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Veröffentlicht: 05.06.2012, 10:00 Uhr

Fahrtbericht Hyundai i30 Herr Winterkorn muss sich noch nicht sorgen

Der Kompaktwagen i30 von Hyundai ist zum Angstgegner der europäischen Autohersteller herangereift. Dabei wird auch in Korea der Reis nur mit Wasser gekocht.

© Hersteller, F.A.Z. Fahrtbericht Hyundai i30: Herr Winterkorn muss sich noch nicht sorgen

Lieber Herr Winterkorn, das war ja eine Aufregung, als Sie damals, auf der Automesse in Genf, in einem Hyundai saßen und unbemerkt gefilmt wurden. Da knacke nichts in der Lenksäulenverstellung des Kompaktautos aus Korea, haben Sie gesagt. Bei anderen, auch bei VW, knacke es dagegen schon, wenn man das Volant verstelle.

Wir haben den Hyundai i30 jetzt ausgiebig gefahren und können bestätigen: Da knackt wirklich nichts. Zumindest in der Lenksäule. Aber wir wollen Sie beruhigen. Wenn das geräuschlose Verstellen des Lenkrads der einzige Grund bliebe, sich für einen Hyundai statt für einen VW zu entscheiden, dann müssten Sie sich keine Sorgen machen.

Und tatsächlich glänzt der 4,30 Meter lange Viertürer, motorisiert mit einer 1,6-Liter-Dieselmaschine, nicht durchgehend vom geschwungenen Markenlogo über dem wuchtigen Stoßfänger vorn bis zur versteckten Rückfahrkamera am Heck.

Preis

Für 23.810 Euro gibt es eine ganze Menge Auto, vor allem auf dem gehobenen Style-Ausstattungsniveau verweist der kompakte Hyundai nahezu alle Konkurrenten aus dem europäischen Lager auf die Plätze. Audio-Anlage, schlüsselloses Zugangssystem, Start-Stop-Automatik, Einparkhilfe und Rückfahrkamera sind hier serienmäßig an Bord.

Design

Auch die Gestalt des i30 hat gewonnen. Knackig und muskulös steht der Neue da, auf 16 Zoll großen Leichtmetallrädern, mit einer opulenten Front und hervorgehobenen Radhäusern. Sehr europäisch sieht der Wagen aus, was nicht verwundert, ist seine Form doch im Designzentrum Rüsselsheim (nur einen Spaziergang von den Opel-Studios entfernt) entwickelt worden.

Ein satte Sicke entlang der Flanken gibt der Silhouette Dynamik, das Heck türmt sich wuchtig auf, ein paar feine Pinselstriche erinnern an einen Wettbewerber, der bisher noch in Rüsselsheim gebaut wird.

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Platzangebot

Innen wird reichlich Raum geboten. Platz zur Genüge gibt es für die Mitfahrer, nur der Mittelsitz im Fond empfiehlt sich aufgrund einer unbequemen Ausformung nur für kurze Strecken. Köpfe und Knie finden dank einer nicht zu streng abfallenden Dachlinie und individuell einstellbarer Sitze genügend Freiheiten.

Kofferraum

Die Kofferraumgröße ist ebenfalls sehr gut, fast 380 Liter können wenigstens eingeladen werden, 1316 Liter Stauraum insgesamt stehen bereit, wenn die Rückbank umgeklappt wird. Dabei zerknautschen die Kopfstützen der Rückbanklehnen unschön die weichen und eher einfach ausgeführten Unterseitenverkleidungen der hochgestellten Sitzflächen. Kein schöner Anblick und sicher auch nicht dauerhaft tauglich. Der eingezogene Kofferraumboden macht die Ladefläche eben und bietet zusätzliche Staumöglichkeit.

Verarbeitung

Die Passagiere finden in ihrer Umgebung obendrein eine ganze Reihe tauglicher und angemessener Ablagemöglichkeiten. Rutschfeste Böden halten den Parkgroschen bei forschen Kurvenfahrten stramm am Platz, die Materialqualität des Interieurs ist gut, aber insgesamt acht verschiedene Kunststoffe ergeben einen wilden Mix, der eher beunruhigend wirkt, als dass er hohe Qualität vermittelte.

Lenkrad

Das gut in der Hand liegende Lenkrad beherbergt 17 verschiedene Tasten und Funktionen, unter anderem lässt sich dort die in drei Stufen einstellbare, unterschiedlich ausgeprägte Servounterstützung der Lenkung wählen. Viel bringt das nicht, sie bleibt in allen Einstellungen recht gefühllos und indirekt.

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