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Seat Leon FR Ecomotive 1.4 TSI Feuriger Hoffnungsträger

Seat ist das Sorgenkind in der VW-Familie. Die südlichen Märkte liegen darnieder, Gewinne sind kaum zu erwirtschaften. Dann muss der neue Leon eben im übrigen Europa ein Verkaufsschlager werden. Nichts spricht dagegen.

© F.A.Z.,Seat Vergrößern Der Fahrtbericht: Seat Leon FR Ecomotive 1.4 TSI

Seat wird von Volkswagen seit geraumer Zeit als die sportliche Volumenmarke geführt. Der brandneue Leon, ein Ableger des Golf VII, schlägt abermals in diese Kerbe und trifft genau: Der spanische Löwe sieht schnittig aus, begeistert aufgrund seines Designs vor allem junge und jung gebliebene Menschen, und er kann mit technischen Details auftrumpfen, die man hier nicht unbedingt erwartet. Mutter Wolfsburg macht’s möglich. So sind Voll-LED-Scheinwerfer (1190 Euro extra, bei FR 990) in der Kompaktklasse ein Novum, die kann noch nicht einmal der Golf bieten.

Aufgeräumt mit Platz

Frank Boris Schmidt Folgen:  

Der ist das große Vorbild und gibt in fast allen Bereichen das Ergebnis dieses Berichts vor. Außer beim Design, wie schon gesagt. Hier ist der Seat sehr eigenständig und schießt manchmal über das Ziel hinaus, wie zum Beispiel mit den scheußlich eckigen Außenspiegeln. Sonst ist der Innenraum vorbildlich aufgeräumt, die Armaturenbrett-Grafik haben wir schon bei Audi gesehen, dass der Tacho bis 260 km/h reicht, wirkt übertrieben. Das Platzangebot im 4,26 Meter langen Leon kann gefallen, da ist der Spanier ganz Golf. Das gilt auch für die große Auswahl an Triebwerken. Neun verschiedene sind zu haben, fünf Benziner und vier Dieseltriebwerke. Alle sind Vierzylinder mit Turbolader und Direkteinspritzung. Die Benziner haben Hubräume zwischen 1,2 und 1,8 Liter, die TDI von 1,6 bis 2,0 Liter. Geboten werden mindestens 63 kW (86 PS) und höchstens 135 kW (180 PS). Nur die jeweiligen Basismotoren sind nicht mit Start-Stopp erhältlich. Alle anderen sind somit „Ecomotive“-Modelle.

Für ein ersteres längeres Kennenlernen des Leon wählten wir den 1,4-Liter-Ottomotor mit 90 kW (122 PS) aus, zu bescheiden wollten wir nicht sein. Während die Leon-Preisliste schon bei 15 390 Euro beginnt, sind für diese Version mindestens 20 270 Euro aufzubringen. Dann fährt man mit „Style“, der dritten von vier Ausstattungslinien, die nur noch wenig Wünsche offenlässt. Sie bietet Leichtmetallräder, ein Audio-System mit sechs Lautsprechern, Tempomat, elektrische Fensterheber vierfach, außerdem ist der Innenraum hochwertiger gestaltet, und es gibt eine Mittelkonsole mit Staufach, Armlehne und Becherhalter. Eine Klimaanlage ist schon bei „Reference“ an Bord (und im Basismodell nicht zu bekommen). Aber alle Leon haben sieben Airbags, ABS und ESP, eine elektromechanische Servolenkung, Blinkleuchten in den Außenspiegeln (Gehäuse in Wagenfarbe, elektrisch verstellbar), elektrische Fensterheber vorn, einen höhenverstellbaren Fahrersitz sowie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. „FR“ setzt für 1600 weitere Euro die Leon-Zeichen endgültig auf Sport. Hier sind die wichtigsten Zutaten das Sportfahrwerk, LED-Heckleuchten, Sportsitze und eine automatische Klimaanlage, zwei Lautsprecher mehr gibt es auch noch.

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Es macht Spaß mit dem Leon zu fahren

So gerüstet, macht es durchaus Spaß, mit dem Leon auf die Jagd zu gehen. Das Sechsganggetriebe lässt sich sportlich flüssig schalten, die Kupplung tritt sich leicht, der Motor bietet trotz des relativ kleinen Hubraums etliche Reserven und ist niemals laut. In weniger als zehn Sekunden kann man von 0 auf 100 km/h spurten, etwas Übung beim schnellen Schalten und dem Kommenlassen der Kupplung vorausgesetzt. Schließlich lässt sich die Geschwindigkeit noch verdoppeln (exakt auf 202 km/h), wobei die allerletzten km/h nur zu erreichen sind, wenn man im fünften Gang bleibt. Der größte Gang schont also Mann und Maschine. Wenn es nicht Tacho 200 sein müssen, sondern vielleicht 140, lässt es sich mit moderaten 3000 Umdrehungen in der Minute über die Autobahn ziehen. Abschalten sollte man die Spurhalte-Kontrolle (im Paket mit einem Fernlicht-Assistenten für 300 Euro). Diese irritiert, weil sie mitunter etwas anderes will als der Fahrer, es fühlt sich dann so an, als fahre der Wagen Spurrillen nach. Dass man den Lenker gänzlich loslassen kann und der Seat zumindest leichte Kurven allein fährt, lädt nur zu unnötigen Spielereien ein. Nach rund 20 Sekunden schaltet sich das System aus und fordert den Fahrer auf, wieder das Kommando zu übernehmen.

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Veröffentlicht: 24.02.2013, 18:30 Uhr