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Veröffentlicht: 09.10.2013, 17:19 Uhr

Fahrradbeleuchtung Und es ward Licht

Zum ersten Mal beginnt eine dunkle Jahreszeit, in der alle Radfahrer ihre Fahrradbeleuchtung mit Akkus betreiben dürfen. War das nötig, ist das sinnvoll? Oder ist die Rechtslage gar nicht so klar?

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© Fotos Pardey Buchstäblich ein Scheinwerfer: Mit dem Philips LED Saferide 80 Lux am Fahrradlenker wird die Straße wie vor einem Motorfahrzeug ausgeleuchtet

Wie schnell auch immer „politische Lichtgeschwindigkeit“ sein mag, es schwang herablassende Ironie mit, als David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad so das Tempo beschrieb, mit der zum 1. August des Jahres der Paragraph 67 der Straßenverkehrs-Zulassungsordung (StVZO) geändert worden war. Denn der eilfertige Medienjubel über die „Abschaffung der Dynamopflicht“ war noch nicht verklungen, da war Fachleuten wie ihm schon klar, dass an der eilig zusammengeschusterten und vom Bundesrat im Juli beschlossenen Fassung nachgebessert werden müsse.

Hans-Heinrich Pardey Folgen:

Schon in der Zeit vor der Bundesratsentscheidung hatte sich Albert Herresthal vom Verbund Service und Fahrrad (VSF) genauso wie einige Zeit zuvor bereits etwa der Hersteller Busch und Müller in aller Deutlichkeit für die Dynamobleuchtung als Regelfall ausgesprochen. Die aus Akkus oder Batterien mit Strom versorgte Variante sollte lediglich die Ausnahme für den Radsport bleiben - allerdings unter Einschluss des Mountainbikes, das nach wie vor für den Gesetzgeber neben dem vergleichsweise selteneren Rennrad gar nicht zu existieren scheint.

Nabendynamo mit LED-Leuchten am sichersten

Für diese Haltung, die nicht die Regulierung um der Regulierung willen anstrebt, sondern dem Bedauern darüber entspringt, dass ein Mehr an Verkehrssicherheit ohne Not aufgegeben wurde, wird eindeutig mehr technisch als politisch oder juristisch argumentiert: Der völlig wetterunabhängige leichtlaufende Nabendynamo in Verbindung mit LED-Leuchten und einer anständigen Verkabelung ist die am sichersten zu jedem beliebigen Zeitpunkt am Fahrrad verfügbare Beleuchtung. Dass sie fest montiert - und daher nicht im Vorbeigehen wegnehmbar - auch richtig ausgerichtet sein muss, versteht sich von selbst. Das ist schließlich bei einem Autoscheinwerfern ganz genauso.

Wenn man für eine solche Ausrüstung etwas tiefer in die Tasche greift, bekommt man das vor allem in der Stadt sehr empfehlenswerte Tagfahrlicht, integrierte Reflektoren sowie Standlicht vorn und hinten, ein Bremslicht hinten und eine Sensorsteuerung, die den Scheinwerfer in jeder Unterführung selbsttätig ein- beziehungsweise auf Fahrlicht umschaltet und dies natürlich auch in der Dämmerung tut. Schließlich kann man über einen Scheinwerfer wie den Luxos von Busch und Müller, der überdies ein Fernlicht hat, auch noch sein Navi oder Smartphone laden, dank eines Pufferakkus sogar ein iPhone von Apple, das sich an anderen USB-Buchsen ziert.

26218883 Zwei Beste: Testsieger der Stiftung Warentest Trelock LS 950 (links) und der lichttechnisch überlegene Philips Saferide (mit Akkus), der nur eine … © Fotos Pardey Bilderstrecke 

Solch eine Lichtanlage wird nur von ganz wenigen Fahrradherstellern als optionale Ausstattung angeboten, weil sie nicht gerade billig ist. Aber sie ist zu haben, man kann sie an so gut wie jedem für den Straßenverkehr tauglichen Alltagsrad nachrüsten und sie repräsentiert - aus Deutschland kommend - den Stand der Technik. Keine Batterie- oder Akkubeleuchtung kann annähernd dieses Niveau an Funktionalität und Betriebssicherheit erreichen. Das ignoriert, wer so tut, als ob die Wahlfreiheit zwischen Dynamo- und Batteriebeleuchtung die Beseitigung einer lästigen Pflicht sei.

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Von Hans-Heinrich Pardey

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