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Veröffentlicht: 11.01.2013, 06:00 Uhr

Fahrtbericht Peugeot 208 Mit Leichtigkeit nicht nur in Frauenherzen

Der Peugeot 208 ist kürzer und leichter als sein Vorgänger 207. Der französische Kleinwagen hat formal wieder den Weg der Mitte des Marktes gefunden.

von Michael Kirchberger
© Hersteller, F.A.Z. Fahrtbericht Peugeot 208: Mit Leichtigkeit nicht nur in Frauenherzen

Ein sanftes Wesen zählt mehr als alles andere in jener automobilen Klasse, die vorzugsweise zwischen Wohnung, Kindergarten und Supermarkt unterwegs ist. Das hat Peugeot nach dem verhaltenen Erfolg des Vorgängermodells berücksichtigt.

Für den neuen 208 wurde auf das aggressive Rennsportdesign mit der scharfen Linie verzichtet und Federungskomfort wieder stärker bedacht. Zudem speckte der 208 um rund 100 Kilogramm ab, auch weil er sieben Zentimeter kürzer als der verflossene 207 ausfällt.

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Das prädestiniert ihn als Stadtwagen und gibt ihm die Chance, sich wieder in die Herzen der Damenwelt zu schmeicheln, die ihn einst so liebte. Wir bewegten die mittlere von drei angebotenen Dieselversionen in der höchsten Ausstattung Allure, sie hat 68kW (92 PS) und kostet 18.200 Euro.

Design

Mit einem breiten und fast zu gefälligen Lächeln schaut der 208 nach vorne. Ganz ohne Extravaganzen aber geht es offenbar doch nicht. Der üppige Zierrat aus Chrom deckt in diesem Ausstattungsniveau viel Farbe ab. Am Heck des 3,96 Meter langen 208 verlieren sich die Rückleuchten in verspielter Form, als würden sich Finger zum Siegeszeichen spreizen, ziehen sie sich v-förmig in die Flanken.

Stauvolumen

Obendrein wird Raum verschenkt: Schräg lehnt sich die Heckklappe an die nicht weit nach unten abfallende Dachlinie an. Das Kofferraumvolumen von 285 Liter (bis zu 1067 Liter bei umgeklappten Rücksitzlehnen) ist trotzdem ordentlich, nur die Stufe, die eine nicht vollständig im Boden verschwindende Sitzanlage bedingt, stört beim Durchladen erheblich.

Raumangebot

Mitfahrer finden komfortablen Zugang zu den hinteren Plätzen, die Türen im Fond sind knapp, aber ergonomisch vorzüglich geschnitten. Trotz des schmalen Zugangs lässt es sich trefflich auf die Polster gleiten. Dort angekommen, gilt es aber den Kopf einzuziehen, sobald 1,80Meter Körpergröße untergebracht werden müssen.

Der Nachwuchs dagegen ist hinten im 208 bestens untergebracht, er wird sich auch kaum über die knappe Beinfreiheit beschweren. Dennoch ist das Raumangebot für einen Kleinwagen gut bemessen. Im Radstand (2,54 Meter) hat der Neue im Vergleich zum Vorgänger kaum verloren, das schafft Platz.

Vorne herrscht ohnehin luftige Atmosphäre. Trotz der hohen Wangen an Sitzlehnen und -flächen gelangt man einfach und komfortabel auf den Fahrersitz, die Wülste sind weich und stören beim Ein- oder Aussteigen nicht.

Instrumente

Der optische Kniff, die Instrumente oberhalb des Lenkrades anzuordnen, unterstützt den geräumigen Eindruck. Allerdings muss der kleine, lederbezogene Volant deshalb weiter unten montiert werden, auch die zweifache Verstellmöglichkeit ändert nichts daran, dass er sich eher auf Bauch- denn auf Brusthöhe vor dem Fahrer dreht. Zudem verdeckt der Lenkradkranz gleich in welcher Stellung einen Teil der Skalen von Tachometer und Drehzahlmesser, selbst die serienmäßige Höhenjustierung von Fahrer- und Beifahrersitz bringt nicht die gewünschte Übersichtlichkeit.

Verarbeitung

Die Ausstattung des Innenraums bewegt sich auf unterschiedlichem Qualitätsniveau. Ein wenig Klavierlack als schmückendes Element am geschwungenen Armaturenbrett, silberfarbene Kunststoffelemente, die Auflockerung ins triste Anthrazit bringen, und gefällige Textileinlagen in den Türverkleidungen machen das Interieur wohnlich.

Vor allem das üppige Glas-Panoramadach über den Köpfen für 410 Euro Aufpreis bringt Licht herein. Mit einem zweilagigen Rollo lässt es sich bei Sonneneinstrahlung verschließen, nachts zieren in sanftem Blau schimmernde LED-Leuchten die Führungsschienen links und rechts stimmungsvoll.

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