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Motorrad Nie wieder Aschenputtel: Honda CBF 1000F

11.03.2010 ·  Extravaganz war nie eine Eigenschaft von Hondas CBF-Baureihe. Die CBF 1000F ist ein perfektes Beispiel dafür, wie herrlich sich Unauffälligkeit anfühlen kann. Wichtig war allen bisherigen Käufern die wirklich problemlose Fahrbarkeit dieses Big Bikes.

Von Friedrich-Michael Maier
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Würde man der auf dem deutschen Markt überaus erfolgreichen Honda CBF 1000, als Ehrentitel sozusagen, ein neues Kürzel geben wollen, müsste dieses aus den drei Buchstaben DAG bestehen. D für „dezent“, A für „ausgewogen“ und G für (rundum) „gelungen“. Dieses seit 2006 hierzulande fast 13 000 Mal verkaufte Allroundmotorrad ist einer der Bestseller des permanent schrumpfenden deutschen Motorradmarkts. Der imaginären DAG 1000 stellt Honda für die Saison 2010 eine schickere, in Details weiterentwickelte Version namens CBF 1000F zur Seite. Die ausgiebige Testfahrt offenbarte, dass sie das bisherige Spektrum ihrer Eigenschaften beibehält, es jedoch noch stärker akzentuiert und zusätzlich in flotterem Gewand auftritt. Die Aschenputtel-Zeiten sind damit endgültig dahin.

Fangen wir mit dem Triebwerk an. Es entstammt weiterhin der ehemaligen Fireblade-Version SC-57, erstarkt nun aber von 72 kW (98 PS) auf 79 kW (107 PS). Es handelt sich dabei um eine im Grunde überflüssige Maßnahme. Nötig ist die Mehrleistung nicht, aber sie schadet auch nicht. Spürbar wird die Mehrleistung nur im oberen Drehzahlbereich, dort aber deutlich. Wer den günstigeren Versicherungstarif „bis 72 kW“ schätzt, bekommt das neue Modell mit reduzierter Leistung; ein Aufpreis ist für die Modifikation nicht zu zahlen. Nachteil: Keiner. Ein besonderes Kennzeichen des Triebwerks ist der nach wie vor sehr kultivierte, unangestrengte Lauf.

Größer sind die Änderungen beim Fahrwerk. Zu ihm zählt der Rahmen, der nun nicht mehr aus doppelten Stahlrohren besteht, sondern als Aluminium-Rückgratrahmen ausgeführt ist. Das ist zwar eine sehr simple Konstruktion, doch sie erfüllt in doppelter Hinsicht ihren Zweck: Erstens ist sie leicht und hilft deshalb, das Fahrzeuggewicht um fünf auf 245 Kilogramm zu reduzieren. Zweitens ist sie billig. Nicht zuletzt dadurch gelingt es Honda, den Aufpreis gegenüber der weiter (wahrscheinlich nur noch in diesem Jahr) im Programm befindlichen CBF 1000 auf 900 Euro zu begrenzen. 10 890 Euro erscheinen als guter Preis, ist die CBF 1000F doch bestens ausgestattet: Das Kombi-Bremssystem CBS-ABS gehört genauso zur Serienausstattung wie Bordcomputer, Hauptständer, Sitzhöhen- und Windschildverstellung sowie LED-Rücklicht. Gespart hat man sich - auch wenn die Honda-Website es anders darstellt - die Anlenkung der Hinterradschwinge mittels Pro-Link-System; diese Einbuße ist im normalen Fahrbetrieb aber nicht spürbar. Die Auspuffanlage der CBF 1000F hat gegenüber der „Nicht-F“ einen Endtopf verloren; nun ist eine Vier-in-eins-Abgasanlage installiert.

Vielseitiges Motorrad mit hervorragendem Nutzwert

Extravaganz war nie eine Eigenschaft von Hondas CBF-Baureihe, die ja neben der 1000er-Version aus einem 600er-Modell besteht; Grundlage des Konzepts war es, ein vielseitiges Motorrad mit hervorragendem Nutzwert zu schaffen. Großseriencharme wurde deshalb nie als Störfaktor gesehen. Zur Nutzwertigkeit, die auch Einsteigern und Wiedereinsteigern zugute kommen sollte, gehört für Honda die unter allen Bedingungen leichte Beherrschbarkeit. Ebenda war man sich bisher mit den Kunden einig.

Denn wichtig war allen bisherigen CBF 1000-Käufern die wirklich problemlose Fahrbarkeit dieses Big Bikes, und genau diese Eigenschaft hat Honda auch der stilistisch etwas sportiver wirkenden F-Version mitgegeben. Sei es in Kurven, beim starken Bremsen, im Soziusbetrieb oder auf schneller Landstraße: Die CBF 1000F ist ein perfektes Beispiel dafür, wie herrlich sich Unauffälligkeit anfühlen kann - ganz im Sinne der imaginären Modellbezeichnung DAG (dezent, ausgewogen, gelungen). Dieser Ehrentitel wird hiermit auch der F-Version verliehen.

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