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Fahrtbericht Ford B-Max Durchgehend offen, warum und für wen?

Seinen kompakten B-Max hat Ford unter Verzicht auf den mittleren Dachpfosten mit hinteren Schiebetüren ausgerüstet. Das klingt nach Clou und hoher Pfiffigkeit. Im Alltag sieht das aber anders aus.

© Hersteller, F.A.Z. Vergrößern Fahrtbericht Ford B-Max: Offen! Warum und für wen?

Die Schönheit der Vernunft war schon immer ein Vorzug von Ford. Die Automobile mit der unglücklich wirkenden Pflaume am Bug trumpften mit praktischen Talenten auf, führten die Heckklappe in der Mittelklasse ein (allerdings mit mäßigem Scorpio-Erfolg) und setzten auf die großen Räume in Freizeit-Kombis und Familien-Vans.

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Mit der Max-Reihe entdeckte Ford den Reiz der neuen Formate, und mit dem jüngsten Derivat geht man neue Wege und ein Wagnis ein: Der neue B-Max ist durchgehend geöffnet, der Verzicht auf die sogenannten B-Säulen in der Mitte der Dachpfosten-Folge in Verbindung mit zwei hinteren Schiebetüren sichern dem kompakten Raumfahrzeug eine Sonderstellung.

Ausstattungsvarianten

Wer mit dem B sympathisiert, muss sich immer mit den Schiebetüren anfreunden. Eine Alternative mit konventionellen Klapptüren gibt es nicht. Immerhin offeriert Ford die Wahl zwischen zwei Diesel- und vier unterschiedlich kräftigen Benzinmotoren. Insgesamt gibt es vier Ausstattungsstufen, und mit der einfachsten (Ambiente) in Verbindung mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder gelingt der Einstieg in den B-Max schon für 15.950 Euro.

Allerdings noch ohne manuelle Klimaanlage, die gibt es entweder in der nächstbesseren Trend-Version für 1550 Euro im Cool-&-Sound-Paket oder serienmäßig in der aufwendigeren Titanium-Variante, die dann aber schon mindestens 18.450 Euro fordert. Die beiden Einstiegsvarianten Ambiente und Trend (16.450 Euro) sind also eher Kosmetik-Offerten. Der von uns bewegte B-Max kam mit einer etwas undurchsichtigen Menge von Extras auf rund 22.000 Euro, bei einem Basispreis von 19.350 Euro.

Motor

Um den Antrieb machte sich der neu entwickelte und mit Lorbeerkränzen überhäufte Dreizylinder-Benziner verdient. Das Ein-Liter-Motörchen bringt es mit Turboaufladung und allerlei Hightech (Ladeluftkühler, direkte Einspritzung) auf 88 kW oder wie in unserem Testwagen auf 74 kW (100 PS) und hält ein unerwartet bullig agierendes Drehmoment von 170 Nm bereit, das sich schon bei leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl ins Zeug legt.

Damit ist der B-Max trotz seines hohen Leergewichts flott und ausreichend agil unterwegs. Zudem läuft der Dreizylinder ausreichend kultiviert, hält nur geringe Vibrationen bereit und gibt gut klingende Töne ab.

Verbrauch

Wunderdinge im Konsumverzicht leistete er aber nicht: Im Durchschnitt mussten es doch 7,3 Liter Super für 100 Kilometer sein, allerdings bei winterlichen Temperaturen und Prüfbedingungen. Im absichtlich veranstalteten Sparbetrieb mit maximal 120 km/h und moderater Beschleunigung kamen wir auf 6,4 Liter, und die scharfe Autobahn-Etappe forderte rund 8,0 Liter.

Getriebe

Das Fünfganggetriebe kann als Vorbild für leichtes und exaktes Schalten gelten, allerdings haben es die vierte und die fünfte Stufe zu sehr auf verbrauchsgünstiges Fahren mit niedrigen Drehzahlen abgesehen.

Lenkung

Die mit guter Elektromotor-Unterstützung arbeitende Lenkung fällt durch eine Besonderheit auf: Sie fordert aus der Mittellage heraus mehr Kraft als im weiteren Lenkvorgang üblich. Das führt zu einer mitunter etwas eckigen Lenktätigkeit. Eine schwache, aber doch spürbare Neigung zum Gieren bei Geradeausfahrt ist womöglich auf die in den Flanken weicheren Winterreifen zurückzuführen. Die Seitenneigung der Karosserie in Kurven hält sich in engen Grenzen, und der Fronttriebler wusste mit unproblematischem Kurvenverhalten und guter Federung zu überzeugen. Allerdings war eine gewisse Empfindlichkeit bei Seitenwind zu registrieren.

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Veröffentlicht: 29.01.2013, 13:20 Uhr