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Chevrolet Volt Watt ihr Volt: Der Chevy für die Steckdose

14.10.2008 ·  Nicht der Weg der Hybridisierung: Mit seiner 180 Kilogramm schweren Batterie wird der Chevrolet Volt ab 2010 rein elektrisch fahren. Er wird das erste für längere Strecken taugliche Elektro-Serienfahrzeug der Unternehmensgeschichte.

Von Michael Kirchberger
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General Motors feiert: Das amerikanische Markenkonglomerat besteht seit 100 Jahren. Und schenkt sich und der automobilen Welt das erste für längere Strecken taugliche Elektro-Serienfahrzeug der Unternehmensgeschichte. 2010 soll der Volt, dessen Studien-Vorläufer schon im vorigen Jahr auf der Autoschau in Detroit zu sehen war, auf den amerikanischen Markt kommen, ein Jahr später dann als Neuauflage des Opel Astra auf den europäischen.

Anders als japanische oder deutsche Hersteller beschreiten GM und die Marke Chevrolet, unter deren Zeichen der Volt antreten wird, für dieses Modell nicht den Weg der Hybridisierung. Die 4,4 Meter lange Stufenhecklimousine wird ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben. Der bezieht seine Energie aus 220 einzelnen, zu einer T-förmigen Batterie zusammengesetzten Zellen. Sie ist rund 1,8 Meter lang und etwa einen Meter breit. Der Querbalken des „T“ ist vor der Verbundlenkerachse unter dem Wagenheck positioniert.

Ausgewogenes Fahrverhalten und eine gute Wendigkeit

16 kWh leistet der Lithium-Ionen-Akku. Das reicht nach Angaben von GM für eine Fahrtstrecke von 60 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h. Das Gewicht der Batterie liegt bei 180 Kilogramm, was über der zurzeit als Faustregel gültigen Energieausbeute von 17 kWh je 100 Kilogramm Batteriegewicht liegt. Im Vergleich mit Flüssigtreibstoff wie Benzin kann die Energiedichte der Batterie gleich gar nicht bestehen. 17 kWh entsprechen dem Gehalt von fünf Liter Sprit.

Die bodennahe Plazierung des Akkus beeinträchtigt das Fahrverhalten des Volt nicht, so Chefingenieur Andrew Farah bei der Präsentation des Elektrowagens bei Opel in Rüsselsheim. Der GM-Mann verspricht ausgewogenes Fahrverhalten und eine gute Wendigkeit.

Verbrennungsmotor sorgt für frische Energie

Die sollen als gerne zitierte Opel-Tugend dann auch den neuen Astra zieren. Der wird ein Jahr nach dem Volt als neue Generation debütieren und gleich zum Start - neben den konventionellen Antriebsformen - als zeitgemäßes Elektroauto präsentiert werden. Hans Demant, Geschäftsführer der deutschen GM-Tochtermarke, versäumt unterdessen nicht, auf die umfangreiche Mitarbeit von Opel-Ingenieuren am Volt/Astra-Projekt hinzuweisen. Die gemeinsame Basis beider Fahrzeuge sei von vornherein auf die Anforderungen der Astra-Baureihe abgestimmt worden.

Die Reichweite von rund 60 Kilometer mit einer einzigen Batteriefüllung würde jedoch kaum für das erwünschte Kundeninteresse sorgen. Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass 80 Prozent aller deutschen Autofahrer laut Aussagen von GM nicht mehr als 60 Kilometer am Tag zurücklegen. Urlaubsreisen etwa würden einen zusätzlichen Wagen in der Familien-Remise erfordern, was für die meisten Haushalte keine akzeptable Lösung darstellte. Die Entwickler haben sich deshalb für eine Reichweiten-Vergrößerung entschieden, die ein herkömmlicher Verbrennungsmotor an Bord des Volt/Astra übernimmt. Er dient nicht unmittelbar dem Vortrieb, sondern versorgt die Batterie bei niedrigem Ladezustand mit frischer Energie.

Der finanzielle Vorteil ist das zweite Argument

Der Vierzylinder-Benziner mit 1,4 Liter Hubraum treibt hierfür einen Generator an und arbeitet mit konstanter Tourenzahl in seinem wirtschaftlichsten Drehzahlbereich. Die Reichweite lässt sich mit Hilfe des Verbrennungsmotors vergrößern. In der Nacht oder während längerer Stillstandszeiten kommt der Volt an die Steckdose. An einem haushaltsüblichen Anschluss mit 230 Volt braucht die Batterie etwa drei Stunden, um wieder vollständig aufgeladen zu werden. Unterwegs nutzt der Wagen durch Umpolung des E-Motors beim Bremsen die kinetische Energie, um sie als Strom wieder zu speichern.

Der finanzielle Vorteil sei neben der Entlastung der Umwelt das zweite wichtige Argument, das den Volt zum Erfolg machen soll. Ein nächtliches Nachladen kostete bei heutigen Energiepreisen etwa einen Euro. Der im Volt gefahrene Kilometer käme auf rund zwei Cent, mit einem herkömmlich motorisierten Auto ähnlicher Größe sei rund das Sechsfache zu veranschlagen, heißt es. Über die Preise des Elektrowagens gibt es keine Aussagen. Man wird zum Verkaufsstart mit knapp 40.000 Euro rechnen müsssen.

Lebensdauer der Batterie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg

Die Ausstattung des frontgetriebenen Viersitzers ähnelt stark den Angeboten der Großserie. Ein berührungsempfindlicher Bildschirm, ein Navigationssystem mit integrierter Festplatte, eine Klimaanlage und ein aufwendiges Audio-System sind die wesentlichsten Posten.

Über die Lebensdauer der Lithium-Ionen-Batterie machen die Entwickler nur vage Angaben. Auf mehrere tausend Ladezyklen sei sie ausgelegt, ließe sich danach recht einfach auseinandernehmen und wieder aufbereiten. Auch dieser Umstand wird über Erfolg oder Misserfolg des Volt mit entscheiden. Denn sollte die Batterie vorzeitig ihren Geist aufgeben, wäre ein Austausch unter wirtschaftlichen Aspekten kaum zu akzeptieren. Das würde jeglichen finanziellen Vorteil ins Gegenteil verkehren. Denn der Akku ist das teuerste Bauteil des gesamten Fahrzeugs.

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