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Mercedes-Benz CL für Coupé Lust

 ·  Mercedes-Benz hat sein CL-Coupé umfangreich überarbeitet. Die Modifikationen an der Karosserie sind mehr als ein Facelift. Neue Motoren senken den Spritverbrauch. Die Tradition der Luxus-Coupés begann 1952 mit dem 300 S.

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Die jüngste Auflage des CL-Coupés kam im Sommer 2006 in völlig neuer Form auf die Straßen, sie interpretierte die Linien der kurz zuvor erneuerten S-Klasse auf eigene und exaltierte Weise. Nun tritt abermals eine überarbeitete Version im September in dieser kleinen, aber feinen Lücke des Marktes an: mit gestraffter Gestalt und einer markanteren Front: wie bisher mit zwei Motorvarianten, mindestens 118 000 Euro sind anzulegen.

Die Modifikationen an der Karosserie sind mehr als ein Facelift. Kühlergrill, Motorhaube und Stoßfänger sind erneuert worden, ein verfeinerter Anschnitt der Scheinwerfer gibt dem CL ein neues Gesicht. Tagfahrlicht mit LED-Technik findet sich dort, wo einst Nebelscheinwerfer ihren Platz hatten. Das „intelligente“ Lichtsystem ersetzt mit variabler Scheinwerfer-Steuerung die früheren Schlechtwetterlampen. Hans-Dieter Futschik, verantwortlich für das Design des großen Coupés, weist auf das Heck hin, das sonst bei Modellpflegemaßnahmen meist unberührt bleibt. Hier habe man mit neuen Rückleuchten und Rückfahrscheinwerfern Zeichen setzen wollen. „Oft bleiben solche Änderungen unbemerkt. Deshalb haben wir hier eher radikal eingegriffen, um dem CL eine neue Optik zu geben.“

Dennoch strahlt die Form weiterhin jene zarte Arroganz aus, die Wertigkeit und kraftvolle Dynamik signalisiert. Um rund vier Zentimeter ist der Wagen aufgrund der geänderten Stoßfänger länger geworden, räkelt sich über 5,1 Meter auf dem Asphalt. Im Innenraum finden sich klassentypische Materialien wie Holz, Leder und Edelstahl.

Und die Fahrleistungen?

Zwei Motoren sind im CL zu haben. Neu ist der V8 mit 4,6 Liter Hubraum, der dank Biturbo-Technik und direkter Benzineinspritzung jetzt 320 kW (435 PS) leistet. Das sind immerhin 37 Pferdestärken mehr, als der um 0,8 Liter größere Vorgänger lieferte. Sein Drehmoment ist um stattliche 170 Newtonmeter auf 700 gestiegen. Und die Fahrleistungen? In 4,9 Sekunden sprintet der 2070 Kilogramm wiegende CL 500 Blue-Efficiency von 0 auf 100 km/h, er unterbietet damit den Beschleunigungswert des Vorgängers um 0,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie üblich elektronisch auf 250 km/h begrenzt.

Der Norm-Verbrauch des V8 ist dagegen gesunken, und zwar um 23 Prozent auf 9,5 Liter Superbenzin für 100 Kilometer. Möglich machen das unter anderem eine neue, strahlgeführte Direkteinspritzung mit Piezo-Injektoren und Mehrfachzündung, die mit bis zu vier Funken je Arbeitstakt das Gemisch entflammt. Außerdem ist der CL 500 das erste große Coupé von Mercedes-Benz, das mit einer Start-Stop-Automatik ausgestattet ist. Im Schubbetrieb gewinnt der Generator elektrische Energie zurück und speichert sie in der Batterie.

CL 500 mit einem permanenten Allradantrieb

Zur Wahl steht außerdem der CL 500 mit einem permanenten Allradantrieb, der allerdings den Verbrauch um 0,4 Liter nach oben treibt (123 000 Euro). Spitzenmotorisierung ist der mit drei Ventilen je Zylinder arbeitende V12 im CL 600, der bei 5,5 Liter Hubraum 380 kW (517 PS) leistet und es auf 830 Nm bei 1900 Umdrehungen in der Minute bringt. Sein Verbrauch liegt bei 13,8 Liter für 100 Kilometer, der Preis bei 162 000 Euro.

Als 1952 der 300 S und drei Jahre darauf der 300 SC die Tradition der Luxus-Coupés von Mercedes-Benz begründeten, war an diesen Leistungsgewinn noch nicht zu denken. 110 kW (150 PS) und 128 kW (175 PS) lieferten die Reihensechszylinder aus 3 Liter Hubraum. Damals war das allerdings eine fast unerträgliche Ausbeute, es fanden nur 314 Fahrzeuge der Baureihe einen Käufer. Das Nachfolgemodell, die Baureihe W 180, begnügte sich 1956 mit weniger Kraft. Der 220 S brachte es auf 74 kW (100 PS) oder 88 kW (120 PS) und 2081 verkauften Exemplare. Erst in den Folgejahren und mit den Baureihen W 111/112 kletterte die Leistung wieder nach oben, ein V8-Motor mit 148 kW (200 PS) wurde zwei Jahre vor dem Modellwechsel im Jahr 1969 eingeführt. In zehn Jahren verkaufte Mercedes-Benz immerhin 28 900 Fahrzeuge der Serie.

Noch erfolgreicher war der C 126. In zehn Jahren wurden 74 000 Luxus-Coupés gebaut, die Leistung des 380 SEC lag bei 150 kW (204 PS) und gipfelte bis 1991 im 560 SEC bei 220 kW (300 PS). Ungleich glückloser war die Serie C 160, die von 1992 bis 1998 gebaut wurde. Nur 26 000 Stück wurden verkauft.

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