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Samstag, 11. Februar 2012
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Fahrtbericht Chevrolet Spark Funkenmariechen für die Stadt

20.07.2010 ·  Wir haben uns daran gewöhnt, dass unter dem Namen Chevrolet jetzt auch Kleinwagen vermarktet werden. Der kleine Spark ist eine zündende Idee für die City. Nur schade, dass der Motor so schwach ist und die Schaltung so knochig.

Von Michael Kirchberger
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Aus dem Kleinwagen Matiz hat Chevrolet jetzt den knuffigen Spark (Funke) gemacht. Auf knappem Radstand gibt der Viertürer vor allem auf der Kurzstrecke eine gelungene Vorstellung. Die 50 kW (68 PS) starke Basisversion ist schon für 8990 Euro zu haben.

Dafür bekommt man eine gar nicht frugale Ausstattung, aber einen etwas kurzatmigen Einlitermotor. Das Spitzenmodell des 3,65 Meter langen Viertürers mit einem 60 kW (82 PS) leistenden 1,2- Liter-Vierzylinder-Benziner kostet schon 12.690 Euro. Der sollte der vornehmlichen Aufgabe des städtischen Funkenmariechens genügen: Mobilität im urbanen Umfeld bereitstellen.

Design
Der kleinste Chevrolet wird wie viele seiner Verwandten für Europa in Korea gefertigt und versteckt seine Türen zum Fond geschickt. Deren Griffe verschwinden optisch im Schwarz der Fensterumrahmung, das gibt der Karosserie mit ihrem kurzen Vorderwagen und dem steilen Heck einen wohltuenden Schliff.

Fast übergroße, weit bis zur Frontscheibe gezogene Scheinwerfergehäuse und ausgestellte, die Kotflügel betonende Radläufe gehören zu den weiteren optischen Außergewöhnlichkeiten des Spark. Die Fensterlinie verjüngt sich nach hinten, sie harmoniert mit den ausgeprägten Türschwellern, die für optische Dynamik sorgen. Am Heck dominieren Klarglasleuchten und der über die Heckscheibe ragende Dachspoiler, zur Silhouette gehört eine in dieser Klasse seltene Dachreling.

Die Türen drei und vier will man nach einer ersten Bekanntschaft nicht missen. Sie erleichtern das Einsteigen der Fondpassagiere, helfen aber auch beim Verstauen kleiner Einkäufe. Denn die Heckklappe kann man nur mit dem Schlüssel oder über eine Fernentriegelung links vor dem Fahrersitz öffnen. Ihr fehlt auch eine Griffmulde, die beim Schließen hilfreich wäre. Sie soll nach Angaben von Chevrolet jetzt aber doch in die Serienfertigung einfließen.

Sitze
Auf alle Plätze gelangt man im Spark mühelos. Vorn wie hinten geht das ohne Verrenkungen, die glatten Sitzpolster erlauben außerdem ein geschmeidiges Hineingleiten. Von Nachteil ist das jedoch bei Kurvenfahrten. Da rutschen Chauffeur und Mannschaft hin und her, der Seitenhalt ist sehr gering. In Verbindung mit der deutlichen Karosserieneigung ziehen die glatten und kaum konturierten Sitze den Spaß am Kurvenfahren nahezu auf null herunter.

Ergonomie
Ohnehin findet der Fahrer nicht auf Anhieb eine passende Sitzposition. Das liegt vor allem am Lenkrad, dessen griffiger Kranz zwar gut in der Hand liegt, das aber nur in der Höhe verstellbar ist. So ist stets der Kompromiss gefragt, einen angemessenen Abstand zum Volant und zur Pedalerie zu finden. Wenn der Sitz halbwegs angenehm eingestellt ist, gerät das rechte Knie immer wieder in Kontakt zur Mittelkonsole, wo oben die Bedienung der serienmäßigen Audio-Anlage und unten die Drehsteller der automatischen Klimaanlage positioniert sind. Ungewollt schaltet das Knie hin und wieder den Ventilator aus, die Ergonomie ist im Spark keine besonders gewichtete Disziplin.

Ablagen
Besser sieht es da mit den Ablagen aus. Türtaschen und Handschuhfach haben praxisgerechte Größen, Becherhalter und kleine Vertiefungen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ergänzen das Ensemble. Einzig die Ablage über dem Handschuhfach taugt nichts. Sie ist wie die Intarsien in den Türen und an der Mittelkonsole aus silberfarbenem Kunststoff gefertigt, der so glatt wie ein Babypopo ist. Das schmeichelt bei Berührung, hält aber in Kurven nichts an seinem Platz.

Armaturen
Die Armaturentafel ist glatt und mit haptisch angenehmen Bezügen gefertigt. Am Fahrerplatz informiert ein arg technisch gestaltetes Kombiinstrument über Tempo und Drehzahl. Die Geschwindigkeit wird auf herkömmliche Weise auf einer eher grob strukturierten Skala, die Tourenzahlen der Maschine mit einer ansteigenden Kurve in Leuchttechnik quasi analog angezeigt. Außerdem gibt ein Bordcomputer Hinweise auf Reichweite, Fahrzeit und zurückgelegte Strecke.

Kofferraum
Der Kofferraum des kleinen Chevrolet hat ein gerade noch artgerechtes Format. 170 Liter passen hinein, zwei Wasserkästen füllen ihn nahezu vollständig aus. Das Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen – was sehr leicht von der Hand geht – steigert das Volumen auf maximal 568 Liter.

Um jedoch eine etwas ebenere Ladefläche zu erhalten, müssen die Sitzflächen zusätzlich nach vorn geklappt werden. Diese Übung erfordert etwas mehr Zeit, denn erst wenn die Kopfstützen im Fond demontiert wurden, kann man die Lehnen in Position bringen. Verarbeitung und sichtbare Verlegung von Kabeln unter der Rückbank wirken außerdem nicht sonderlich ansprechend.

Motor
Mit leichtem Nörgeln springt der Vierzylinder an, im Leerlauf knurrt er leise, ohne beim Fahrer auch nur ansatzweise Begeisterung zu wecken. Der erste von fünf handgeschalteten Gängen rastet mühelos, wenn auch von harter Kulisse geführt, ein. Beim allerersten Versuch des Anfahrens macht der Spark in der Regel einen kleinen Satz – und bleibt mit abgestorbenem Motor stehen.

Von üppigen Drehmomenten verwöhnten Chauffeuren fällt das Zusammenspiel von Gas und Kupplung im kleinen Chevrolet nicht leicht, schnell heult die Maschine auf, wenn man die Blamage des Abwürgens keinesfalls wiederholen will. Der Motor arbeitet laut und ohne langen Atem, vor allem zwischen 3000 und 4000 Umdrehungen in der Minute macht er einen Höllenlärm, der die Unterhaltung an Bord erschwert.

Die geringe Durchzugskraft schlägt sich in langen Beschleunigungszeiten nieder. Die versprochene Sprintzeit von 0 auf 100 km/h in eher kurzen 12,1 Sekunden schafft nur, wer sehr flink schaltet und die Gänge ordentlich ausdreht. Die Elastizitätsprüfung von 50 bis 100 km/h im vierten und fünften Gang von mehr als 18 und 25 Sekunden zeugt von nur verhaltener Agilität.

Verbrauch
Beim Verbrauch kann der Spark LT ebenfalls nur mäßig erfreuen. Die hohen Drehzahlen, die für das zügige Vorwärtskommen nötig sind, fordern ihren Tribut. 5,9 Liter Super für 100 Kilometer sind beileibe keine Meisterleistung.

Lenkung
Die Lenkung ist eher indirekt, aber erleichternd servounterstützt. Vor allem der kleine Wendekreis macht den Spark zum König der Innenstadt, die kompakten Maße erlauben wieselflinkes Manövrieren in dichtem Verkehr und die Nutzung manch einer Parklücke, die anderen zu eng erscheint.

Bei zügigerer Fahrt, wenn nach stattlicher Anlaufstrecke die Höchstgeschwindigkeit von 164 km/h anliegt, hält es den Spark dagegen schwer in der Spur. Fahrbahnunebenheiten, Seitenwind oder schon ein Überholer bringen den Kleinwagen schnell aus der Fassung, der kurze Radstand ist der Hauptgrund für den nervösen Geradeauslauf. Federung und Bremsen sind der Klasse angemessen, sie fallen nicht durch Unartigkeiten auf.

Ausstattung
Die Spitzenausstattung LT mit dem stärkeren der beiden Vierzylinder-Benziner erhöht den Preis im Vergleich mit dem Grundmodell um immerhin 3600 Euro. Dafür gibt es mehr Leistung, vor allem aber eine nahezu komplette Ausstattung. Extra bezahlt werden müssen die Metallic-Lackierung (390 Euro) und das ESP (300 Euro), das serienmäßig in keiner Spark-Version anwesend ist.

ABS, sechs Airbags, die automatische Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel und ein CD-Radio samt Bordcomputer erfüllen die Alltagsansprüche nach Komfort und Sicherheit auf der Kurzstrecke.

Fazit
Für Autofahrer, die lange Distanzen selten oder gar nicht in Angriff nehmen, kann der Spark ein adäquates Fortbewegungsmittel sein.

Daten und Messwerte

Empfohlener Preis 12.690 Euro
Preis des Testwagens 13.380 Euro

Vierzylinder-Benzinmotor, vier Ventile je Zylinder, 1206 Kubikzentimeter Hubraum

Leistung 60 kW (82 PS) bei 6400/min

Höchstes Drehmoment 111 Nm bei 4800/min, 90 Prozent davon ab 3200 bis 5000/min

Manuelles Fünfganggetriebe ( Automatik nicht ím Angebot)

Antrieb auf die Vorderräder

Länge/Breite/Höhe 3,64/1,6/1,55 Meter

Radstand 2,38, Wendekreis 10 Meter

Leergewicht 983 (tatsächlich 990), zulässiges Gesamtgewicht 1360 Kilogramm, keine Angabe zur Anhängelast, Kofferraumvolumen 170 bis 568 Liter

Reifengröße 165/60 R 15 77T

Höchstgeschwindigkeit 164 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 12,1 s; von 50 auf 100 km/h im 4./5. Gang in 18,4/25,9 s

Verbrauch 4,6 bis 7,5, im Durchschnitt 5,9 Liter Super je 100 km; 119 g/km CO2 bei Normverbrauch von 5,1 Liter; Tankinhalt 34 Liter

Versicherungs-Typkl. HP 17, TK 19, VK 14

Garantie drei Jahre bis 100.000 Kilometer, drei Jahre auf Lack, 6 Jahre auf Durchrostung, Wartung jährlich oder alle 15.000 Kilometer, Mobilitätsgarantie

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