Nach fünf Jahren und mehr als 10.000 produzierten Exemplaren legt Maserati, die wieder schwarze Zahlen schreibende edle Tochter der Fiat Auto Group, Hand an Italiens einzige Luxuslimousine. Pininfarina, jener Grandseigneur der italienischen Design-Avantgarde mit dem ausgeprägten Gefühl für eine harmonische Formensprache, „verjüngt“ sein 2003 erstmals präsentiertes Meisterwerk und Synonym einer dynamisch-distinguierten Luxuslimousine nur sehr dezent an Front und Heck. Sämtliche Blechteile belässt der Meister in ihrer elegant-lasziven Symbiose aus filigranen Linien und strammen Proportionen.
Markanter präsentiert sich die dezent modifizierte Frontpartie mit einem dem Zeitgeist nacheifernden, leicht vergrößerten Kühlergrill mit vertikalen Streben sowie überarbeiteten Scheinwerfern mit integrierten LED-Blinkeinheiten. In die neue Front harmonisch modellierte Nebelscheinwerfer und größere Lufteinlässe vervollständigen die optischen Retuschen vorn, während das Heck des Quattroporte nun stärker akzentuierte Rückleuchten mit LEDs und entsprechendem Layout zieren, die zunächst etwas gewöhnungsbedürftig scheinen.
Fülligeres Durchzugsvermögen aus niedrigen Drehzahlen
Und der Maserati Quattroporte S rollt nicht nur optisch verjüngt mit seiner in sich ruhenden Grandezza auf üppigen 19-Zoll-Rädern, in ihm arbeitet der aus dem Gran Turismo S bekannte Achtzylinder mit 4,7 Liter Hubraum (exakt 4,691 Liter) und einer Leistung von 430 PS (317 kW). Gegenüber der (weiterhin erhältlichen) 4,2-Liter-Version hat das vom Ferrari-V8 abgeleitete Triebwerk mit größerer Bohrung und längerem Hub nominell 30 PS mehr, auch das maximale Drehmoment von 490 Nm bei 4750/min stieg um 30 Nm.
Schon diese Eckdaten belegen, dass die Maserati-Ingenieure besonderen Wert auf ein fülligeres Durchzugsvermögen aus niedrigen Drehzahlen gelegt und auf eine deutliche Leistungssteigerung bewusst verzichtet haben. So zeigt ein Blick auf die Drehmomentkurve des neuen Triebwerks den Gewinn an Durchzugskraft besonders im mittleren, häufig genutzten Drehzahlbereich. Bei 3500/min zum Beispiel sorgt die neue Macchina für nahezu 100 Nm mehr Drehmoment, was sich im normalen Fahrbetrieb in höherer Elastizität bemerkbar macht. In Verbindung mit der sanft, aber spontan und nahezu ruckfrei agierenden Sechsstufen-Automatik von ZF ist die erstarkte Maserati-Maschine ein Quell der reinen Fahrfreude.
5,4 Sekunden für den Sprint aus dem Stand
Akustisch bleibt sie, wenn sie kaum gefordert wird, sehr dezent, meldet sich bei etwa 3500/min mit einem kernigeren Ton, und wenn sie dann zügigst und extrem leichtfüßig bis zur Grenze von 7000/min hochdreht, betört sie kehlig-bellend die Sinne und akzeleriert den veritablen Zweitonner (Maserati nennt ein Leergewicht von 1990 Kilogramm) vehement.
Die Automobilenthusiasten in Modena nennen für den Quattroporte S eine Beschleunigungszeit von nur 5,4 Sekunden für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 280 km/h. Nach so viel Rasse und Emotion hier noch zur Rückkehr auf den Boden der Tatsachen die Werte für den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen im kombinierten EU-Zyklus: 15,7 Liter Super auf 100 Kilometer und 365 g/km.
Hier wird dem Auge und der Nase geschmeichelt
Angepasst präsentiert sich auch das aufwendige Fahrwerk mit doppelten Querlenkern vorn und hinten, wobei der Quattroporte S serienmäßig mit den Skyhook-Stoßdämpfern bestückt ist, deren Kennlinien sich automatisch in Sekundenbruchteilen dem jeweiligen Straßenzustand anpassen. Und für eine optimale Verzögerung setzen die Ingenieure der Fiat-Tochter an der Vorderachse auf eine üppig dimensionierte Bremsanlage mit 360 Millimeter großen, innen belüfteten Bremsscheiben, gefertigt aus geschmiedetem Stahl und Aluminium, die von Sechs-Kolben-Monoblock-Sätteln des italienischen Bremsenspezialisten Brembo in die Zange genommen werden.
Modifizierte Sitze mit stärker akzentuierten Seitenwangen, ein ergonomisch optimiertes Dreispeichenlenkrad sowie ein neues Bose-Infotainment-System runden die Modifikationen im geräumigen Interieur ab, das vor allem durch die gediegene Verarbeitung des Leders aus der Edelmöbel-Manufaktur „Poltrona Frau“ Auge und Nase schmeichelt. Bereits ab September ist der Quattroporte S auch hierzulande für 123.350 Euro zu haben.
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