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Fahrtbericht BMW 318d Gran Turismo Ein schneller Rücken für den fülligen Bayern

Die Neuheiten von BMW sind nicht nur Kunstwerke für die Zukunft. Mit dem 3er GT wird an die Gegenwart gedacht und die Vergangenheit nicht vergessen. Die Schrägheck-Limousine bereichert die Baureihe.

© Hersteller, F.A.Z. Vergrößern Fahrtbericht BMW 318d Gran Turismo

Satt sind sie, die Kunden. Deshalb gilt schon die kleinste Lücke im Modellprogramm als Nische im Markt. Mit dieser Denke wurde BMW einst gerettet und jetzt berühmt. Das hat sich nicht geändert, und die beste Basis für immer neue Pirouetten um das bekannte Bayern-Thema aus Zukunft, Popularität und Pragmatismus bietet die rastlos erneuerte 3er-Reihe.

Wolfgang Peters Folgen:  

Die klassische Limousine mit ihrer Botschaft der Konzentration auf die inneren Werte des Fahrens bewegt sich auf dem einsamen Höhenweg ihrer Karriere. Technoid waren fast alle BMW in der Vergangenheit. Dazu gesellt sich jetzt eine spannungsreiche Harmonie unter der Abkürzung 3er GT.

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Für die Anwesenheit von subjektiv zu empfindender Schönheit sorgen beim jüngsten 3er-Derivat die dynamische Dachlinie, großzügigere Proportionen mit längerem Radstand und der Verzicht auf kurvenschlagende Spielereien in den Flanken des GT.

Für Gran Turismo steht dieses Kürzel, und es ist nicht der originellste Name für ein Modell, das in eine schmale, aber doch sichtbare Lücke zwischen 3er und 5er hineinfährt. Dass sich diese Lücke überhaupt noch auftut, liegt an einer Inkonsequenz der Bayern: Der 3er Touring hätte maßvolles Wachstum bereits gut vertragen können. Vielleicht ist deshalb der elegant gezeichnete und nur in der Seitenansicht über dem hinteren Radausschnitt etwas plump wirkende 3er GT nicht nur zurzeit der bessere Touring, sondern auch ein Schritt hin zum kommenden, größeren Kombi.

Immerhin räumt er aufgrund seiner großzügigeren Abmessungen mit den Zwick-zwack-kneif-knirsch-Nachteilen der bisher eher kleinteiligen 3er-Reihe auf. Nun gibt es noch mehr Gründe, sich in der klassischen BMW-Abteilung ernsthaft umzusehen. Der Preis zählt nicht dazu.

Modellauswahl

Die Münchner führten uns den GT als 318d zu. Der kommt mit einem von vier weitgehend baugleichen Vierzylinder-Dieselmotoren, die alle 1995 Kubikzentimeter, aber unterschiedliche Leistungen haben. Hierarchische Vielfalt wird hier mit separaten Modellbezeichnungen vorgetäuscht und mit elektronischem Motormanagement sowie Aufladetechnik zumindest in der Leistungsausbeute erreicht.

Für BMW ist das eine lohnende Vorgehensweise, für den verwöhnten Status-Kunden ein Verlust. Mit serienmäßigem Sechsganggetriebe kommt der 318d GT für 36.150 Euro, mit dem uneingeschränkt zu empfehlenden automatisch oder auf Hebeldruck arbeitenden Achtganggetriebe auf 2150 Euro mehr, mit einigen Extras ergab sich der vollschlanke Grundpreis von 57.340 Euro.

Länge

Die Änderungen im Vergleich zu bisherigen 3ern sind nicht weniger als gewaltig, der GT ist ein anderes, ein neues Auto. Gleichzeitig führt die nicht nur elegante, sondern auch üppigere Körperlichkeit des GT zu einem Sowohl-als-auch-Ergebnis: Die stattliche Länge bringt für die Passagiere mehr Freude am Leben im Innenraum, aber der Fahrer kämpft (immer im Vergleich zum 3er Touring) mit einem um 50 Zentimeter auf 11,80 Meter vergrößerten Wendekreis, und auf der Suche nach einem Parkplatz hat er die um 20 Zentimeter auf 4,82 Meter gestiegene Länge über alles zu beachten.

Kofferraum

Im Heck wartet eine nach außen 70 und nach innen zehn Zentimeter über dem jeweiligen Niveau hockende Ladekante. Das belastet den empfindlichen Rücken. Die Heckklappe schwingt zwar über Stehhöhe nach oben, aber die GT-Öffnung ist schmaler. Das Beladen des 100 Zentimeter tiefen und 95 breiten Kofferraums ist deshalb mühsamer als erwartet.

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Veröffentlicht: 23.08.2013, 10:12 Uhr