Home
http://www.faz.net/-gy9-uspb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.04.2007, 17:54 Uhr

Fahrtbericht Opel Antara 2.0 CDTI Mit ein wenig Hilfe von Freunden aus Fernost

Opel ist spät dran mit seinem SUV, dem Antara 2.0 CDTI Edition. Der etwas durstige Diesel zeigt sich als durchzugsstarker Vertreter seiner Gattung und als waschechter Opel. Dabei kommt er aus Südkorea.

© Hersteller Erstaunliche Anfahrstärke beim Spätgeborenen

Da steht er nun, der Spätgeborene der Klasse. Lange hat der Opel-Freund im sonst gutsortierten Portfolio der Marke kein SUV mehr finden können, erst jetzt kommt der Antara auf die Straßen. Damit ist er ein Nachzügler im Vergleich mit den Angeboten der japanischen und koreanischen Hersteller, aber immer noch früher als die der Wettbewerber Ford oder Volkswagen.

Drei verschiedene Motoren können für den stramm gezeichneten Viertürer bestellt werden. Ein 2,4-Liter- und ein 3,2-Liter-V6-Benziner sind zu haben, die wohl geeignetste Kraftquelle ist jedoch der Zweiliter-Diesel mit vier Zylindern und 110 kW (150 PS). Der ist nicht mit dem Basisniveau der Baureihe zu kombinieren, es muss schon die nächsthöhere Ausstattungsstufe mit der Bezeichnung Edition zum Preis von 31 560 Euro sein, um in den Genuss des höchsten Drehmoments in diesem Trio zu gelangen.

Mehr zum Thema

Nicht am Chrom gespart

Die scharfen Formen der Studie Antara GTC, mit der Opel auf der IAA des Jahres 2005 für Furore sorgte, hat der Serien-Antara abgelegt. Der mächtige Bug mit der handbreiten Chromspange über dem Kühlergrill zeugt eindeutig von Blutsverwandtschaft mit den anderen Opel-Wagen, das hohe Heck verspricht ein ordentliches Kofferraumvolumen, dazwischen dominieren klare Linien. Die Dachreling gehört zur Serienausstattung.

Opel Antara-BfB-2 © Hersteller Vergrößern Drei verschiedene Motoren stehen zur Wahl

Innen empfängt die typische Opel-Atmosphäre mit dunklen Farben für Armaturenbrett und Instrumententräger, die nur von aluminiumartigen Intarsien unterbrochen werden. Mit dem Einsatz von Chrom-Zierde haben die Designer nicht gespart. Handbremshebel und der Haltegriff für den Beifahrer oder die Einfassungen der Luftdüsen glitzern miteinander um die Wette. Dafür wird an anderer Stelle geknausert. Die Armauflagen in den Türverkleidungen sind ungepolstert, der anthrazitfarbene Kunststoff ist hier ebenso wenig griffsympathisch wie der in der Mittelkonsole verarbeitete.

In Südkorea gebaut

Das kleine Dreispeichenlenkrad sieht schick aus, fasst sich aber aufgrund des nicht sonderlich weichen Kranzes kaum angenehmer an. Dabei sind die Fernbedienungstasten in den Speichen des Volants von schmeichelnder Güte und Solidität, da soll einer sagen, man könne bei Opel nicht wertig verarbeiten. Immerhin ist das Lenkrad in Höhe und Länge einstellbar, die Sitze beweisen gute Langstreckentauglichkeit, und die Bedienelemente finden sich dort, wo sie bei einem Auto aus Rüsselsheim immer zu finden sind.

Doch halt, der Antara ist nicht vom Main und auch nicht aus Europa. Gemeinsam mit dem GM-Schwestermodell Chevrolet Captiva wird er in Südkorea gebaut. Die Ähnlichkeit der beiden wird aber erst auf den zweiten Blick sichtbar. Und mit viel feiner Abstimmungsarbeit bei Technik und Design ist es gelungen, dem Antara einen typischen Opel-Charakter zu geben. Mit vertrautem Klang startet der Selbstzünder willig und legt dabei selbst bei frostigen Temperaturen keine Müdigkeit an den Tag.

Nur wenige Ablagen

Schnell wärmt der Vierzylinder den Innenraum, ihn unterstützen dabei die in drei Stufen zu temperierenden Sitzheizungen vorn. Allerdings liegen deren Schalter versteckt unter der Mittelarmlehne, die als Klappe eines geräumigen Staufachs auf dem Mitteltunnel thront und in Längsrichtung verschoben werden kann. Dabei wird die Heizung häufig versehentlich eingeschaltet, stellt dabei aber unter Beweis, wie flink sie Sitzfläche und Lehne erhitzt.

Sonst finden sich nur wenige Ablagen im Antara, das Handschuhfach ist zwar großzügig dimensioniert, aber als kleine offene Fächer gibt es nur die Türtaschen. Im Kofferraum sind unter der Bodenplatte das Notrad und andere Pannen-Utensilien ordentlich verstaut, die Wände sind gerade und machen es einfach, die etwas knappen 370 Liter Stauvolumen effizient zu nutzen. Wenn Sperriges transportiert werden soll, sind die Rückenlehnen schnell und ohne Demontage der Kopfstützen nach vorn geklappt.

Viel Platz und elektronische Hilfsmittel

Eine Mechanik hebt zusätzlich die Sitzflächen der asymmetrisch geteilten Sitzanlage, so entsteht eine völlig ebene Ladefläche. Der Stauraum hat dann 1420 Liter Volumen.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fahrbericht Seat Leon Das bessere SUV, wenn es um Fahrspaß geht

Der Leon X-Perience verkürzt als Schlechtwege-Kombi die Wartezeit bis zum Vollwert-SUV. Dabei gibt er sich nicht immer geschmeidig, ist aber weit mehr als ein Lückenbüßer. Mehr Von Michael Kirchberger

10.02.2016, 10:50 Uhr | Technik-Motor
71 Jahre danach Gedenken an Auschwitz-Befreiung

Heute vor 71 Jahren, am 27. Januar 1945, hat die Armee der Sowjetunion das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Überlebende sind in Auschwitz zusammen gekommen, um gemeinsam den Schrecken zu verarbeiten. Seit 1996 dient das Datum der Auschwitz-Befreiung allgemein dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. Mehr

28.01.2016, 17:19 Uhr | Politik
Audi A4 3.0 TDI S-Tronic Der Reiz unscheinbaren Fortschritts

Sechszylinder sterben aus. Aber nicht bei Audi. Bei den Ingolstädtern darf der famose Motor im A4 zeigen, was er kann. Es fährt vor ein feines Mittelklasseauto, das keiner als neu erkennt. Mehr Von Holger Appel

28.01.2016, 13:11 Uhr | Technik-Motor
Fahrbericht Fiat 500 L

Dieser Fiat ist größer, als seine Nummer sagt. Er ist ein Van im Europaformat und erzieht zu aggressionsfreier Mobilität. Seine freundliche Rundlichkeit verbirgt gute Variabilität und Manieren. Der Diesel ist die beste Wahl. Mehr

13.01.2016, 10:25 Uhr | Technik-Motor
Neuer Opel GT Nur Fliegen war schöner

Mehr Emotionen und mehr Fahrvergnügen: Opel will den GT wiederbeleben. Nach den Erfolgen mit Adam, Mokka und Astra spielt auf dem Genfer Automobilsalon eine Studie den Versuchsballon. Mehr Von Boris Schmidt

02.02.2016, 17:04 Uhr | Technik-Motor

5000 Euro

Von Boris Schmidt

Im wenig besiedelten Norwegen zum Beispiel kaufen gut fünf Millionen Nordmänner mehr nagelneue E-Autos als achtzig Millionen Deutsche. Hierzulande sind nur 12000 solcher Modelle vermarktet worden. Mehr 4 5

Hinweis
Die Redaktion