Die Globe S sind die Einsteigerbaureihe von Dethleffs. Das klingt immer ein wenig nach Schmalhans, nach wenig Komfort oder wenig Design, nach abgespeckt bis auf das absolut Notwendige. Das will im Grunde keiner, es ist aber für viele Caravaner kein Problem, wenn das Urlaubsgefährt nicht mit allem Schnickschnack und modischem Zierrat bestückt ist, dafür aber der Preis stimmt.
So etwa lautet das Konzept hinter der Baureihe Globe S. Alles da, was man braucht, hübsch gestylt, modern eingerichtet, und darüber hinaus kann man sich bei diversen Paketen oder Einzelposten ganz nach Wunsch und Kontostand (ein Geldbeutel reicht für derartige Anschaffungen längst nicht mehr) das Mobil zusammenstellen, wobei nicht alles zu haben ist - das ist Teil der Strategie. Globe S gibt es als Alkoven und als Teilintegrierte, alle unter knapp sieben Meter Aufbaulänge und bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, in vielen, aber nicht allen denkbaren Grundrissen und Ausstattungen. Basis ist das Tiefrahmenchassis von Fiat, das die geringe Gesamthöhe von nur 2,67 Meter bei den TI ermöglicht.
Wir waren mit dem Typ T 677 unterwegs, einer der vier längsten Versionen, die sich vorwiegend durch die Anordnung der Betten im Heck unterscheiden. Wir hatten sie dort quer, auf niedrigem Niveau, denn darunter gibt es keine Fahrradgarage, die innen eine Treppe aufs hochgelegte Bett nach sich zöge. Also viel Luftraum über den Köpfen, die nach einer bestimmten Seite ausgerichtet sein müssen wegen der Lampen. Leider landet dann der vordere Schläfer mit dem Kopf genau über der Heizung, die unter ihm im Stauraum sitzt. Und wenn die anspringt, kann das Empfindliche schon nerven. Wir hätten daher gern eine Lampenschiene auf der anderen Seite, in die man dann die Leuchten knipsen und sich andersherum legen kann.
Pluspunkt fürs Wintercamping
Die 1,55 Meter breite Matratze ist eher von der härteren Sorte; wenn man sie samt Lattenrost hochhebt, was dank zweier Gasdruckfedern wenig Kraft erfordert, sollte man die Rollos an den Seitenfenstern offen haben, denn sonst knautscht das hochfahrende Bett die Dinger gnadenlos zusammen. Diese Übung ist öfter nötig, denn alles, was man durch die flache, einzige Außenklappe nicht erreicht, muss man von innen angeln, was aber wegen des tiefgelegten Betts kein Problem ist. An der Heckwand hängen Dachkästen, zu denen man hinklettern muss, ansonsten wartet links und rechts ein Regalbrett auf den Kleinkram, den man vor dem Schlafen ablegen will. Ein Vorhang trennt das Schlafgemach vom Wohnraum.
Ein kurzer „Flur“, links flankiert vom Bad und rechts vom Kleiderschrank nebst Kühlgeräten führt von dort zu einer kompletten Dinette hinter dem Fahrerhaus. Deren zwei gegenüberliegende Bänke können - wie in unserem T 677 - optional mit entsprechenden Polstern zu einer Rundsitzgruppe werden. Es sind vier Gurtplätze möglich, es können also mehr Leute mitfahren als bequem übernachten, denn hier kann ein zusätzliches Doppelbett entstehen, und dann gibt es noch die Option eines einhängbaren Kinderbetts im Schlafzimmer. Wenn tatsächlich mehrere Kinder mitreisen, dürften die dann wahrscheinlich lieber in einem Zelt nächtigen.
Die lehnenhohe Wand zwischen Fahrersitz und der ersten Bank ist ein Pluspunkt fürs Wintercamping, denn sie steht der Kälte aus dem Fahrerhaus in den Fußraum der Dinette im Weg. Verlängert mit einem dicken Vorhang bis zur anderen Seite, wird daraus ein wirkungsvoller Kälteschutz. Ein kleiner Absatz im Boden führt hinauf ans Lenkrad, es ist die einzige Stufe im Mobil.
Die Einrichtung ist ein Mix aus Kolonialbraun (Küchenblock) mit hellem Beige, Tisch und Arbeitsplatte sind leicht gestreift, hochglänzend und extrem kratz- und fingerabdruckgefährdet. In unserem Wagen stand der Tisch auf einer stabilen Säule, ragte aber so weit in den Gang vor der Küche, dass man dort nicht ungehindert durchkommt. Das wird auf Dauer lästig. Dafür kann man sich auf den Bänken lang machen, denn die Eckpolster sind nicht so rund, dass man sich nicht gerade anlehnen könnte.
Die einen Meter breite Küche gegenüber hat auf ihrer Arbeitsplatte lediglich Platz für Spüle und Dreiflammenherd, nur rechts bleibt ein schmaler Streifen, wo man mal etwas abstellen kann. Zum Arbeiten wird man den abgedeckten Herd nutzen oder auf den Tisch ausweichen. Sehr komfortabel sind die sechs Schubladen und Auszüge an der Pantry, das bieten Einsteigerreihen eher selten. Für Küchenkram gibt es vier Oberschränke, weitere Fächer daneben über und unter dem Kühlschrank mit getrenntem Gefrierabteil. Den Mülleimer hat Dethleffs an die Innenseite der Eingangstür gehängt, wo man beim Ein- oder Aussteigen gern dran hängenbleibt.
Ein gefühltes Presslufthammergeräusch
Auf einer Fläche von etwa 1,00 × 0,75 Meter gibt es ein Duschbad - freilich erst auf den zweiten Blick. Auf den ersten nimmt man ein schmales, randloses Waschbecken wahr, auf dem man nichts abstellen kann, einen Spiegel darüber, der bei jedem Händewaschen verspritzt, sowie rechts eine drehbare Kassettentoilette nebst einem Eck-Oberschrank. Zum Duschen schiebt man die „Außenwand“ mit dem Becken nach rechts über die Toilette, klappt die linke Wand auf und steht dann in einem Kunststoffabteil von 55 × 82 Zentimeter Fläche, in dem man, in der richtigen Richtung stehend, duschen kann, ohne die Ellbogen angelegt zu halten. Die Toilette kann dabei ein paar Spritzer abkriegen. Viel lästiger ist die 18 Zentimeter hohe Kante, über die man ins Bad steigen muss, eine echte Stolperfalle.
Bei maximaler Besatzung sind drei Steckdosen zu wenig, die Beleuchtung - meist Halogen- und nur wenige LED-Lampen - ist ausreichend. Langsam kommt die gute alte Tauchpumpe wieder in Mode, das spart den Kompressor. Das Leben im Globe S T 677 ist durchaus angenehm, kein Wunder bei der Länge, für zwei ist riesig Platz, für vier reicht es auch noch gut. Leider nur im Stand, denn unterwegs ist dieses Mobil eine rechte Rappelkiste.
Vor allem der Beifahrer wird von gefühltem Presslufthammergeräusch terrorisiert, ausgehend von der Seitenfensterjalousie direkt neben seinem Ohr. Dazu kommen die üblichen Verdächtigen von Herd bis Dachfenster-Rollos. Das Fahren ist dagegen problemlos, angenehm ist der relativ kleine Wendekreis des Mobils. Wenn man den T 677 nach dem Studium der Extra-Liste ordentlich aufrüstet, können dafür leicht 10.000 Euro zusammenkommen. Da wird dann der Einsteiger schnell zum Aufsteiger. Aber man kann auch bescheiden anfangen - siehe oben.
Vierzylinder-Turbodieselmotor (Fiat Ducato)
Hubraum 2287 Kubikzentimeter, Leistung 96 kW (130 PS) bei 3600/min,
höchstes Drehmoment 320 Nm bei 1800 bis 2000/min, erfüllt Euro 5
Sechsganggetriebe mit Joystickschaltung
Tiefrahmen-Chassis, Antrieb auf die Vorderräder, vorn
Einzelradaufhängung, hinten Starrachse mit Blattfedern, Reifengröße
215/70R15C 109R
Radstand 4,04 Meter
Länge/Breite/Höhe/Stehhöhe 6,93/2,43/2,67/1,95 Meter
Glattblech-Aufbau in Aluminium-Sandwichbauweise, Dach und Wände 34,
Boden 41 Millimeter stark, Polystyrol-Isolierung
Leergewicht 2833, zulässiges Gesamtgewicht 3499, Anhängelast 2000
Kilogramm
Frischwassertank 107, Abwassertank 90 Liter
Verbrauch im Durchschnitt 12 Liter Diesel je 100 km, 90-Liter-Tank
Basispreis mit 130 Multijet JTD 44 400, Testwagenpreis rund 54 000 Euro
