 Intellilink besser bedient. Die Anlage wartet mit einem größeren Monitor auf, es sind 20 Zentimeter in der Diagonale, und für die gute Orientierung gibt es, allerdings nur im Astra, ein farbiges Zweitdisplay zwischen Tachometer und Drehzahlmesser. Das Navi kennt bereits die Straßenkarten von 30 europäischen Ländern, es muss also kein Kartenmaterial ins Smartphone geladen werden. Die Darstellung auf dem Monitor ist übersichtlich. Fahrspurassistenten sind dabei, Hinweise zum aktuell geltenden Tempolimit gibt die kameragestützte Verkehrszeichenerkennung. Die Kartenanzeige könnte schmucker sein. Kontakte aus dem Smartphone lassen sich als Navigationsziel übernehmen, was jedoch nicht immer funktioniert. Der wichtigste Kritikpunkt sind die nur wenig überzeugenden Verkehrsinformationen aus dem Gratis-Dienst TMC oder mit dem etwas besseren TMC Pro. Schade, dass die Onstar-Mitarbeiter am Telefon auch nicht schlauer sind. Wenn ohnehin Sim-Karte und W-Lan zur Verfügung stehen, könnte man präzise Premium-Informationen ins Auto bringen, hier wurde eine Chance vertan.

Die Bedienung des Navi 900 ist eingängig, der Monitor ebenfalls berührungsempfindlich. Man kommt auf verschiedenen Wegen zum Ziel, mit Menütasten oder dem Finger auf der Anzeige. Das Smartphone lässt sich per Bluetooth problemlos ankoppeln und arbeitet auch als Zuspieler für die Musikabteilung. Die Spracherkennung mit eigener Lenkradtaste arbeitet gut, und zwar in allen Funktionsbereichen. Ein CD-Laufwerk ist in der Preisliste des Mokka X übrigens nicht mehr als Zubehör aufgeführt, ein DAB-Plus-Radioempfänger stets aufpreispflichtig.

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Das Telefon-Menü bietet eine ordentliche Grundausstattung inklusive Zugriff auf die Anruflisten und die Kontakte. Kurios jedoch: Es fehlt eine Suchfunktion, hier muss der Spracherkenner mit Sprachwahl einspringen. Wer sich für das teurere System entscheidet, bezahlt im Astra zwischen 840 und 1550 Euro, im Mokka X durchgängig nur 950 Euro. Carplay und Android Auto sind übrigens mit dieser größeren Anlage ebenfalls verwendbar. So gesehen spricht nichts dagegen, etwas mehr Geld auszugeben.

© Hersteller, F.A.Z. Fahrbericht Opel Mokka X: Passt wie reingeflutscht

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