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Hyundai Sonata 2.0 CRDi Mitten auf dem großen Fluss

30.04.2009 ·  Hyundai baut nicht nur Kleinwagen für Normalverbraucher. Auch in höheren Klassen leistet man sich keine Extravaganzen. Die Limousine Sonata fährt in der konventionellen Mittelklasse und überzeugt mit gutem Raum- und gehobenem Komfortangebot.

Von Michael Kirchberger
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Die koreanische Marke Hyundai schwimmt auf einer Erfolgswelle. Die Abwrackprämie lockt die Kunden zu den preisgünstigen Autos. Aber Hyundai baut nicht nur Kleinwagen für Normalverbraucher. Auch in höheren Klassen leistet man sich keine Extravaganzen. Die Limousine Sonata fährt in der konventionellen Mittelklasse, und ihre Verführungskünste beschränken sich auf eine überbordende Ausstattung. Mit dem Zwei-Liter-Diesel (110 kW/150 PS) ist sie zeitgemäß motorisiert. Für 30.290 Euro ist das Spitzenmodell zu haben.

Der Sonata rollt unauffällig in der Menge. Sein Design verzichtet auf Ecken und Kanten, kann eben noch den Anspruch auf Eleganz erheben. Auf 4,80 Meter Länge bemüht die Marke weiche Formen und fließende Linien, kaum eine Sicke ist vorhanden, an die sich das Betrachterauge halten könnte. Im Innenraum bietet die viertürige Limousine mittlerweile mehr als tristes Asia-Design. Die Materialien sind, abgesehen vom Lederbezug des Lenkrads, das sich eher hart und kalt in die Handflächen legt, sorgsam ausgewählt. Die Mittelkonsole wird von Bedienungstasten für die serienmäßige Audioanlage und die Klimaautomatik eingenommen, ein Navigationssystem aus dem eigenen Haus ist nicht im Angebot. Die Instrumentierung ist komplett, die Skalen der Uhren sind klar abzulesen.

Die Lenkung verbessert die Spurtreue nicht

Erfreulich ist der Sitzkomfort. Elektrisch kann eine passende Position eingestellt werden, manuell lässt sich das Volant in den richtigen Abstand und auf die entsprechende Höhe rücken. Die Polsterung ist nicht zu weich, was auf längeren Strecken angenehm ist. Ganz fürsorglich unterdessen dient die Federung des Sonata den Passagieren. Zuverlässig egalisiert sie grobe Unebenheiten und kurze Wellen gleichermaßen, erkauft wird der Fahrkomfort allerdings mit erheblicher Seitenneigung der Karosserie in engen Kurven und mit leichter Unruhe in großen Autobahn-Radien. Die Lenkung verbessert die Spurtreue nicht, sie ist sehr indirekt und im Ansatz ungenau. Bei schnellen Richtungswechseln und beim Rangieren verhärtet sie, da gibt es anderswo bessere Abstimmungen.

Der Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Einspritzung arbeitet mit angenehm gedämpftem Geräusch und nur geringen Vibrationen, seine harmonische Leistungsentfaltung ist überzeugend. 305 Newtonmeter Drehmoment stemmt er als Maximum schon bei 1800 Umdrehungen auf die Vorderräder, und das bleibt so bis 2500/min, oberhalb von 4000/min verlassen ihn die guten Geister. 203 km/h schafft der Diesel-Sonata, den Sprint von 0 auf 100 km/h bewältigt er in 10,7 Sekunden. Das ginge möglicherweise noch flinker, wäre da nicht die sehr ungenaue Schaltung des manuellen Sechsganggetriebes, die sich bei schnellen Wechseln schon mal in den Sackgassen der Kulisse verirrt.

Unschöne Rubbelgeräusche

Sechs Liter Diesel soll der Sonata 2.0 CRDi für 100 Kilometer verbrauchen. In der Praxis pendelt sich der Mittelwert eher bei knapp sieben Liter ein, was immer noch nicht viel ist. Schließlich wiegt die Mittelklasse-Limousine 1700 Kilogramm (Zuladung 450 Kilo). 70 Liter fasst der Tank. Das Kofferraumvolumen von 523 Liter ist der Klasse angemessen, und durch Umklappen der asymmetrisch geteilten Rückenlehnen im Fond lassen sich die Lademöglichkeiten erweitern. Dass Hyundai nicht an eine Griffmulde auf der Innenseite des Kofferraumdeckels gedacht hat, wollen wir als Versehen werten, wenngleich als grobes.

Die Bremsen arbeiten mit hinreichend definiertem Druckpunkt, allein nach dem Verzögern aus hohem Tempo entwickeln sie unschöne Rubbelgeräusche. Sonst gibt sich der Sonata leise und geschmeidig, der Fahrtwind lärmt bei Spitzentempo kaum und stört die gedämpfte Konversation an Bord nicht.

Nicht mehr als eine reisetaugliche Mittelklasse-Limousine

Entscheidende Argumente liefert Hyundai bei der Ausstattung. Die Version Premium bekommt alle liebenswerten Extras serienmäßig mit, darunter ESP, sechs Airbags, elektrische Verstellung der Vordersitze und der Außenspiegel, Lederpolster, Sitzheizung und ein Parkpilot hinten. Ein Tempomat ist nicht im Angebot, nicht mal gegen Aufpreis. Für die Metallic-Lackierung sind 490 Euro extra fällig, für das elektrische Schiebedach 940 und für eine Vierstufen-Automatik 1590 Euro.

So will der Sonata nicht mehr sein als eine reisetaugliche Mittelklasse-Limousine mit gutem Raum- und gehobenem Komfortangebot. Dass er in seinen Fahreigenschaften weniger straff ausgelegt wurde, als das derzeit vorherrschende sportliche Diktat es vorgibt, darf als angenehmes Alleinstellungsmerkmal gelten.

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