Home
http://www.faz.net/-gya-75pxr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Jeep Grand Cherokee Amerika auf die lässige Art

Der Jeep Grand Cherokee hält mühelos mit der europäischen Konkurrenz mit. Und er schürt die Sehnsucht nach der großen Weite.

© AFP Vergrößern Massige Erscheinung: Niedrige Fensterhöhe und gerade verlaufende Linien geben dem Jeep die Spur von Solidität und Dynamik.

So ganz unwichtig ist Europa den Amerikanern offensichtlich nicht. Warum sonst sollte Jeep, die Geländewagensparte von Chrysler, das Spitzenmodell Grand Cherokee mit einem Dieselmotor in gleich zwei Leistungsstufen bestücken, wo doch der Automarkt in der Alten Welt erhebliche Schwächen zeigt? Denn Geländewagen oder SUV verkaufen sich mit einem Benziner bei uns nur mäßig. Der Verbrauchsvorteil des Selbstzünders kommt in kaum einer anderen Klasse so ausgeprägt zur Geltung. Und da wäre noch Fiat als neuer Herr im Haus in Auburn Hills, dem Stammsitz vom Chrysler. Die Italiener haben in den eigenen Reihen nichts Vergleichbares vorzuweisen, da ist es schon eine Sache des Prestiges, den Bestsellern Mercedes-Benz ML, BMW X5 und VW Touareg etwas Ebenbürtiges aus dem Portfolio der Tochtermarke entgegenzustellen.

59800 Euro kostet der Jeep Grand Cherokee 3.0 Multijet in der feinen Overland-Ausstattung und motorisiert mit der kräftigeren Version beider Triebwerke. 177 kW (241 PS) leistet der V6, 550Newtonmeter liegen als höchstes Drehmoment bei 1800 Umdrehungen in der Minute an. Genug, um 2400 Kilogramm Leergewicht in 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. 202km/h Höchstgeschwindigkeit schafft der allradgetriebene Schwerathlet, kombiniert wird sein Motor grundsätzlich mit einer fünfstufigen Automatik.

782 Liter Kofferraumvolumen

Mit massigen Formen, eher breit- als hochbeinig, steht der Grand Cherokee nach seiner Neuauflage im vorigen Jahr auf den 20 Zoll großen Rädern. Die niedrige Fensterhöhe und gerade verlaufende Linien geben ihm die Spur von Solidität und Dynamik, die ein SUV attraktiv macht. Der Innenraum hat nahezu alle Schrulligkeiten vergangener Jeep-Generationen abgelegt. Die Materialien sind mit Sorgfalt ausgewählt und stilsicher zusammengestellt, auch die Verarbeitung kann sich mit der in Premium-Geländewagen europäischer Provenienz messen lassen. Am wohlgeformten Lenkrad, dessen Kranz aus hölzernen und lederbezogenen Bauteilen zusammengesetzt ist, helfen Fernbedienungstasten bei der Kontrolle von Audioanlage, Telefon und Geschwindigkeitsregelung, überfrachtet ist es nicht. Auch die Instrumente sind angenehm klar.

Das Raumangebot entspricht den hohen Erwartungen in dieser Fahrzeugklasse, nirgendwo laufen die Mitfahrer Gefahr, anzuecken oder die Nähe zum Nachbarn als Einbruch in die Privatsphäre zu empfinden. Die Sitze vorne bieten elektrische Einstellmöglichkeiten und guten Seitenhalt, auch wenn die serienmäßigen Lederbezüge etwas glatt sind. Lange Strecken werden aufgrund der angenehmen, aber nicht zu weichen Polsterung mühelos überwunden. Es gibt viele Ablageflächen und Fächer, und sie befinden sich am richtigen Platz. Die Halter taugen für Getränkebecher im XL-Format. Der Kofferraum steht diesem Fassungsvermögen kaum nach. 782 Liter passen hinein, wenn die Rückbanklehnen aufrechtstehen, auf 1554 Liter wächst sein Volumen, klappt man sie nach vorne. Das geht mit einem Handgriff.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fahrbericht BMW X4 xDrive 20d Zwischen allen Stühlen

Aus dem X5 wurde einst der X6, jetzt schnitzt BMW aus dem X3 den X4. Braucht es Offroad-Coupés? Die Münchner meinen ja, gesunde Skepsis ist angebracht. Mehr Von Boris Schmidt

19.12.2014, 11:00 Uhr | Technik-Motor
Fahrbericht Jeep Cherokee Mamma Mia, here we Jeep again

Fiat und Chrysler führen eine prima Zweckehe. Der eine profitiert vom anderen und umgekehrt. Der neue Jeep Cherokee hat das Herz und die Bella Figura aus Italien, trotzdem bleibt er ein Jeep, der seinem Namen alle Ehre macht. Mehr

17.10.2014, 17:13 Uhr | Technik-Motor
Fahrbericht Mercedes-Benz C250 Nie war es angenehmer, Kombi zu fahren

Die C-Klasse von Mercedes-Benz gibt als Kombi eine nahezu perfekte Vorstellung. Entspanntes Ankommen ist garantiert. Wer will da noch zur Limousine greifen? Mehr Von Michael Kirchberger

12.12.2014, 09:32 Uhr | Technik-Motor
Spiel mir das Lied vom Jeep

Der Renegade ist das erste gemeinsame Produkt von Fiat und Chrysler. Mehr

01.10.2014, 10:36 Uhr | Technik-Motor
Abarth 695 Biposto Fiats Rennzwerg

Das süße italienische Cinquecento-Pausbäckchen von Fiat hat jetzt den Abarth 695 Biposto. Fahrfreude wird großgeschrieben, so viel steht fest. Mehr Von Ute Kernbach

13.12.2014, 12:00 Uhr | Technik-Motor
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 14.01.2013, 15:12 Uhr

Hochprozentig

Von Holger Appel

Die Automobilhersteller melden einen Rekordabsatz nach dem anderen. Das liegt aber vor allem an gutgefüllten Auftragsbüchern aus China und Nordamerika. Mehr 1

Hinweis
Die Redaktion