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Ford Minivan C-Max Zum Glück hat er zwei Tanks

17.02.2009 ·  Der Ford C-Max CNG mit Erdgas und bivalentem Antrieb bietet eine hohe Reichweite, aber nur wenig Zuladung: Durch die 150-Kilogramm-Anlage beträgt sie nur noch 316 Kilo. Die Spareffekte halten sich trotzdem in Grenzen.

Von Michael Spehr
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Zwei Dinge hat Ford bei seinem Minivan C-Max mit Erdgasantrieb toll gemacht: Erstens bleibt bei der zwar ab Werk bestellbaren, aber von einem Unternehmen in Mainz nachgerüsteten Anlage der 55-Liter-Benzintank erhalten. Im Unterschied zum Opel Zafira 1.6 CNG und VW Touran 2.0 Eco Fuel, die beide nur einen kleinen Benzin-Reservetank mit 14 Liter aufweisen, kann man mit diesem „bivalenten“ Fahrzeug ohne Kalamitäten ins Ausland reisen, wo die Versorgung mit Erdgastankstellen noch schlechter ist als in Deutschland. Zweitens kennt das Navigationssystem die spärlich gesäten Zapfstellen, und diese Hilfestellung des elektronischen Kopiloten lernt man schnell zu schätzen.

Den C-Max gibt es seit 2005 mit Erdgasantrieb, anfangs musste er mit drei Tanks dafür auskommen, seit 2007 werden fünf der massiven Stahlbehälter für insgesamt 17 Kilogramm Gas eingebaut. Einer davon befindet sich unter dem Wagenboden, vier weitere niederflur unter der Kofferraumabdeckung: eine Lösung, die weitaus weniger gefällt als die durchgängige Unterflur-Konstruktion in Opel Zafira und VW Touran, entsteht doch beim C-Max CNG eine unschöne Stufe im Kofferraum. Dass sich damit das Stauvolumen reduziert und der mittlere der drei Fondsitze nicht mehr in Richtung Kofferraum zurückgeklappt werden kann, mag man hinnehmen. Weitaus problematischer ist die durch die 150-Kilogramm-Anlage reduzierte Zuladung: Sie beträgt nur noch 316 Kilo, was für einen Minivan geradezu peinlich ist.

Die vier Leuchtdioden führen notorisch in die Irre

Die Integration der nachgerüsteten Gasanlage ins Cockpit hat bei Ford den Charme einer Bastellösung: In der Mittelkonsole ist eine Taste für das Umschalten zwischen CNG- und Benzinbetrieb zuständig, vier kleine Leuchtdioden zeigen den Füllstand der Gastanks. Der Bordcomputer richtet sich bei der Schätzung der Reichweite allein nach dem Füllstand des Benzintanks, und der aktuelle Erdgasverbrauch wird auf das Äquivalent von Benzin umgerechnet, wobei kuriose Ergebnisse zustande kommen.

Auch die vier Leuchtdioden führen notorisch in die Irre, nicht nur bei unserem Testfahrzeug, sondern laut zahlreicher Klagen im Internet generell. Mal leuchteten bei uns alle vier Lämpchen, obwohl der Tank nur noch zu einem Viertel gefüllt war, mal schaltete die Anzeige wahllos zwischen halbvoll und voll um. Man muss sich also allein auf den Kilometerzähler verlassen.

Das Umschalten aufs Gas ist deutlich hörbar

Zwischen Erdgas und Benzin lässt sich jederzeit umschalten, allerdings läuft der Motor die ersten Minuten nach dem Anlassen stets mit Benzin. Das Umschalten aufs Gas ist mit einem lauten Zischen und Klacken deutlich hörbar, und danach sollte man noch einige Minuten auf abrupte Vollgasmanöver verzichten, denn dann gibt es einen kurzen Ruckler (nur im Gasbetrieb, ebenfalls ein bekanntes Problem).

Die CNG-Nachrüstung ist für den Zweiliter-Vierzylinder mit manuellem Fünfganggetriebe lieferbar. Bietet der Motor im Benzinbetrieb 107 kW (145 PS) und ein maximales Drehmoment von 185 Newtonmeter bei 4500/min, sinkt die Leistung im Erdgasbetrieb auf 93 kW (126 PS) und 156 Newtonmeter.

80.000 Kilometer fahren, bevor sich der Aufpreis lohnt

Die Höchstgeschwindigkeit geht von 203 auf 193 km/h zurück, und bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h vergehen elf statt zehn Sekunden. Mit dem C-Max CNG ist man also durchweg flotter unterwegs als mit dem sehr gemächlichen Erdgas-Opel. In Sachen Elastizität wünscht man sich dann aber doch etwas mehr Leistung. Aus dem Drehzahlkeller kommt der Ford nicht sehr flink heraus, beim Beschleunigen von 80 auf 120 km/h vergingen im fünften Gang 25 Sekunden. Um auf der Autobahn Geschwindigkeiten von mehr als 150 km/h zu erreichen, muss man sich in Geduld üben.

Der Ford C-Max CNG genehmigte sich bei uns üppige 7,1 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer, damit ist die lästige Tankstellensuche alle 240 Kilometer angesagt. Zugegeben: Wer auf der Autobahn lange Strecken mit 130 km/h fährt, kommt auch mit 6,5 Liter aus. Die Spareffekte des alternativen Antriebs halten sich trotzdem in Grenzen, sie betragen rund vier Euro auf 100 Kilometer. Man muss also erst 80.000 Kilometer fahren, bevor sich der Aufpreis von 3275 Euro amortisiert hat. So ist kurioserweise der vollwertige Benzintank und die damit verbundene hohe Gesamtreichweite von 700 bis 800 Kilometer der größte Vorzug dieses Erdgasfahrzeugs.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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