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Dacia Duster Für die Schnäppchenjagd durch Matsch und Modder

25.04.2010 ·  Dacia bleibt ein Preisbrecher auf dem deutschen Markt. Neuestes Beispiel ist der kompakte Dacia Duster für 11.900 Euro. Er ist kein hässliches Entlein, sondern gewiss das attraktivste unter den mittlerweile sechs Dacia-Modellen.

Von Martina Göres
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Die rumänische Renault-Tochter Dacia bleibt bei ihrer Rolle als Preisbrecher auf dem deutschen Markt. Seit dem vergangenen Wochenende ist der kompakte Dacia Duster von 11.900 Euro an im Verkauf, die von Juni an erhältlichen Allradvarianten kosten jeweils 1800 Euro mehr. Die teuerste 4x4-Version mit Ledersitzen und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen kommt auf 18.200 Euro. Dafür gibt es weder einen Skoda Yeti noch einen Toyota RAV 4 und erst recht keinen VW Tiguan mit Allradantrieb.

Dabei ist der 4,31 Meter lange und 1,82 Meter breite Duster durchaus kein hässliches Entlein, sondern gewiss das attraktivste unter den mittlerweile sechs Dacia-Modellen. Geländewagentypisch mit verbreiterten Kotflügeln, ausgestellten Radhäusern und robusten Stoßfängern ausgestattet, verfügt der geräumige Viertürer mit großer Heckklappe von der zweiten Ausstattungslinie an auch über eine Dachreling.

Die Vorder-, und bei den Frontantriebs-Versionen auch die Hinterachse, stammen aus der Stufenhecklimousine Logan, sie wurden aber für den Einsatz im Duster verstärkt. Für den Duster 4x4 wurde die Mehrlenker-Hinterachse mit einer modifizierten McPherson-Radaufhängung entwickelt. Mit langen Federwegen und der hohen Bodenfreiheit von 21 Zentimetern (20,5 Zentimeter beim Fronttriebler) zeigt sich das rund 1,3 Tonnen schwere SUV gut gerüstet für Ausflüge abseits asphaltierter Wege. Der Böschungswinkel von 30 Grad vorn und 36 Grad hinten sowie der Rampenwinkel von 23 Grad machen den Duster zum robusten Kletterer.

Kraftverteilung im Verhältnis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse

Beim variablen Allradantrieb kann der Fahrer per Knopfdruck drei unterschiedliche Modi wählen. Generell mit angetriebenen Vorderrädern ist der Duster im 2WD-Modus unterwegs. Wird der Knopf auf "Auto" gedreht, fährt der Wagen so lange kraftstoffsparend mit Frontantrieb, wie es die Fahrbahnbedingungen zulassen. Bei mangelnder Traktion leitet die vom Renault-Partner Nissan stammende elektromagnetische Kupplung bis zu fünfzig Prozent des Drehmoments nach hinten. Im Modus "Lock" bewegt sich der Geländewagen bis 60 km/h mit starrer Kraftverteilung im Verhältnis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Eine Getriebeuntersetzung gibt es nicht. Allerdings verfügt das speziell für die 4x4-Versionen entwickelte Sechsgang-Schaltgetriebe über einen extrem kurz übersetzten ersten Gang (24 Prozent kürzer als beim Fronttriebler), der das Anfahren in schwierigem Gelände erleichtert und als Kriechgang genutzt werden kann. Bei ersten Testfahrten auf staubigen marokkanischen Buckelpisten hinterließ der Duster einen durchaus positiven Eindruck.

Drei aus dem Renault-Motorenprogramm bekannte Vierzylinder-Triebwerke sind für den Antrieb zuständig. Der 1,6-Liter-Benziner mit Vierventil-Technik leistet 77 kW (105 PS) und ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 164 km/h gut. Der Verbrauch beträgt nach der Norm 7,5 Liter Super je 100 Kilometer (177 g CO2/km). In zwei Leistungsstufen steht der 1,5-Liter-Common-Rail-Diesel zur Wahl. Die 63 kW (86 PS) starke Version zu Preisen von 13900 Euro an ist mit einen Normverbrauch von 5,1 Liter Diesel je 100 Kilometer besonders sparsam (135 g CO2/km); die Allradversion ist erst von November an erhältlich. Mindestens 15400 Euro kostet der 79 kW (107 PS) starke (81 kW/110 PS im 4x4) Selbstzünder mit serienmäßigem Rußpartikelfilter.

Die im Innenraum verwendeten Materialien sind nicht unbedingt hochwertig

Innen punktet der Duster mit gutem Raumangebot für vier bis fünf Personen, Kopf- und Kniefreiheit sind enorm. Hinter der (von der dritten Ausstattungslinie an) asymmetrisch umklappbaren Rücksitzlehne steht ein Gepäckvolumen von 475 bis 1636 Liter zur Verfügung, 443 bis 1604 Liter sind es bei den Allradvarianten. Die Ladekante liegt 76 Zentimeter über dem Boden. Die im Innenraum verwendeten Materialien sind nicht unbedingt hochwertig, wirken aber solide und gut verarbeitet. Einziges Manko ist die dürftige Sicherheitsausstattung. Lediglich ABS und Frontairbags sind in der Basisversion serienmäßig, Seitenairbags gibt es erst von der zweiten Ausstattungslinie an, Kopfairbags gar nicht und ESP nur für den großen Selbstzünder gegen 300 Euro Aufpreis.

Mit gelungenem Design, Kampfpreisen und bewährter Renault-Technik ist der Neuling aus Rumänien aber sicher trotzdem ein attraktives Angebot für all diejenigen, denen die bislang angebotenen SUVs zu teuer sind.

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