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Motor Show in Los Angeles Vorfahrt Amerika: Von Krise keine Spur

Während in manchen europäischen Autofabriken die Lichter ausgehen, boomt der amerikanische Markt. In Los Angeles auf der Motor Show zeigen die deutschen Hersteller, was sie können.

© Boris Schmidt Martialischer Auftritt: Der„Ener-G-Force“ von Mercedes-Benz ist zunächst nur eine Studie

Mercedes-Benz blickt auf der Messe, die noch bis zum kommenden Sonntag andauert, ganz weit nach vorn. Wie 2025 der Geländewagen-Klassiker G aussehen könnte, zeigt die Studie „Ener-G-Force“. Der große und schwere Trumm ähnelt mehr einem Kampfwagen und würde gut in ein Remake von „Mad Max“ passen, wenn auch seine Technik mehr als fortschrittlich ist. Angetrieben wird er durch eine Brennstoffzelle, und auf dem Dach hat er einen Wassertank. Wenn man den Wasserstoff doch nur während der Fahrt extrahieren könnte. Ans Sparen im Heute denkt man bei Daimler offenbar nicht, denn die beiden weiteren Neuheiten für Los Angeles sind der G 63 AMG und der SLS AMG Black Series, beide mit mehr als 500 oder gar 600 PS. Der SLS kann in weniger als vier Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Fürs Bescheidene hat man ja Smart, aber über die beflügelte Studie „forjeremy“ deckt man besser den Mantel des Schweigens. Aber immerhin, 10.000 Smarts wurden dieses Jahr zwischen New York und Los Angeles verkauft, das ist mehr als das Doppelte wie 2011. Bald wird auch der elektrische Smart in den Staaten zu haben sein.

Frank Boris Schmidt Folgen:

Andere, wenngleich nicht grundsätzlich neue Wege beschreitet BMW in Los Angeles. Der avisierten neuen i-Baureihe, deren Mitglieder zur Familie der Elektroautos gehören, steht eine Erweiterung um einen zweitürigen Kompaktwagen in Aussicht, der Kalifornien unter dem Arbeitstitel i3 Concept Coupé debütiert. BMW meint es offenbar ernst mit dieser Modellreihe, die den Premium-Anspruch um den Aspekt Nachhaltigkeit ergänzen soll. Besonders auffällig an der i3-Studie ist die an den hinteren Seiten heruntergezogene Fensterlinie. So soll den Rückbankpassagieren ein vorzüglicher Ausblick möglich sein. Für Vortrieb sorgt im i3 Concept Coupé ein Elektromotor mit 125 kW (170 PS) Leistung. Ein einstufiges Getriebe leitet die Kraft an die Hinterräder weiter. Im Sparmodus soll die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie für 160 Kilometer Reichweite gut sein, dabei ist die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h beschränkt. Würde man schneller fahren, ging das drastisch zu Lasten der Reichweite. Deshalb denkt BMW über den Einsatz eines Verbrennungsmotors nach, der die Reichweite durch Nachladen des Akkus während der Fahrt verbessern soll (Range Extender). Als Zulieferer eines Vierzylinder-Benzinmotors ist Peugeot im Gespräch. Ob aber ein i3 unter dem Preis eines 5er-BMW zu haben sein wird (rund 40.000 Euro), wie es ursprünglich versprochen wurde, ist mehr als fraglich.

Kalifornien ist einer der wichtigsten Märkte für Porsche

Nach der Entscheidung bei Audi, den rein elektrisch angetriebenen Sportwagen R8 E-Tron entgegen früheren Absichtserklärungen nun doch nicht in Serie zu bauen, ist man wohl nicht nur bei BMW nachdenklich geworden, was die goldene Zukunft des E-Autos angeht. Statt E heißt es jetzt D bei Audi: Man hat für Amerika jetzt wieder einmal den Selbstzünder entdeckt und ruft auf der Messe eine Diesel-Offensive aus. Deutsche Hersteller versuchen schon seit Jahren, dem Dieselmotor zu mehr Popularität zu verhelfen, bislang war das mehr oder weniger vergebens.

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