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Veröffentlicht: 04.04.2017, 12:12 Uhr

Suzuki V-Strom 650 und 1000 Suzi hat Gelbfieber

Suzuki hat die überarbeiteten Reise-Enduros V-Strom 650 und 1000 vorgestellt. Die XT-Versionen kommen mit Speichenrädern. Bedeutsamste technische Neuerung der Tausender ist die Einführung des Motion Track Brake Systems.

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© Suzuki Neu vorgestellt: Suzuki V-Strom 650 und V-Strom 1000

Momentan ist Suzuki nicht der strahlendste Stern am Motorradhimmel. Die Zahlen der Zulassungsstatistiken sind unbarmherzig und sprechen eine deutliche Sprache. Platz sieben im vergangenen Jahr für den einstigen Kraftrad-Tabellenführer in Deutschland mit nur noch 5,7 Prozent Marktanteil, das ist nicht das Gelbe vom Ei.

Walter Wille Folgen:

Fein funktionierende Motorräder haben die Japaner im Programm. In einigen Segmenten treten sie mit Modellen an, die unbedingt in die engere Wahl eines Interessenten gehören. Aber das fällt offenbar zu wenigen auf. Suzi, die ehrliche Haut, bringt sich zu wenig ins Gespräch. Waren das Zeiten, als der Name Hayabusa für Empörung und Gänsehaut sorgte, leidenschaftlich übers Design der B-King gestritten wurde, der Supersportler GSX-R 1000 das Maß der Dinge war und gelbe Wüstenrenner mit Schnabel Schlagzeilen erzeugten.

Zurzeit steht die Marke eher für versteckte Perlen und ungenutzte Chancen. Man verbindet sie mit solider Technik, Zuverlässigkeit und fairen Preisen. Das ist seriös und ehrenwert, aber weder cool noch sexy. Der Klassik-Trend wurde verschlafen. Allein den Verstand anzusprechen reicht längst nicht mehr. Was fehlt, ist mal wieder etwas richtig Freches, Gewagtes. Das eine oder andere Fahrzeug, dessen Anblick die Kinnlade herunterklappen lässt.

Obendrein wurde die äußere Erscheinung aufgepeppt

Von der Existenz eines neuen Kinnladen-Motorrads würden auch die versteckten Perlen durch gesteigerte Aufmerksamkeit profitieren. Die Reise- und Allround-Maschinen der V-Strom-Familie etwa. Die waren schon bisher gut und sind im Zuge der Modellpflege zur Saison 2017 noch besser geworden. Obendrein wurde die äußere Erscheinung aufgepeppt. V-Strom 650 und ihre große Schwester V-Strom 1000, im Design vereinheitlicht, sehen sich nun zum Verwechseln ähnlich. Durch die neue Front mit kräftigem Enduro-Schnabel und übereinander angeordneten Scheinwerfern wirken sie kerniger, demonstrieren Selbstbewusstsein, wecken Erinnerungen an Suzukis Schnabellegenden DR-Z und DR-BIG. Bisher kaufte man eine V-Strom vielleicht trotz ihres Aussehens. Jetzt kann man sich auch deswegen für sie entscheiden.

Beide Adventure-Schwestern werden in einer Basis-Version mit 10-Speichen-Gussrädern angeboten (die 650er für 8390, die Tausender für 12 600 Euro, plus Nebenkosten) sowie jeweils in einer XT-Variante, für die ein Aufpreis von 600 (650 XT) oder 400 Euro (1000 XT) fällig wird. Die paar Hunderter extra lockerzumachen lohnt sich: Die XT-Typen sind die attraktiveren, weil mit schönen Drahtspeichenrädern ausgerüstet. Im Fall der V-Strom 650 XT kommen außerdem Handprotektoren, Kunststoff-Motorspoiler sowie neue Reifen des Typs Bridgestone Battlax Adventure A 40 hinzu. Diese A 40 hinterließen bei unseren ersten Probefahrten einen überragenden Eindruck hinsichtlich Griffigkeit, Präzision und neutralem Verhalten. Ein Jammer, dass sie den Nicht-XTs vorenthalten bleiben.

Warum nicht der hübschere Lenker für alle Modelle?

Ebenfalls durch die Speichenräder hebt sich die Tausender-XT vom Basis-Motorrad ab, darüber hinaus durch eine hübschere, konifizierte Lenkstange. Für sämtliche V-Stroms stehen drei Farben zur Wahl: Weiß, Schwarz sowie „Champion Yellow“. Das sonnige Kanarienvogelgelb macht in Kombination mit den goldfarben eloxieren Felgen der Speichenräder am meisten Eindruck. Leider gibt es Goldräder ausschließlich für die gelben XTs, die weißen und die schwarzen bekommen stets schwarze Felgen. Warum dem Kunden nicht die Wahl lassen zwischen schwarzen und goldfarbenen Rädern für die XTs in sämtlichen Fahrzeugfarben? Und warum nicht der hübschere Lenker für alle Modelle? Mit Kleinigkeiten wie diesen machen es sich die Suzuki-Mannen manchmal selbst schwer.

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Von Michael Spehr

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