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Sonntag, 12. Februar 2012
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Fahrtbericht Subaru Outback Wie ein Obelix mit vier Rädern

10.02.2010 ·  Der Outback ist der Latzhosen-Bruder des feiner gewandeten Legacy Kombi von Subaru. Dank kräftigem Motor und einer Federung, die für harte Stöße ausgelegt ist, lohnt sich der Ausflug jenseits der befestigten Straßen.

Von Gerold Lingnau
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Groß, stark, verfressen und gutmütig (solange keine Römer in der Nähe sind) - das Obelix-Profil ist jedem geläufig. Nach einem Obelix auf vier Rädern braucht man nicht lange zu suchen: Der Subaru Outback bietet sich dafür trotz seiner eher australischen als gallischen Assoziationen gern an. Knapp 4,80 Meter Länge sind fast E-Klasse-Maß, und bei 1,61 Meter Höhe ragt er weit genug über den Rest der Personenwagen hinaus, dass man ihn auf dem Supermarkt-Parkplatz rasch wiederfinden kann.

Da ist er ohnehin in seinem Element: 526 Liter Kofferraum reichen für mehr als ein Wildschwein, wenn man es denn dort kaufen kann (und wenn kein Subaru Forester böse Blicke wirft, denn das Ressort Wild und Hund bearbeitet eigentlich er), und in die fast 1700 Liter Volumen bei umgeklappten Rückbanklehnen - auch wegen des fehlenden Reserverads - passen zusätzlich ein paar sperrige Einkäufe mühelos dazu. Pflichtübungen für einen Kombi, gewiss. Aber der Outback ist mehr als ein solcher mit Allradantrieb. Er ist eine Persönlichkeit.

Das sieht man auch bei Subaru so und hat beim jüngsten Facelift nur ein bisschen an seiner Garderobe gezupft. Ein paar Änderungen an Kühlergrill und Rückleuchten, eine Auswahl neuer Karosseriefarben und innen einige Retuschen - das musste genügen, denn ein Original kann man nicht origineller machen. So blieb es bei der insgesamt imposanten Erscheinung des Outback, die sich nicht nur im großzügigen Laderaum widerspiegelt, sondern ebenso im Inneren.

Hat man durch die mächtigen Türen erst einmal den sehr hohen Schweller überklettert, sitzt man vorn wie hinten in aller Bequemlichkeit - Bein- und Kniefreiheit, Kopfraum, Lehnen- und Kopfstützenhöhe, Sitztiefe, alles bestens. Die Bank hinten ist freilich zu nahe am Boden, und ihre Breite genügte vollauf für drei Personen, wenn da nicht der (beim Allradantrieb kaum zu vermeidende) ausladende Mitteltunnel wäre.

Die Teilleder-Bezüge, die in den oberen Ausstattungslinien serienmäßig sind, sehen nicht nur arg synthetisch aus, sondern sind auch speziell im Winter nicht angenehm - vor allem im Fond, wo es keine Sitzheizung gibt. Die Anmutung im Innenraum ist ohnehin mehr praktisch als luxuriös, aber das muss bei einem Alltagshelden wie dem Outback nicht stören.

Erfreut registriert der Fahrer die für heutige Begriffe gute Übersichtlichkeit der Karosserie mit ihren großen Fensterflächen, doch beim Rückwärtsfahren ist er doch dankbar für die Heckkamera, die (einschließlich schlüssellosen Zugangs und Starts) zum DVD-Navigationssystem mitgeliefert wird, wofür 3000 Euro berechnet werden.

Fast für Lastwagen geeignet sind die Außenspiegel, aber leider nicht asphärisch gegen den toten Winkel. An der Zweizonen-Klimaautomatik missfallen allein die anhaltend lauten Gebläsegeräusche. Und mit seinem Xenon-Abblendlicht traut sich der Outback erst zaghaft in die längst zur Gegenwart gewordene Zukunft des Beleuchtungswesens.

Boxermotor für niedrigen Schwerpunkt

Subaru ist nicht nur ein Protagonist des Allradantriebs für Personenwagen, sondern auch ein Verfechter des Boxermotors, jener Bauart mit zwei flach gegenüberliegenden Zylinderreihen, die durch den VW Käfer populär wurde. Seine Vorteile sind der schwingungsarme Lauf und die geringe Bauhöhe, die den Schwerpunkt des Wagens niedrig hält.

Der 2,5-Liter-Benziner im Outback (außerdem gibt es noch einen ebenfalls vierzylindrigen Diesel mit 2 Liter Hubraum und einen 3,6-Liter-Sechszylinder) leistet 123 kW (167 PS) und kann jetzt wie der Diesel mit einem neu entwickelten stufenlosen Automatikgetriebe (CVT) namens Lineartronic kombiniert werden. Zum optimalen Anfahren aus dem Stand verhilft dann ein hydraulischer Drehmomentwandler.

Die Spreizung der Übersetzungen ist mit 6,3:1 deutlich größer als beim handgeschalteten Sechsganggetriebe (4,9:1), und das ermöglicht einerseits niedrige Drehzahlen bei hohem Tempo, andererseits langsames Fahren auf sehr schlechten Wegen oder in tiefem Schnee, für das der Outback mit 20 Zentimeter Bodenfreiheit durchaus geeignet ist. Manuell kann man (auch mit Paddeln am Lenkrad) sechs feste Übersetzungen wählen, doch das hat nur selten Sinn, da der Automatikmodus fast immer niedrigere Drehzahlen einregelt: Er hält den Motor möglichst im wirtschaftlichsten Bereich des Kennfelds und wirkt sich so auch segensreich auf den Verbrauch aus.

Den Durchschnittsverbrauch versaut

Der war allerdings, bei fast 1,6 Tonnen Leergewicht und dem beträchtlichen Luftwiderstand des Outback, von Obelixscher Verfressenheit geprägt: 11,6 Liter Super je 100 Kilometer im Mittel, auf der Autobahn je nach Tempo zwischen 12 und 14 Liter. Das ist leider alles andere als zeitgemäß, und da hilft auch das interessante Instrument im Armaturenbrett wenig, das meldet, ob und wie sehr man den vom Bordcomputer angezeigten Durchschnittsverbrauch gerade verbessert oder versaut. Bei diesen Trinksitten ist der 65-Liter-Tank jedenfalls kein Luxus.

Dafür liefert der Motor durchaus starke Fahrleistungswerte: 193 km/h Höchstgeschwindigkeit und 9,5 Sekunden Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h. Er grummelt gut gedämpft vor sich hin und wird allenfalls beim Beschleunigen mit seinem CVT-bedingt gleichförmigen Geräusch lästig.

Hölzern stelzen und wanken

Bleibt noch der Gutmütigkeit des massigen Vorbilds Obelix nachzuspüren. Sie kommt im Fahrverhalten des Outback zu schönstem Ausdruck. Er erwartet eher Gelassenheit von seinem Fahrer als nervöses Hasten, und er honoriert es auch. Sein permanenter Allradantrieb, dessen Mittendifferential die Kraft im Normalfall hälftig auf die beiden Achsen verteilt und erst bei Schlupf davon abweicht, ist nicht nur im Tiefschnee dieses Winters ein Trumpf.

Er verhilft dem Subaru auch auf trockenen Straßen zu einem ausgeglichenen, leicht untersteuernden Kurvenverhalten und zu tadellosem Geradeauslauf bei hoher Autobahngeschwindigkeit (die aber den Insassen wegen der hohen Windgeräusche zur Last fällt). Das gut auf den Vierradantrieb abgestimmte ESP, hier VDC genannt, packt nicht zu früh, aber rechtzeitig und dann hart zu.

In der Stadt schätzt man die leichtgängige, aber präzise Lenkung und den lobenswert engen Wendekreis. Die Bremsen lassen sich nichts nachsagen - außer einem schwammigen und wandernden Druckpunkt am Pedal. Abstriche ebenso beim Federungskomfort: Der Outback stelzt ziemlich hölzern über kleine Unebenheiten und neigt zum Wanken, grobe Stöße steckt er dagegen besser weg, ohne Durchschlagen oder lautes Poltern.

Eindrucksvolle Statur und reichhaltige Ausrüstung

Der 2.5i wird zum Basispreis - Version Trend - von 35.200 Euro angeboten. 1800 Euro mehr kostet der Active, und für die Spitzenversion Comfort müssen weitere 2100 Euro dazugelegt werden. Das stufenlose Getriebe schlägt mit 2000 Euro zu Buche, und beim Topmodell 2.5i Comfort Navigation sind schließlich 44.100 Euro beisammen.

Dafür bekommt man nicht nur einen Kombi von eindrucksvoller Statur, sondern auch eine reichhaltige Ausstattung. Der Sicherheit dienen sechs Airbags, zwei Isofix-Kindersitzhalter, Niveauregelung an der Hinterachse und Berganfahrhilfe, den Fahrer unterstützen Geschwindigkeitsregler, Licht- und Regensensor. Serienmäßig sind auch Glasschiebedach, Sechsfach-CD-Wechsler, Bluetooth-Freisprechanlage, Bordcomputer, Multifunktionslenkrad und Dachreling, so dass als Aufpreis-Extra nur noch der Metallic-Lack (für moderate 490 Euro) übrig bleibt. Die hohe Kundenzufriedenheit, deren sich die Marke Subaru traditionell erfreut, ist inklusive - aber die ist auch nicht für Geld zu haben.

Daten und Messwerte

Empfohlener Preis 41.100 Euro
Preis des Testwagens 44.590 Euro

Vierzylinder-Boxer-Ottomotor, vier Ventile je Zylinder, 2457 Kubikzentimeter Hubraum

Leistung 123 kW (167 PS) bei 5600/min

Höchstes Drehmoment 229 Nm bei 4000/min, mindestens 90 Prozent davon ab 1700 bis 5700/min

Stufenloses Automatikgetriebe (Serie: manuelles Sechsganggetriebe)

Permanenter Allradantrieb

Länge/Breite/Höhe 4,78/1,82/1,61 Meter

Radstand 2,75, Wendekreis 11,4 Meter

Leergewicht 1533 (tatsächlich 1580), zulässiges Gesamtgewicht 2040, Anhängelast 1800 Kilogramm; Kofferraumvolumen 526-1677 Liter

Reifengröße 225/60 R 17 99 V

Höchstgeschwindigkeit 193 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 9,5 s

Verbrauch 10,9 bis 12,6, im Durchschnitt 11,6 Liter Super je 100 km; 194 g/km CO2 bei Normverbrauch von 8,4 Liter; Tankinhalt 65 Liter

Versicherungs-Typklassen HP 19, TK 23, VK 23

Garantie 3 Jahre oder 100.000 Kilometer, auch auf Lack (ohne Kilometerbegrenzung), 12 Jahre gegen Durchrostung, Mobilitätsgarantie unbegrenzt bei autorisiertem Service, Wartung alle 30.000 km oder zweijährlich

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