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KTM 990 Supermoto R Harte Schule und versöhnliche Worte

01.11.2009 ·  KTM hat sich in den vergangenen Jahren eine feine Zweizylinder-Kompetenz erarbeitet. Ganz frisch schickt KTM in dieser Saison die 990 Supermoto als R-Version ins Rennen um den Fahrspaß und den Pokal für bewegende Auftritte.

Von Michael Kirchberger
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KTM hat sich in den vergangenen Jahren eine feine Zweizylinder-Kompetenz erarbeitet. In Mattighofen, dem Stammsitz des Herstellers mit dem traditionellen Farbmix Schwarz, Weiß und Orange, beweist man Gespür für Design, Leistung und stilvollen Auftritt auf zwei Rädern. Das V der Zylinderanordnung steht auch für ein Siegeszeichen, die Marke führt in der Enduro- und Motocross-Weltmeisterschaft (hier freilich mit Eintöpfen) und fährt in der Supermoto-Meisterschaft bei uns recht munter mit.

Ganz frisch schickt KTM in dieser Saison die 990 Supermoto als R-Version ins Rennen um den Fahrspaß und den Pokal für bewegende Auftritte. Das 12.995 Euro teure Bike bringt es mit einem Einliter-V2 auf 85 kW (116 PS), der Fahrer sitzt in einer Höhe von rund 88 Zentimeter auf einer schmalen und nicht eben bequemen Sitzbank und dirigiert ein unangezogenes, aber keineswegs ungezogenes Motorrad unter sich. Die Unterschiede zur tourentauglicheren T-Ausführung sind augenfällig. Bis auf eine winzige Verkleidung des Scheinwerfers ist die 990 Supermoto R nackt, ihr Gitterrohrrahmen ist in leuchtendem Orange lackiert. Die filigranen Räder im 17-Zoll-Format aus geschmiedetem Leichtmetall sind schwarz lackiert und sollen das Gewicht reduzieren. Um weitere Kilos loszuwerden, hat KTM den Tank neu geformt und arg verkleinert. Markant gestaltet fasst er 15 Liter, das sind vier Liter weniger als beim Vorgängermodell. Immerhin ist die Abspeckaktion von Erfolg gekrönt, denn 204 Kilogramm fahrbereites Leergewicht sind in der Tausender-Klasse ein versöhnliches Wort.

Gewonnen hat auch das Ansprechverhalten nach der neuen Abstimmung

Zumal der Motor zwar mit großer Durchzugskraft, aber nicht ausufernden Trinkgewohnheiten ans Werk geht: Verglichen mit seinem Vorgänger ist er um fast zehn Prozent sparsamer und begnügt sich selbst bei stürmischer Fahrt durchs Geläuf mit wenig mehr als sechs Liter für 100 Kilometer. Gewonnen hat auch das Ansprechverhalten nach der neuen Abstimmung. Schon bei 2500 Umdrehungen in der Minute geht der V2 mit vehementem Geknatter kraftvoll zur Sache, 97 Newtonmeter Drehmoment liegen als Spitzenwert bei 7000/min an. Die Spannkraft macht Gewichtsverlagerung und zumindest eine gefühlvolle rechte Hand erforderlich. Denn die knapp übersetzten Gangstufen eins und zwei des präzise schaltbaren Sechsganggetriebes lassen bei voller Beschleunigung das Vorderrad leicht werden, aber Wheelies im öffentlichen Straßenverkehr goutieren Ordnungshüter höchst ungern.

Die Fahreigenschaften des steifen Fahrwerks sind mustergültig. Mit einer komplett und über einen weiten Bereich einstellbaren Federung gelingt der 990 Supermoto R der Spagat zwischen bester Radführung und hinreichendem Fahrkomfort. Das führt zu fast spielerischer Fortbewegung, munter nimmt die Österreicherin die Kurven, lässt sich von Runzeln im Asphalt nicht beirren und bleibt fein zu kontrollieren. Das gilt ohne Einschränkungen auch für die Bremsanlage. Die R-Version erhält eine Brembo-Ausstattung mit Monoblock-Zangen, die ein Höchstmaß an Verzögerungskraft und vor allem beste Dosierbarkeit bieten. Einzig ein ABS fehlt, der Blockierverhinderer wäre ein sinnvolles Ausstattungsmerkmal des Sportgeräts.

Die Bedienung fällt leicht, die Armaturen funktionieren einfach und zweifelsfrei, die Verarbeitungsqualität bewegt sich ebenso auf hohem Niveau, was aber angesichts der Preisgestaltung erwartet werden darf. KTM bietet ein pures Spaßmotorrad an, die 990 Supermoto R ist nur eingeschränkt für lange Touren, sehr wohl aber für den spontan-sportiven Ritt in den Feierabend prädestiniert. Denn neben fulminanter Durchzugskraft gibt es kaum etwas, das mehr erfreut als der kernige Klang, das böse Blubbern und Röhren eines hubraumgroßen V2.

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