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Mini Knuffig, knackig, knödelig

23.08.2006 ·  Nach den inneren Werten beurteilt, ist der Mini erwachsener geworden. Unter dem Blech steckt moderne Technik wie eine elektromechanische Lenkung. Das Aussehen bleibt jugendlich: breite Spur, knappe Überhänge, stumpfer Bug.

Von Wolfgang Peters
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Der neue Mini ist ganz der alte Herzensbrecher: Allein die Frontpartie mit der jetzt durch die Prallfläche in zwei große Segmente geteilten Kühleröffnung kann für sanfte Irritationen sorgen, das sah in der ersten Generation der Neuauflage zurückhaltender aus. Aber vielleicht ist diese Eigenschaft auch bei Minis nicht mehr so gefragt.

Wir sind schon froh, daß es für den Kleinwagen nur marginale Änderungen an seinem Karosseriekleid gegeben hat. Man stelle sich nur die entsetzliche Erfahrung vor, die Mini-Designer hätten sich für die Fortschreibung ihrer erfolgreichen Baureihe den einstigen, als Nachfolger des Ur-Mini gehandelten Metro zum Vorbild genommen. Da ist man froh über den Erhalt der Knuffigkeit, der knödeligen Räder und des knackigen Karosseriekörpers. Es war schon früher schwierig, einen Nachfolger des Ur-Mini zu schaffen, die Aufgabe ist nicht leichter geworden.

Charakter der Ur-Minis

Für kurze Zeit war eine Styling-Strömung entstanden, die man Retro-Design nannte. Sie hat mittlerweile ihre besten Jahre hinter sich. Ergebnisse daraus waren zum Beispiel der VW New Beetle oder auch der BMW Z8. Auch der Mini ist im Grunde dieser Stilrichtung zuzurechnen, aber die neue Generation hat ungeachtet des vergleichsweise gigantischen Wachstums sehr rasch eine eigene Identität erreicht. Das hängt eng mit der Vorgehensweise und mit dem Charakter des Ur-Minis zusammen: Auch ein neuer Mini konnte angesichts der angestrebten Modellziele nur so aussehen, wie er dann auch in Blech gepreßt wurde.

Für einen Kleinwagen gibt es wohl bis in alle Zukunft keine bessere Form und keine besseren Proportionen: breite Spur, ganz knappe Überhänge vorne und hinten, eine etwas über der Höhenhälfte liegende Gürtellinie, die in den breiten, eher stumpfen Bug übergeht. Darüber sitzt ein sehr lichtes Dach, getragen von schmalen Pfosten, die weder Sicht noch Lust verderben. Daran haben sich die Designer auch bei der Fortschreibung der einst britischen, nun von BMW dominierten Legende gehalten.

Stilistische Bemühen zu erkennen

Beim Blick nach innen könnte es allerdings zu heftigeren Irritationen kommen. Dort hat man das einstige Zentralorgan der Fahrerinformation noch pfannkuchengrößer gestaltet und es mitten in den Träger hineingepflanzt, direkt im Lenkradkranz hält sich nur noch der Drehzahlmesser auf. Gleichzeitig ist aber auch das stilistische Bemühen zu erkennen, die einstige Frugalität nicht komplett der neuen Üppigkeit von Komfort und Bediensystemen zu opfern.

Die neue Generation startet mit drei Versionen: Mini One für 15.459 Euro, Mini Cooper für 17.350 Euro und Cooper S für 21.050 Euro. Diesel- und One-Version kommen im ersten Halbjahr 2007, die beiden Cooper-Derivate kann man Ende 2006 haben. Im Vergleich zur jetzt abgelösten Baureihe sind die Preise trotz erheblich höherem technischen Aufwand nahezu unverändert.

Vor allem unter dem Blech hat sich sehr viel modernere Technik versammelt. Die Vierzylindermotoren mit 1,6 Liter Hubraum bieten ordentlich Leistung, der Cooper S kommt mit der vollen Hitze seines Namens: 128 kW (175 PS) treffen auf etwa 1100 Kilo Fahrzeuggewicht, beide Cooper-Versionen gehen ab wie der Bäcker am Ofen, über 200 km/möglich, der Gesamtverbrauch liegt laut Norm bei 5,8 und 6,9 Liter Super. Neu ist die elektromechanische Lenkung, sie hat die Aufgabe, das Go-Cart-ähnliche Fahrverhalten zu garantieren.

So fährt die zweite Generation des neuen Mini mit zwei Kernen vor: Das Auto ist erwachsener geworden, aber es wird wie bisher gern junge Kerle und fesche Mädels bewegen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 20.08.2006, Nr. 33 / Seite V8
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Jahrgang 1946, freier Autor in der Wirtschaft.

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