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Fahrtbericht Opel Mokka Punktsieg in der Wachstumsbranche

 ·  Erstaunlich rasch hat Opel auf die scheinbar endlos steigende Nachfrage in der SUV-Klasse reagiert. Doch selbst wenn der kompakte Mokka ein Schnellschuss war, trifft er die Kundenwünsche.

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© F.A.Z., Opel Vergrößern Fahrtbericht: Opel Mokka 1.7 CDTI ecoflex

Der Winter hatte noch lange nicht aufgegeben, eine flockige weiße Schicht lag auf den Straßen und Autodächern des Rhein-Main-Gebiets. Drei Buben tobten auf dem Weg zur Schule durch den Schnee. Plötzlich hörte einer von ihnen mit dem Schneeballwerfen auf, bliebt wie angewurzelt stehen. „He, guckt mal, das ist ein Mokka!“ Schnell wischte er das zarte Weiß vom Typenschild, „ein Diesel“, verkündete er fachmännisch. „Mokka, Mokka“, skandierte die Rasselbande, dann zog sie weiter. Zuvor jedoch hinterließen die drei ihre Namen auf der beflockten Heckscheibe: Patrick, Tobias und Max waren hier und fanden das kleine SUV von Opel offensichtlich interessant.

Zugegeben: Das kleine Schauspiel ereignete sich nicht allzu weit entfernt vom Stammsitz der Marke in Rüsselsheim. Anderswo wird dem 4,28 Meter langen Viertürer vielleicht nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zuteil. Andererseits haben laut Opel seit Ende vorigen Jahres schon mehr als 90000 Kunden einen bestellt. Das verwundert nicht, denn der Mokka gibt eine gute Figur ab und ist eine echte Bereicherung des Modellprogramms. Schnell und zielsicher widmet sich Opel einer der wenigen Automobilklassen, denen in den nächsten Jahren erhebliches Wachstum zugetraut wird. 18990 Euro kostet das Grundmodell mit 1,6-Liter-Benziner, der 85 kW (115 PS) leistet. 23380 Euro sind für die 96 kW (130 PS) starke Dieselversion mit Frontantrieb fällig. Permanenter Allradantrieb als Wunschausstattung ist mit 2000 Euro zu bezahlen.

Der Mokka setzt auf Höhe, steht daher weniger satt und breit als andere auf 18 Zoll großen Rädern. Die Front mit der dicken Chromspange über dem Kühlergrill ist markentypisch, betonte, leicht ausgestellte Kotflügel geben dem Wagen letztlich doch eine solide Statur. Hierfür sorgt außerdem die rundum angebaute Beplankung. Sie ist nicht in Wagenfarbe lackiert, sondern in schlichtem Kunststoffgrau gehalten, wodurch sie kleine Rempeleien auf dem Parkplatz unbeschadet übersteht.

Guter Sitz vor vielen Knöpfen

Innen empfängt den Fahrer das gewohnte Opel-Design. Lobenswert: gut ablesbare Rundinstrumente und eine zweifelsfreie Kennzeichnung und Anordnung der Bedienungselemente. Die Chance, die mit Knöpfen und Tasten überfrachtete Mittelkonsole aufzuräumen, haben die Opel-Gestalter dagegen nicht genutzt. Auch der Bildschirm von Bordcomputer und Navigationsanlage wirkt mit seiner groben Pixelung nicht gerade taufrisch. Ablagen gibt es in ausreichender Zahl und Größe, vor allem die Literflaschen-tauglichen Türtaschen und das doppelte Handschuhfach helfen, Ordnung zu halten. Die Übersicht ist dank der hohen Sitzposition vorzüglich, nur nach hinten wird der Blick von der arg klein geratenen Heckscheibe eingeschränkt. Zudem sind die Rückspiegel klein. Zumindest beim Rangieren hilft eine Rückfahrkamera, die allerdings mit 270 Euro extra zu bezahlen ist und mit dem teuersten Navigationssystem (700 Euro) kombiniert werden muss.

Klasse sind dagegen die Sitze. Hier hat sich Opel in den vergangenen Jahren schon öfter mit bestem Komfort und ergonomisch korrekter Gestaltung hervorgetan, im Mokka reist es sich formidabel und selbst auf langen Strecken weitgehend ermüdungsfrei. Die Schenkelauflage ist ausreichend lang, wohltuend die Unterstützung der Schultern, und die leicht erhabenen, aber nicht zu harten Sitzkanten geben guten Halt, ohne beim Ein- und Aussteigen zu behindern. Auf der Rückbank ist das Platzangebot kaum knapper als vorn, die Passagiere reisen keinesfalls in der Holzklasse. Die Rückenlehnen sind asymmetrisch geteilt und lassen sich umklappen. Für eine ebene Ladefläche müssen zudem die Sitzflächen aufrecht gestellt werden. Das gelingt in wenigen Augenblicken und vergrößert den Laderaum von 356 auf 1372 Liter. Das Verstauen des Gepäcks ist ebenfalls eine leichte Übung. Die Heckklappe schwingt weit auf, die Ladekante ist niedrig. Unter dem soliden Laderaumboden finden sich überdies Fächer für Service- oder Pannenmaterial.

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Quelle: F.A.Z.
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27.03.2013, 19:58 Uhr

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