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Fahrtbericht Porsche 911 Für Sport und Spiel und jeden Tag

Porsche hat den 911 rundum erneuert, er ist noch ausgewogener geworden. Manche sagen: zu perfekt. Aber das trifft den Geschmack der internationalen Kundschaft. Und für fetzige Momente ist immer noch Zeit.

© Hersteller, F.A.Z. Vergrößern Fahrtbericht Porsche 911: Für Sport und Spiel und jeden Tag

Der neue Porsche 911 ist erst seit wenigen Wochen im Verkauf, da ist es etwas früh, über Erfolg oder Misserfolg zu urteilen. Freilich sind die Auftragseingänge kein schlechter Indikator, und demnach scheint weiterhin die Sonne über Zuffenhausen.

In der Produktion sind Sonderschichten vereinbart worden. Die Mitarbeiter werden die Mehrarbeit vermutlich gerne ausführen, schließlich haben sie gerade im eigenen Portemonnaie gespürt, wie angenehm sich eine Gewinnbeteiligung anfühlt. Wer derlei Erfolg einfährt, kann nicht viel falsch gemacht haben, und trotzdem gehen wir eine Wette ein, dass sich am 911 noch das ein oder andere ändern wird.

Präzision

Man muss nur den Konzernvorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn während Produktpräsentationen beobachten. Da greift seine Hand im Vorbeigehen am 911 oder am neuen Boxster wie zufällig auf die Fuge zwischen Kotflügel und Kofferraumhaube, eine Fuge, die eher ein Spalt ist, auf den das Auge eines jeden Fahrers fällt, wenn er hinter dem Lenkrad sitzt und den Blick nach vorne richtet.

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Und wo sonst sollte ein Porsche-Pilot hinblicken? Die Fugen also haben die Enthusiasten bisher nicht gestört, doch die neuen Herren im Hause haben von Ferdinand Piech gelernt, was es mit ihnen so für das Erscheinungsbild und das Verständnis von Präzision und Fertigungsqualität auf sich hat.

Ablagen

Ein ganz anderes Thema ist die Tatsache, dass die Ingenieure in der Entwicklung offenbar so eingespannt sind, dass sie nicht mal mehr zum Telefonieren kommen. Dem ob seiner noch nicht allzu lange zurückliegenden Berufung mit frischem Blick auf den nach vorne ansteigenden Raumteiler zwischen Fahrer und Beifahrer schauenden Vorstand Wolfgang Hatz stellt sich jedenfalls die Frage, wo er sein Smartphone ablegen soll.

Wir hätten zudem gerne einen Platz für die Sonnenbrille oder sonstigen Kleinkram. Weil es selbst bei Porsche Kunden geben soll, die an alltäglichen Dingen diesseits von Motorleistung und Sportfahrwerk Interesse haben, wird an einer Handy-Halterung geforscht. Die Lösung soll ja nicht nach Zubehörshop aussehen. Immerhin gibt es integrierte Cupholder und Kleiderhaken an der B-Säule, Amerika und die Business-Class sind nah.

Perfektion

Damit sind die Schatten auf der seit 1963 immer jungen Frage, ob der neueste 911 der beste 911 aller Zeiten ist, allerdings schon weitgehend aufgezählt. Ja, er ist es, auch weil er sich perfekt, fast zu perfekt den wandelnden Wünschen einer internationalen Kundschaft anpasst.

Elektronische Hilfen

An Bord sind mehr elektronische Hilfen denn je. Es gibt eine sanft arbeitende Start-Stopp-Anlage, Fahrlichtassistent, elektrisch anklappbare Außenspiegel sowie schlüssellosen Zugang, der sogar an der mit einem Magnetfeld versehenen Kofferraumhaube durch Handauflegen gelingt.

Infografik / Fahrtbericht / Porsche 911Carrera S © F.A.Z. Vergrößern Porsche 911Carrera S

Die Puristen wird all das stören, ihnen wird der neue 911 zu schwer und zu lang sein, zu synthetisch, zu weichgespült. Aber die Mehrzahl der Kunden, die jenseits von 100.000 Euro ins automobile Sportlerleben einsteigen, nimmt die von Profis herausgefahrene Rekordzeit auf der Nordschleife frohgemut zur Kenntnis, erfreut sich selbst aber statt an dem kleinteilig zu sortierenden 7-Gang-Handschalter lieber am formidablen PDK-Doppelkupplungsgetriebe mit Segelfunktion (verbrauchsreduzierende Entkoppelung der Antriebseinheit im Schiebebetrieb).

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