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Fahrtbericht VW Passat Alltrack Mit Anstand über Stock und Stein

Der Schlechtwege-Kombi aus Wolfsburg meint es trotz reinem Frontantrieb ernst mit der Tauglichkeit auf tiefem Geläuf. Er trägt erfreulich wenig Schminke und ist ehrlich.

© Hersteller, F.A.Z. Fahrtbericht VW Passat Alltrack: Mit Anstand über Stock und Stein

Der Hauch von Abenteuer manifestiert sich bei manchem Schlechtwege-Kombi heute in mächtiger Beplankung und einem eher martialischen Auftritt - weniger in einem Allradantrieb.

Das ist kein falscher Ansatz. Oft reicht eine geringfügig erhöhte Bodenfreiheit, um Passagen auf ausgefahrenen Wegen zu meistern oder den rettenden Carport zu erreichen, obwohl der Räumdienst in der Zufahrt einen Schneewall zusammengeschoben hat.

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Schon Frontantrieb alleine ist gut für die Traktion. Zwei angetriebene Achsen würden den Kraftstoffverbrauch erhöhen, was für viele ein Argument ist.

Offroad-Qualitäten

Der VW Passat Alltrack ist einer dieser Kombis, die mit einem Antrieb allein auf die vorderen oder wahlweise auf alle vier Räder bestellt werden können.

Das Basismodell, motorisiert mit einem durchzugsstarken 1,8-Liter-Turbobenziner, verzichtet auf 4x4-Technik und beweist dennoch ansprechende Agilität und gutes Stehvermögen, wenn der Asphaltbelag endet. 118 kW (160 PS) liefert der direkteinspritzende Vierzylinder, das Grundmodell kostet 33.875 Euro.

Design

Der Passat Alltrack trägt nicht wirklich die Pfadfinderuniform. Zwar hat er eine Bodenfreiheit von 16,5 Zentimeter und damit drei Zentimeter mehr als die herkömmlichen Passat Variant, doch hochbeinig wirkt er deshalb nicht. Dezent und stilvoll sind die Accessoires am Blechkleid verteilt.

Auffällig ist der schwarze Kühlergrill mit chrombewehrten Lamellen und der Unterfahrschutz in Edelstahloptik. Der ist wirklich nur für das gute Aussehen zuständig, der eigentliche Schutz vor Grundberührung findet sich unter Motor und Getriebe. Der Kniefall vor dem Vorderwagen offenbart eine solide Konstruktion, die wohl selbst heftige Schläge wegsteckt und Ölwanne wie Getriebegehäuse schützt.

Infografik / Fahrtbericht / VW Passat Alltrack 1.8 TSI © F.A.Z. Vergrößern VW Passat Alltrack 1.8 TSI

Die silberfarbene Dachreling krönt den Alltrack und eignet sich für die schnelle und sichere Befestigung von Trägersystemen. Die Abdeckungen an Radhäusern und Schwellern sind unlackiert aus widerstandsfähigem Kunststoff. Sie bewahren das Blech vor Steinschlag und können zu vergleichsweise geringen Kosten ausgetauscht werden, wenn der Ritt über den Trampelpfad doch zu forsch war.

Ausstattung

Im Innenraum herrscht sachliche Aufgeräumtheit, selbst dann, wenn die Zahl der Kreuze vor den Listenpositionen der aufpreispflichtigen Extras im Bestellheft dicke zweistellig ist. Lederbezüge für die Sitze (ab 2260 Euro), Dekoreinlagen aus Nussbaum-Edelholz an Armaturenbrett, Türverkleidungen und Mittelkonsole (rund 500 Euro) sowie Ambientebeleuchtung (175 Euro) lassen den Preis nach oben schnellen, wirken aber keineswegs plüschig und bewahren den funktionalen Charakter des Passat Alltrack.

Platzangebot

Das Platzangebot ist auf allen Sitzen großzügig, die Rückbank-Passagiere können sich weder über einen Mangel an Kopf- noch an Beinfreiheit beklagen. Zu schade fürs Grobe ist die feine Teppichauskleidung des großen Kofferraums, eine Schutzmatte wird als Extra angeboten.

Sonst ist die Ausstattung des Gepäckabteils standesgemäß. Ösen zum Befestigen von Ladegut, ein tiefes, zusätzliches Staufach unter dem aufklappbaren Laderaumboden und ein Abdeckrollo gibt es ebenso serienmäßig wie ein solides Trennnetz zwischen Kofferraum und Rückbank. Die Lehnen der hinteren Sitze können per Fernentriegelung von der Heckklappe aus umgeklappt werden, sie fallen selbständig in eine nahezu horizontale Position. Auf Wunsch öffnet und schließt die Heckklappe automatisch, 455 Euro Aufpreis werden hierfür fällig.

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Veröffentlicht: 26.11.2012, 11:22 Uhr