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Fahrtbericht Toyota Yaris Hybrid Stadt, Land, Schluss

Toyota bringt den Hybrid in allen Klassen. Auch der kleine Yaris fährt nun kurze Strecken elektrisch, zu einem attraktiven Preis. Der Antrieb erweist sich in der Stadt als sparsam, doch wer es forscher treibt, erlebt seine Schattenseiten.

© Hersteller, F.A.Z. Vergrößern Videofahrtbericht Toyota Yaris Hybrid

Werbesprüche sollten nicht überbewertet werden. Aber wenn es um Hybridantriebe in der Kleinwagenklasse geht, dann ist von allen Seiten zu hören: zu teuer, zu schwer, braucht zu viel Platz, lohnt sich nicht. Ausnahme Toyota.

Frank-Holger  Appel Folgen:  

Für die Japaner ist bekanntlich nichts unmöglich, und so bauen sie wie in nahezu alle ihre Modelle neuerdings in den kleinen Yaris einen Hybridantrieb ein. Der ist ein einfacher Vollhybrid, er kann nicht an der Steckdose aufgeladen werden. Beim Bremsen oder im Schiebebetrieb wird die kinetische Energie in elektrische umgewandelt und der Batterie zugeführt. Seine Elektromaschine sieht ihre vornehmliche Aufgabe in der Unterstützung des Benzinmotors, trotzdem lassen sich kürzere Wege rein elektrisch zurücklegen.

Toyota verspricht bis zu 50 km/h Geschwindigkeit und eineinhalb Kilometer Strecke. Das lässt sich in der Praxis nahezu nie erreichen, aber um sich zu früher Stunde ohne Belästigung der lieben Nachbarn davonzuschleichen, genügt es.

Motorstart

Der Motor springt an, sobald dem Gaspedal mehr als Streicheleinheiten zuteil werden oder wenn aus anderen Gründen Beistand erforderlich scheint. An kalten Tagen meldet sich der Verbrenner schon auf den ersten Metern zum Dienst. Die Passagiere danken es, denn der Innenraum wird schnell warm.

Zusammenarbeit

Zart angefasst, springt der Benziner in der Regel jenseits von 30 km/h seinem elektrischen Bruder bei. Das macht er erfreulich sanft, hier zeigt Toyota sein ganzes Können aus vier Millionen Hybridfahrzeugen. Ob der Benzinmotor zu- oder abgeschaltet wird bemerkt nur, wer aufmerksam ist. Im Alltag achtet niemand darauf, und der Yaris gibt sich erfolgreich alle Mühe, dass dies so bleibt.

Start-Stopp-Automatik

Allenfalls vor der roten Ampel droht Überraschung. Da ist der an Start-Stopp gewöhnte Fahrer kein bisschen beunruhigt, dass der Yaris nach dem wie eine Straßenbahn surrenden Ausrollen lautlos anhält. Im Inneren aber verlangen Verbraucher nach Energie, und so springt manchmal unvermittelt der Benzinmotor an, obwohl kein Befehl zur Vortriebsaufnahme erteilt wurde. Lustig ist auch, wenn man geräuschlos auf einen Parkplatz rollt und trotz des ertönenden Piepstons (es piepst sowieso dauernd wegen irgendwas) aussteigt, um rasch etwas auszuladen. Dass die Zündung noch eingeschaltet ist, merkt man, wenn der Motor im Stand plötzlich anspringt.

Bedienung

Die Bedienung könnte einfacher kaum sein. Zündschlüssel drehen, die Kontrollleuchten springen an, nicht jedoch ein Anlasser oder der Motor. Aus den Tiefen der Karosserie knackt und summt es, die Zutaten der Hybridtechnik sind im Motorraum und unter der Rücksitzbank untergebracht und versetzen sich dort in Bereitschaft. Der recht prominent emporragende Wählhebel der Automatik wird auf „D“ gestellt, los geht es. Fortan übernimmt die Elektronik das Zusammenspiel zwischen dem 1,5 Liter großen Benziner und der Elektromaschine.

Platzangebot

Das Schöne an der Technik im Yaris: Weder die zweite Antriebsquelle noch die (etwas antiquierte) Nickel-Metallhydrid-Batterie schränken das Platzangebot ein, abgesehen von einer nach innen ragenden Ausbeulung unterhalb der Rücksitzbank im hinteren Fußraum, an die erwachsene Füße stoßen, die von Kindern nicht.

Autobahnfahrt

Der Nachteil: Der Yaris bereitet in der Stadt richtig Freude, doch wer sich nicht überwiegend dort bewegt, muss Zugeständnisse machen. Fahrten auf der Autobahn oder an Steigungen zehren an den Nerven. Der 74 PS starke Vierzylinder hat hörbar Mühe, wenn Leistung gefordert wird. Das Motorgeräusch passt so gut wie nie zum Fahrzustand.

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Veröffentlicht: 16.10.2012, 14:28 Uhr