15.07.2010 · Der ungewöhnlich schwülstig gestylte Juke basiert technisch auf der gleichen Plattform wie die Kleinwagen Cube, Micra und Note. Mit seinem Design passt der Juke nicht so recht in eine der üblichen Kategorien, aber das ist wohl Absicht.
Von Ute KernbachWer erinnert sich noch an Schallplattenautomaten? Für 50 Pfennig konnte man drei Singles spielen lassen und mit dem oder der Liebsten im Eiscafé vom Erwachsensein träumen. Auf Englisch hieß der Automat Jukebox. Die aktuelle Jukebox kommt aus Japan, ist ein Auto von Nissan und nennt sich nur Juke.
Der ungewöhnlich schwülstig gestylte Juke mit kreisrunden Scheinwerfern und Standlicht sowie Blinker auf den wuchtigen Kotflügeln basiert technisch auf der gleichen Plattform wie die Kleinwagen Cube, Micra und Note. Der 4,14 Meter lange Viertürer - die Griffe der hinteren Türen verstecken sich in der C-Säule - hat einen Radstand von 2,53 Meter und bietet auf den vorderen Sitzen viel Platz und eine leicht erhöhte Sitzposition. Mit seinem Design passt der Juke nicht so recht in eine der üblichen Kategorien, aber das ist wohl Absicht.
Nissan offeriert für den Juke zwei Benzinmotoren mit 1,6 Liter Hubraum sowie einen Selbstzünder, alle drei erfüllen die Euro-5-Norm. Der schwächere Ottomotor leistet 86 kW (117 PS) und bietet ein maximales Drehmoment von 158 Newtonmeter bei 4000 Umdrehungen in der Minute. Den Normverbrauch beziffert Nissan mit 6,4 Liter Super. Für diejenigen, die es lieber etwas kerniger haben, wird der 1,6-Liter-Motor mit einem Turbolader auf 140 kW (190 PS) gebraht. Dann gibt es ansehnliche 240 Nm zwischen 2000 und 5200/min und einen Normverbrauch von 6,9 Liter. Angetrieben werden die Vorderräder, für den stärkeren Motor gibt es auch eine Allradversion, der Normverbrauch steigt dann auf 8,4 Liter.
Leicht und präzise zu schaltendes Sechsgang-Schaltgetriebe
Bei ersten Probefahrten überzeugte vor allem der 1,5-Liter-Turbodiesel, der 81 kW (110 PS) leistet. Der agile Direkteinspritzer erreicht sein maximales Drehmoment von 240 Nm bei 1750/min und entwickelt eine beachtliche Kraft. Hier beträgt der Normverbrauch 5,1 Liter. Das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe (die Benziner haben fünf Gänge) lässt sich leicht und präzise schalten.
Im Innenraum mangelt es auf der Rückbank, bedingt durch die abfallende Dachlinie, etwas an Kopffreiheit. Das Stauvolumen im Kofferraum hält sich mit 251 Liter - in der Allradversion sogar nur 207 Liter - in engen Grenzen. Ein VW Polo, der deutlich kürzer ist, schluckt mehr (280 Liter). Bei umgeklappten Rücksitzen kann das Ladevolumen jedoch auf maximal 830 (Polo 786) Liter vergrößert werden. Der Innenraum ist klar und übersichtlich gestaltet, mit einer Ausnahme: Die Mittelkonsole erinnert an einen Motorrad-Tank und setzt die äußere Verspieltheit des innen Designs fort.
Anfang Oktober steht der Juke bei den Händlern. Zur Wahl stehen drei Ausstattungen (Visia, Acenta, Tekna), die Basis kostet 16 990 Euro. Schon das Grundmodell Visia hat serienmäßig Klimaanlage, CD-Spieler, elektrische Fensterheber, sechs Airbags und ESP an Bord. Der Diesel-Juke (nur mit Frontantrieb) kostet mindestens 18 890 Euro, der Turbo-Benziner 21 190 Euro. Die Allradversion, die nur in Verbindung mit Sechsstufenautomatik zu haben ist, kostet 25 140 Euro. Rund 2300 Juke will Nissan in Deutschland noch in diesem Jahr verkaufen. Für 2011 sind 12 600 geplant.