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Jaguar F-Type Die Sehnsucht in der Wüste

Der neue F-Type ist enorm wichtig für Jaguar. Er muss Tradition und Moderne verbinden und Stückzahlen bringen. Dafür rührt Jaguar die Marketing-Trommel so heftig wie nie.

© Stefan Thiele Vergrößern Hauptdarsteller: Der Jaguar F-Type groß im Bild. Im Hintergrund die gewaltige Kulisse und das Filmteam.

Ein Jaguar F-Type rast durch die menschenleere Atacama-Wüste in Chile. Nein, ein halbes Jahr vor seiner Markteinführung ist das keine technische Probefahrt mehr. An diesem Tag geht es um Marketing, und dafür ist kein Weg zu weit. Der feuerrote F-Type ist Teil eines aufwendig gemachten, zwölfminütigen Kinofilms, der am Ende der Welt gedreht wird. Der Streifen soll für Furore sorgen und einer der Bausteine sein, um den F-Type zum würdigen Nachfolger des legendären E-Type zu machen. Und die Vorgabe wiegt schwer. Der E-Type ist vielleicht der Jaguar überhaupt, ihn kennt jedes Kind, ihm gerecht zu werden ist die schwer lösbare Aufgabe.

Vor fast 52 Jahren, im März 1961, hatte der E-Type Premiere auf dem Genfer Automobilsalon: Muskulös, sehnig und mit einer schier nicht endenden Motorhaube präsentierte sich der neue Jaguar. Der gelernte Flugzeugingenieur Malcolm Sayer hatte aerodynamische Prinzipien für das Design des neuen Sportwagens zugrunde gelegt. Das Resultat war ein futuristisch anmutendes Fahrzeug, das hervorragend in eine Zeit allgemeiner Technikbegeisterung passte. Der E-Type war als Nachfolger des XK150 gedacht und sollte ursprünglich nur in einer Kleinserie gebaut werden. Der durchschlagende Erfolg stellte die Automobilwelt auf den Kopf. Sogar Enzo Ferrari lobte das „schönste Auto aller Zeiten“. Als die Serie im Jahre 1975 auslief, waren 72 520 Exemplare gebaut worden.

Koste es, was es wolle

Jetzt kommt der F-Type, nach 38 Jahren, und er ist zudem seit fast 20 Jahren der erste rein zweisitzige Sportwagen im Jaguar-Programm. Der XJ220 von 1992 ist nur noch Spezialisten bekannt. Der mehr als 300 km/h schnelle Supersportwagen wurde auch nur 284 Mal verkauft. Er kostetet schon damals mehr als eine Million DM. Keine Frage, der neue F-Type passt wunderbar in das aktuelle Jaguar-Produktportfolio. Für das Design zeichnet Ian Callum verantwortlich. Stilistisch nimmt er Anleihen am klassischen Vorbild, ohne jedoch der Versuchung zu erliegen, ein Retromobil zu schaffen. Vielmehr sei es die Absicht von Jaguar, ein zeitgemäßes Fahrzeug zu kreieren, das den ungestümen Geist jugendlicher Vitalität versprüht. Der Grundpreis für den F-Type liegt bei 73 400 Euro, produziert wird er im britischen Werk in Castle Bromwich.

22692151 Bei der Hitze lieber mit Dach: Der Jaguar F-Type während einer Drehpause in der Atacama-Wüste © Stefan Thiele Bilderstrecke 

Jaguar sieht den F-Type zwischen Porsche Boxster und 911 positioniert, weiß aber genau, dass man die gewünschten Fertigungs-Stückzahlen nur mit hohem Werbeaufwand und innovativen Wegen im Marketing erreichen kann. Der F-Type muss ein Erfolg werden, koste es, was es wolle. Jaguar muss jünger werden, man schielt neidisch auf den durchschlagenden Erfolg des neuen Range Rover Evoque der Schwestermarke Land Rover.

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