16.03.2009 · Der Ford Focus RS erlebt seine Neuauflage, mit Aufmerksamkeit heischendem Dachspoiler und - wer möchte - in metallisch schimmerndem Quietschgrün. Fest steht, der vergleichsweise günstige Preis wird Interesse wecken.
Von Michael KirchbergerAufmerksamkeit heischender Dachspoiler und – wer möchte – metallisch schimmerndes Quietschgrün: Der Ford Focus RS erlebt seine Neuauflage. Sein aufgeladener 2,5-Liter-Fünfzylindermotor liefert die passende Leistung, 224 kW (305 PS) treiben den schnellsten Serien-Ford munter voran. Der Kompaktsportler mit einer gewissen Alltagstauglichkeit soll im April an den Start gehen und 33.900 Euro kosten.
Der vergleichsweise günstige Preis – ein Porsche Cayman ist weniger stark und schnell, aber rund 15.000 Euro teurer – wird Interesse wecken. Der Freundeskreis kräftiger Kompaktautos mag geschrumpft sein, vital ist er dennoch. Immerhin setzt der RS eine Tradition fort. 1979 debütierte der Focus-Vorgänger Escort in einer kräftigen Version Mexiko, ein Jahr später folgte der Capri RS. Seitdem sind rund 112.000 Fahrzeuge in Bolidenbauweise verkauft worden. Die jüngste, ausschließlich als Zweitürer erhältliche Ausgabe soll in diesem Jahr noch gut 650 Sportfreunde begeistern.
In 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Der frontgetriebene Wagen bietet feinste Technik aus dem Motorsport. Das stramme Fahrwerk mindert zwar das Langstreckenvergnügen, verdaut aber die gewaltigen Kräfte souverän. 1468 Kilogramm wiegt der schnelle Ford laut Werksangaben, beschleunigt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 263 km/h. Die sorgfältige Abstimmung des Warner-Turboladers sorgt dabei für einen frühen Aufbau des Drehmoments. Schon bei 1500 Umdrehungen in der Minute melden sich gut 170 Newtonmeter zum Dienst, das Maximum von 440 Nm steht zwischen 2300 und 4500/min bereit. Die Harmonie im Antriebsstrang steigert das manuell geschaltete Sechsganggetriebe, damit ist der Focus RS nicht nur auf der Nordschleife des Nürburgrings gut unterwegs, sondern auch auf dem Boulevard der Großstadt.
Weniger alltagstauglich sind die Recaro-Schalensitze (ohne Klimmzüge an der Dachkante sind das Ein- und Aussteigen kaum zu bewältigen) und vor allem der Spritverbrauch. 9,4 Liter Super Plus will der RS für 100 Kilometer. Und dieser Wert kann bei artgerechter Bewegung erheblich überboten werden. Dass das Tankvolumen von 55 auf 62 Liter vergrößert wurde, ist höchstens ein kleiner Trost.
Zusatzinstrumente informieren über die Vitalität des Motors
Die verstärkten Bremsen sind standfest, die Ausstattung ist standesgemäß. Die mächtige Schnauze unter der Motorhaube lässt den RS tief durchatmen und verschafft dem Motor Kühlung, die Einlassöffnungen sind mit Metallgittern bewehrt. Unter dem Heck zerstreut ein Diffusor störendes Wirbeln der Luft, die beiden faustdicken Auspuffrohre schließen den martialischen Auftritt ab.
Zusatzinstrumente auf dem Armaturenbrett informieren über die Vitalität des Motors, außerdem hat der Focus RS unter anderem CD-Radio, Klimaautomatik, Bi-Xenon-Licht, getönte Scheiben, Bordcomputer und Leichtmetallräder. Wer den Sport-Ford richtig in Szene setzen will, zahlt für den grünmetallischen Lack 1230 Euro Aufpreis und weitere 650 Euro für die weiße Lackierung der Räder. Enthusiasten wird das nicht schrecken. Dick aufgetragene Schminke gehört in dieser Klasse dazu.