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Obamas Dienstwagen Street Force One

Eine Sorge weniger: Mit seinem Wahlsieg erübrigt sich für Obama auch die Suche nach einem neuen Auto. Stattdessen fährt er weiter seinen alten Dienstwagen. Schließlich gilt er als die teuerste Limousine der Welt.

© Polaris/laif Vergrößern Präsidentenduo: Airforce One, Streetforce One. Es fehlt der Helikopter

Da hat Barack Obama aber noch einmal Glück gehabt. Nach seinem Wahlsieg in dieser Woche kann er nicht nur seine Politik als amerikanischer Präsident fortsetzen und seine Wohnung im Weißen Haus behalten. Auch die Suche nach einem neuen Auto hat sich erübrigt. Schließlich steht in seiner Garage der wahrscheinlich teuerste Dienstwagen der Welt. Denn so, wie der erste Mann im Staat mit einer eigens umgerüsteten Boeing 747 durch die Welt jettet, ist er auch auf der Straße mit einem Spezialfahrzeug unterwegs, das seinesgleichen sucht. Und genau wie sein Jumbo allerorten nur Air Force One genannt wird, gibt es für den Luxusliner jede Menge Spitznamen von „Stree Force One“ über „Cadillac Number One“ bis hin zu „The Beast“, was wohl am besten zu der furchteinflößenden Limousine passt.

Zwar gilt alles, was an diesem Auto nicht offensichtlich ist, mit Rücksicht auf die Sicherheit von Potus, wie der President of the United States im Behördenjargon heißt, als Staatsgeheimnis. Doch wer aufmerksam hinschaut und ein bisschen recherchiert, trägt schnell ein paar mehr oder minder glaubwürdige Details über jenes Auto zusammen, das eine ebenso prunkvolle wie sichere Mischung aus Regierungssitz, Rückzugsraum, Kommandostand und Panzerwagen ist. Demnach orientiert sich Obamas auf einer tragfähigen Pickup-Plattform aufgebauter Dienstwagen am Cadillac-Flaggschiff DTS, das schon in der Serienversion gut 5,30 Meter misst. Die Stretchversion mit dem markanten Einschub zwischen den Türen und dem großen Fenster vor der Heckscheibe müsste demnach an die sieben Meter kommen. Außerdem wurde für den bequemen Zustieg und mehr Freiraum auf den Fauteuils im Fond das Dach um mindestens zwei Handbreit angehoben. Dazu gibt es Kühlergrill und Xenon-Scheinwerfer wie im Geländewagen Escalade und ein Heck, das ganz bewusst an den DTS erinnert. Nur die mit LED-Scheinwerfern beleuchteten Flaggenhalter auf den vorderen Kotflügeln, die Präsidentenwappen auf den Türen und den Antennenwald auf dem Heckdeckel gibt es für Privatkunden nicht für Geld und gute Worte.

Sauerstoffversorgung und Blutkonserven

Auch innen bekommt der Präsident natürlich einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz: Wo sich normale Cadillac-Kunden mit einer schnöden Sitzbank begnügen müssen, fährt Obama samt Begleitung auf bequemen Einzelsesseln mit eingestepptem Präsidentenwappen, während gegenüber noch Platz fürs Personal bleibt. Nicht nur die Möblierung ist speziell. Auch die Ausstattung ist unvergleichlich. Sitzheizung im Fond, eine separate Klimaanlage und einen CD-Wechsler - das bietet heute jede schnöde Mittelklasselimousine im Fond. Aber abhörsichere Telefone und einen Kommandostand, von dem aus man nicht nur den Staatsapparat, sondern zur Not auch die Armee befehligen kann, die gibt es nur für Street Force One. Und auch nach einer Sauerstoffversorgung im hermetisch abgeriegelten Innenraum und einem klimatisierten Staufach für die angeblich sicherheitshalber eingelagerten Blutkonserven des Präsidenten fragen Normalsterbliche bei ihrem Autohändler vergebens.

Obama 2012 Tonnenschwer und gegen Gefahren gewappnet © dapd Bilderstrecke 

Auch wenn das „Beast“ auf den ersten Blick nach einer etwas groß geratenen Limousine aussieht, ist es eigentlich nichts anderes als ein getarnter Panzer. Die Karosseriebleche sind dick wie ein Band Brockhaus, die Fensterscheiben haben die Stärke von Glasbausteinen, und mit ein paar Tonnen Karbon, Titan, Keramik und allerlei anderem Spezialmaterial ist die Limousine gegen alle Schüsse gewappnet. Dabei fahren die feuerfesten Reifen natürlich auch ohne Luft, und der Tank ist wie bei Kampfhubschraubern mit einem Spezialschaum gefüllt, der mögliche Lecks automatisch wieder verschleißt. Dazu gibt es zur Gefahrenabwehr angeblich noch eine spezielle Gaskanone, mit der Obamas Fahrer die unmittelbare Umgebung in dichten Nebel hüllen oder zu Tränen rühren kann.

Mal 800, mal 1000 PS

Zwar ist die Limousine gegen alle Gefahren gewappnet. Doch ein peinlicher Zwischenfall bei einem Staatsbesuch in Irland hat gezeigt, dass es gar keine Terroristen braucht, um Potus zu stoppen: Eine schlichte Kuppe in der Einfahrt zur amerikanischen Botschaft in Dublin hat genügt, um den ellenlangen Luxusliner im Schritttempo derart aufsetzen zu lassen, dass der Präsident hilflos auf und ab wippte wie mit seinen Kindern im Garten des Weißen Hauses. Seitdem ist davon auszugehen, dass der Secret Service die Routen noch genauer aussucht und noch häufiger abfährt. Auch das ist ein Grund dafür, weshalb es natürlich nicht nur eine, sondern gleich mehrere identische Limousinen für den Präsidenten gibt.

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Was für ein Motor das Dickschiff antreibt, das ist ähnlich geheim wie der Code für die Atombomben oder der Zahlenschlüssel für den Tresor von Fort Knox. Sicher ist nur, dass er jede Menge Kraft braucht. Denn sechs, eher acht Tonnen dürfte der Cadillac auf die Waage bringen - selbst wenn nicht alle sechs Plätze besetzt sind. Weil es bei General Motors keinen größeren Antrieb gibt, wäre der V8 aus der Corvette eine gute Wahl. Ordentlich getunt, könnte er zuverlässig auf 800 PS kommen. Und wenn die Gerüchte mit der Lachgaseinspritzung stimmen, sind kurzfristig auch mal über 1000 PS drin. Trotzdem dürften bei dem Gewicht und dem stark beanspruchten Fahrwerk kaum mehr als 130, vielleicht 160 km/h möglich sein. Und nach 100, höchstens 150 Kilometern ist angeblich schon der Tank leer. Aber so lange fährt kein Präsident je an einem Stück. Schließlich gibt es neben Air Force One für die Langstrecke und Street Force One für den kleinen Dienstweg auch noch den Hubschrauber Marine One.

Quelle: F.A.S.

 
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