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Fahrtbericht Citroën DS5 Dem großen Vorbild auf der Spur

 ·  Die Innenraumgestaltung des DS5 erinnert stark an das Design eines Flugzeug-Cockpits. Fürs Auto taugt das nur bedingt, zumal Turbulenzen serienmäßig an Bord sind und die Fluglotsen nicht immer im Bilde. Die Göttin bleibt so unerreicht.

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© Hersteller Fahrtbericht Citroën DS5: Dem großen Vorbild auf der Spur

Ein Auto, das die Buchstaben DS in der Modellbezeichnung führt, tritt ein schweres Erbe an. Noch heute träumt die Autowelt von der revolutionären DS (1955 bis 1975), und selbst 2012 zehrt die Marke immer noch von dem Ruf der „Göttin“.

Nicht umsonst hat man das Kürzel unlängst wiederbelebt. Der DS5 krönt jetzt im Hier und Heute das Angebot der DS-Baureihe, die außerdem aus DS3 und DS4 besteht. Als DS5 HDi 165 gibt er seine Motorkraft über ein Automatikgetriebe an die Vorderräder weiter. 39.290 Euro kostet er in der besten Ausstattung, „Sportchic“ genannt.

Design Außen

Wohl weil „DS“ nicht irgendein Auto heißen kann, wuchert der Citroën mit Formen. Als hätte er beim Verteilen von Schwellern und Hutzen zweimal hier gerufen, zieren entlang der Karosserie immer wieder Chromspangen, Sicken und Kanten seine Gestalt. Die Fensterlinie verspringt am hohen Heck, das gibt ihm fast die Optik eines Kombis.

Design Innen

Innen geht es noch gewagter zu. Findet der Instrumententräger mit hinreichend gut ablesbarem Drehzahlmesser und Tacho noch Zustimmung, scheiden sich an der Verteilung von Tasten und Schaltern die Geister. Eine ganze Reihe von ihnen wurde an dem in Längsrichtung am Dachhimmel verlaufenden Träger plaziert, der den Innenraum gemeinsam mit einer üppigen Mittelkonsole in eine linke und eine rechte Hälfte teilt.

Zusammen mit den insgesamt drei getrennt mit Rollos verschließbaren Glasdächern (jeweils eins für Fahrer und Beifahrer sowie die Fondpassagiere) entsteht so die Anmutung eines Flugzeug-Cockpits. Mit allen denkbaren Risiken und Nebenwirkungen, denn die Bedienung über Kopf erschließt sich keineswegs intuitiv, das Studium der Beschriftung scheitert an kleinster Symbolik.

So kommt es auch nach Tagen noch regelmäßig zu Fehlbedienungen, das Einstellen der kleinen Plastikscheibe, die als Head-up-Display über den Instrumenten Tempo und Wegweisung näherbringen soll, gerät zum Ablenkungsmanöver.

Sicht

Dazu verärgert der DS5 durch seine Unübersichtlichkeit. Die Haube vorn verschwindet vollständig aus dem Blickfeld, die zweigeteilten A-Säulen mit ihren winzigen Behelfsfenstern behindern die Aussicht eher. Und die Gestalter haben das Fenster der Heckklappe horizontal geteilt, ein Spoiler schränkt die Sicht hier arg ein. Glücklicherweise gehört im Spitzenmodell eine Rückfahrkamera zur Grundausstattung.

Platzangebot

Ausreichenden Platz finden alle Mitfahrer trotz des tunnelartig geschnittenen Innenraums mühelos. Knie, Füße und der Kopf der hinten Sitzenden fahren mit, ohne irgendwo störend anzustoßen, der Chauffeur kann seinen Sitz elektrisch in die passende Position rücken und freut sich über ein griffiges, unten abgeflachtes, mit Leder bezogenes Lenkrad. Das aber will mit Nachdruck bewegt werden.

Fahrverhalten

Die Lenkung ist schwergängig und vermittelt daher wenig Fahrgefühl, die Federn und Dämpfer halten Komfort für ein Fremdwort. Jeder Kanaldeckel, der vor dem Wagen auftaucht, lässt die sichere Vorahnung entstehen: Jetzt werden wir gleich wieder ordentlich durchgeschüttelt. Der DS5 lässt Frankreich auf die harte Tour erleben.

Motor

Zarter, aber beileibe nicht kraftlos geht der Vierzylinder-Diesel ans Werk. Auf Knopfdruck erwacht er zum Leben, läuft leise und ohne nennenswerte Vibrationen. Der Motor reagiert spontan und jenseits von etwa 1500 Umdrehungen in der Minute mit nachhaltiger Kraft, erst bei rund 4000/min wird der Selbstzünder müder. 340 Newtonmeter stehen als Drehmomentspitze bei 2000/min bereit, den strammen Vortrieb bremst die sechsstufige Automatik nicht.

Getriebe

Im Gegenteil, sie wechselt die Übersetzungen beim Beschleunigen mit einfühlsamer Hingabe, kein Ruckeln ist dabei zu spüren. Und sie schaltet bei Bergabfahrten nicht zu früh in höhere Stufen und lässt die bremsende Kraft des Motors wirken. Die Agilität ist eine vornehme Tugend des DS5, vom gelassenen Dahingleiten bis zum vehementen Spurt beherrscht sein Diesel das Repertoire meisterlich.

Verbrauch

Weniger sorgsam geht der Motor mit dem Treibstoff um. Zwar lesen sich die Normwerte tadellos, in der Praxis verlangt der Selbstzünder jedoch mehr als ein Quentchen zusätzlich. Selbst bei verhaltenster Fortbewegung waren die angegebenen fünf Liter nicht zu erreichen, den Konsum auf über acht Liter für 100 Kilometer zu treiben, bedarf keiner Anstrengung.

Aus der Schatzkammer der Verbrauchsoptimierung ist keine der gängigen Preziosen an Bord. Weder eine Start-Stop-Automatik noch die Energie-Rückgewinnung beim Bremsen wird genutzt. Hier verweist Citroën auf die Hybrid-Ausführung des DS5, als wäre Treibstoffsparen kein Anreiz für alle Modelle.

Lautstärke

Die Windgeräusche werden bei mehr als 140 km/h deutlich hörbar, die Falten und Kanten des Blechkleids, wohl auch das Lukentrio im Dach, erzeugen kräftiges Rauschen. Dennoch ist der Innenraum fein gedämmt, es herrscht bei gemäßigtem Tempo eine ruhige Atmosphäre.

Verarbeitung

Die gefällige Materialwahl und die sorgfältige Verarbeitung hält Citroën nicht lückenlos durch. Die zweiteilige Hutablage über dem Kofferraum ist nicht nur unpraktisch und sperrig, sondern sie macht auch einen nicht besonders soliden Eindruck. Was wir in Anbetracht von Anspruch und Preisgestaltung des DS5 ein wenig übelnehmen.

Kofferrraum

Darunter verbirgt sich ein Transportvolumen von ordentlichen 468 Liter, das ist ausreichend Stauraum für die alltäglichen Einkäufe oder die Fahrt ins Wochenende. Lehnen und Sitzflächen der Rückbank lassen sich leicht und deshalb mühelos umklappen, die Kofferraumvergrößerung ist einfach, wenn auch das höchstmögliche Volumen (1288 Liter) nicht üppig ist.

Ausstattung

Die Ausstattung des DS5 ist in der sportschicken Version sehr reichhaltig. Von Beheizungen vorn und Lederbezügen der Sitze bis hin zur Massagefunktion des Fahrer-Fauteuils, es ist im Citroën gut Platz nehmen. Gestartet und entriegelt wird schlüssellos, den Spurhalte-Assistenten gibt es im Paket mit dem Fernlichtwächter für 590 Euro. Teuer ist die Metalliclackierung für 700 Euro, da mutet das Denon-HiFi-System für 500 Euro fast wie ein Sonderangebot an.

Fazit

Der Drang zum Anderssein gelingt dem DS5 vor allem formal. Kriterien wie Komfort, Ökonomie und Funktionalität zählen nicht zu seinen lobenswerten Eigenschaften. Das haben Flugzeugbauer deutlich besser lösen können. Ein Auto, davon sind wir überzeugt, sollte besser auf dem Boden der Tatsachen bleiben: auf der Straße. Dem Flair der DS ist man irgendwie auf der Spur, mehr aber auch nicht. Die Aufgabe, einer „Göttin“ (von déesse, Göttin, klingt im Französischen wie DS) gerecht zu werden, ist aber wohl zu viel verlangt. Citroën bewegt sich mit dieser neuen DS-Reihe im Grenzbereich.

Nächste Woche: Hyundai ix35 CRDi Style

Daten und Messwerte

Empfohlener Preis 39.290 Euro
Preis des Testwagens 41.080 Euro

Vierzylinder-Dieselmotor, Turboaufladung, vier Ventile je Zylinder, 1997 Kubikzentimeter Hubraum

Leistung 120 kW (163 PS) bei 3750/min

Höchstes Drehmoment 340 Nm bei 2000/min, 90 Prozent davon ab 1600 bis 3900/min

Automatikgetriebe mit sechs Stufen

Antrieb auf die Vorderräder

Länge/Breite/Höhe 4,53/1,87/1,5 Meter

Radstand 2,73 Wendekreis, 11,8 Meter

Leergewicht 1540, tatsächlich 1660, zulässiges Gesamtgewicht 2125, Anhängelast 1500 Kilogramm, Kofferraumvolumen 468 bis 1288 Liter

Reifengröße 225/50 R 17 98 H

Höchstgeschwindigkeit 215 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 10,1 s

Verbrauch 5,1 bis 8,2, im Durchschnitt 6,8 Liter Diesel je 100 km; 133 g/km CO2 bei Normverbrauch 4,9 Liter; Tank 60 Liter

Versicherungs-Typkl. HP 18, TK 22, VK 23

Garantie zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung, drei Jahre auf Lack, zwölf gegen Durchrostung, Wartung nach Intervallanzeige

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