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Ford Mustang Das satte Blubbern der Legende

23.07.2009 ·  Wer „Mustang“ bei Google eingibt, bekommt 40 Millionen Treffer. Echte Kerle denken aber nur an die amerikanischen Wildpferde und manche an Ford Mustang. Im aktuellen Modell sind Anklänge zum Vorbild aus den sechziger Jahren unverkennbar.

Von Ute Kernbach
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Der Mustang gilt als Urvater der Muscle-Fahrzeuge. Seit 1964 wird er gebaut, 1973 folgte die zweite Generation. Von 1979 an war der Mustang nur noch ein Schatten seiner selbst, Plattformstrategien und Ideenlosigkeit im Design kennzeichneten den Mustang III. Ersparen wir uns die folgenden zehn Jahre und den Mustang IV. Seit 2004 baut Ford wieder einen Wagen, der es verdient hat, den Namen zu tragen. Im aktuellen Mustang sind Anklänge zum Vorbild aus den sechziger Jahren unverkennbar.

Warum der Sportwagen nie von Ford offiziell nach Deutschland exportiert wurde, bleibt eines der vielen Geheimnisse der amerikanischen Vertriebsstrategie - so es denn eine gibt. Man bekommt immer nur gesagt, es sei zu teuer, und lohnen würde es sich nicht.

Doch es gibt ja noch die freien Importeure. Einer von ihnen ist das Unternehmen Heimann & Thiel in Wuppertal, das sich seit mehr als 20 Jahren um Fahrzeuge aus Amerika kümmert. Die Kunden kommen aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern.

Mit langgezogener Haube, neuem Kühlergrill und kurzem Heck

Wir wollten wissen, ob ein Mustang eine Alternative zu einem der gängigen Sportwagen sein kann. Mit langgezogener Haube, neuem Kühlergrill und kurzem Heck präsentiert sich der frisch überarbeitete Viersitzer. Nicht nur äußerlich wirkt der 4,78 Meter lange, hinterradangetriebene Sportler - der als Coupé und Cabrio angeboten wird - kraftvoll, zwei verschiedene Motoren stehen zur Wahl. Eine 4,0Liter-V6-Maschine leistet 154 kW (210 PS) und erreicht ein maximales Drehmoment von 325 Newtonmeter.

Für eine Probefahrt durch das Bergische Land wählen wir ein rotes Mustang GT Cabriolet mit V8-Motor und Fünf-Gang-Automatik mit Overdrive (Option). Der V8 hat im neuen Modelljahr 15 PS mehr und bietet nun 231 kW (315 PS). Beide Motoren erfüllen Euro 5.

Im Wagen herrscht ein großzügiges Raumgefühl. Zwar ist die qualitative Anmutung des Interieurs nicht unbedingt auf höchstem Niveau, doch so amerikanisch lässig wie in man-

chen anderen amerikanischen Autos ist sie nicht. Das Cockpit ist klar gegliedert, und die Rundinstrumente im Retro-Stil sind prima ablesbar. Angenehm ist der - nach Cabrio-Maßstäben beurteilt - große Kofferraum (348 Liter Volumen).

Acht Zylinder und 4,6 Liter Hubraum

Das Stoffdach lässt sich nach dem Lösen der Verriegelung am Fensterscheibenrahmen elektrisch öffnen beziehungsweise schließen. Von acht Zylindern und 4,6 Liter Hubraum (433 Newtonmeter Drehmoment) ist einiges zu erwarten. Man wird nicht enttäuscht: Das Triebwerk blubbert schön und legt sich sofort mächtig ins Zeug, wenn gewünscht: Etwas mehr als fünf Sekunden vergehen, wenn mit voller Kraft aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt wird, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 238 km/h. Wer nach dem Verbrauch fragt: Der V6 nimmt nach der Norm 8,9 Liter, der V8 mehr als 11. In der Praxis werden das freilich mehr: 14 Liter auf 100 Kilometer zeigt nach unserer Ausfahrt der Bordcomputer.

Wem das zu teuer wird, der kann seinen Mustang direkt beim Kauf auf Autogas umrüsten lassen, mehr als die Hälfte der Kunden tun dies schon, erzählt Günther Thiel, der im Jahr rund 150 Mustangs verkauft.

Neue Stoßdämpfer, Federn und Stabilisatoren

Ein komplett überarbeitetes Fahrwerk, neue Stoßdämpfer, Federn und Stabilisatoren sollen beim Mustang 2010 für eine verbesserte Straßenlage sorgen. Außerdem haben jetzt alle Mustang-Versionen serienmäßig ABS und ESP. Da wir mit einem Porsche 911 Cabrio nach Wuppertal gefahren waren, liegt ein Vergleich nahe: Nicht nur in der Verwindungssteifigkeit ist der Porsche dem Ford um drei bis vier Längen voraus, allerdings kostet der Stuttgarter auch mehr als das Doppelte als der Mustang, der in Dearborn/Michigan gebaut wird.

"Viel Auto und viel Maschine für relativ wenig Geld, das reizt unsere Kunden", weiß Amerika-Spezialist Dieter Thiel. Der von uns bewegte Wagen hatte einen Endpreis von 44 468 Euro, inklusive elektrisch verstellbarer Ledersitze, einem Soundsystem mit CD-Wechsler (6-fach) sowie MP3-Player oder Klimaanlage.

Und der Einstieg in die Welt des Mustang-Fahrens geht noch wesentlich günstiger: Das V6 Coupé hat einen Basispreis von 28 650 Euro (als Cabrio 32 990 Euro). Da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Heimann & Thiel bietet alle Autos zulassungsfertig mit deutschem Fahrzeugbrief und zwei Jahren Garantie an.

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