Home
http://www.faz.net/-gya-75jf4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Jaguar F-Type Die Sehnsucht in der Wüste

Der neue F-Type ist enorm wichtig für Jaguar. Er muss Tradition und Moderne verbinden und Stückzahlen bringen. Dafür rührt Jaguar die Marketing-Trommel so heftig wie nie.

© Stefan Thiele Vergrößern Hauptdarsteller: Der Jaguar F-Type groß im Bild. Im Hintergrund die gewaltige Kulisse und das Filmteam.

Ein Jaguar F-Type rast durch die menschenleere Atacama-Wüste in Chile. Nein, ein halbes Jahr vor seiner Markteinführung ist das keine technische Probefahrt mehr. An diesem Tag geht es um Marketing, und dafür ist kein Weg zu weit. Der feuerrote F-Type ist Teil eines aufwendig gemachten, zwölfminütigen Kinofilms, der am Ende der Welt gedreht wird. Der Streifen soll für Furore sorgen und einer der Bausteine sein, um den F-Type zum würdigen Nachfolger des legendären E-Type zu machen. Und die Vorgabe wiegt schwer. Der E-Type ist vielleicht der Jaguar überhaupt, ihn kennt jedes Kind, ihm gerecht zu werden ist die schwer lösbare Aufgabe.

Vor fast 52 Jahren, im März 1961, hatte der E-Type Premiere auf dem Genfer Automobilsalon: Muskulös, sehnig und mit einer schier nicht endenden Motorhaube präsentierte sich der neue Jaguar. Der gelernte Flugzeugingenieur Malcolm Sayer hatte aerodynamische Prinzipien für das Design des neuen Sportwagens zugrunde gelegt. Das Resultat war ein futuristisch anmutendes Fahrzeug, das hervorragend in eine Zeit allgemeiner Technikbegeisterung passte. Der E-Type war als Nachfolger des XK150 gedacht und sollte ursprünglich nur in einer Kleinserie gebaut werden. Der durchschlagende Erfolg stellte die Automobilwelt auf den Kopf. Sogar Enzo Ferrari lobte das „schönste Auto aller Zeiten“. Als die Serie im Jahre 1975 auslief, waren 72 520 Exemplare gebaut worden.

Koste es, was es wolle

Jetzt kommt der F-Type, nach 38 Jahren, und er ist zudem seit fast 20 Jahren der erste rein zweisitzige Sportwagen im Jaguar-Programm. Der XJ220 von 1992 ist nur noch Spezialisten bekannt. Der mehr als 300 km/h schnelle Supersportwagen wurde auch nur 284 Mal verkauft. Er kostetet schon damals mehr als eine Million DM. Keine Frage, der neue F-Type passt wunderbar in das aktuelle Jaguar-Produktportfolio. Für das Design zeichnet Ian Callum verantwortlich. Stilistisch nimmt er Anleihen am klassischen Vorbild, ohne jedoch der Versuchung zu erliegen, ein Retromobil zu schaffen. Vielmehr sei es die Absicht von Jaguar, ein zeitgemäßes Fahrzeug zu kreieren, das den ungestümen Geist jugendlicher Vitalität versprüht. Der Grundpreis für den F-Type liegt bei 73 400 Euro, produziert wird er im britischen Werk in Castle Bromwich.

22692151 Bei der Hitze lieber mit Dach: Der Jaguar F-Type während einer Drehpause in der Atacama-Wüste © Stefan Thiele Bilderstrecke 

Jaguar sieht den F-Type zwischen Porsche Boxster und 911 positioniert, weiß aber genau, dass man die gewünschten Fertigungs-Stückzahlen nur mit hohem Werbeaufwand und innovativen Wegen im Marketing erreichen kann. Der F-Type muss ein Erfolg werden, koste es, was es wolle. Jaguar muss jünger werden, man schielt neidisch auf den durchschlagenden Erfolg des neuen Range Rover Evoque der Schwestermarke Land Rover.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hyperlapse Zwischen Fotografie und Film

Kleine Action-Kameras haben schon neue Räume und Perspektiven erobert. Nun gerät die Zeit ins Visier der Software. Was Hyperlapse-Videos zeigen können, gab es bisher nicht zu sehen. Mehr

08.09.2014, 12:07 Uhr | Feuilleton
Pioniergeist in der neunten Dimension

Range Rover bietet in seinem schrägsten Typ das erste Neungang-Automatikgetriebe der Welt. Muss man das haben? Nein.Kann man den Evoque kaufen? Ja. Mehr

24.04.2014, 07:16 Uhr | Technik-Motor
Chile Verletzte bei Anschlag in U-Bahn

In Chiles Hauptstadt ist in einer U-Bahn-Station nahe einer Militärschule eine Bombe explodiert. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Regierung spricht von einem terroristischen Anschlag. Mehr

09.09.2014, 06:07 Uhr | Gesellschaft
Prinz Harry drückt Chile die Daumen - ein bisschen

Während England die WM schon verlassen hat, übt sich der britische Royal in Chile als Fußball-Diplomat. Erst war er in Brasilien zu Besuch, jetzt reist er durch Chile. Dort verriet er, dass er die chilenische Fußballmannschaft bewundert - und ihr Glück wünscht, für das Achtelfinale gegen Brasilien. Mehr

28.06.2014, 19:33 Uhr | Sport
Nach Krise in der Formel 1 Ferrari-Chef  Montezemolo tritt zurück

Er selbst spricht vom Ende einer Ära: Nach 23 Jahren an der Spitze von Ferrari räumt Luca di Montezemolo seinen Posten. Hintergrund ist offenbar heftiger Streit mit Fiat-Chef Marchionne. Wie geht es nun weiter mit der Formel-1-Abteilung der Scuderia? Mehr

10.09.2014, 09:17 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.01.2013, 13:50 Uhr

Das dritte Auge

Von Hans-Heinrich Pardey

Gerade ist die Fotografie 175 Jahre alt geworden, und in der kommenden Woche findet in Köln die Photokina statt, die Weltmesse des weit über Kameras und Objektive hinausreichenden Großgebiets namens „Imaging“. Mehr 4

Hinweis
Die Redaktion