12.03.2009 · Kann man einem großen Geländewagen wie dem Porsche Cayenne in Zeiten ökologischer Überempfindlichkeit soziale Akzeptanz verschaffen? Man kann es versuchen, wenn ein Auto sogar in der Lage ist, streckenweise zu „segeln“.
Von Holger GlanzKann man einem großen Geländewagen wie dem Porsche Cayenne in Zeiten ökologischer Überempfindlichkeit soziale Akzeptanz verschaffen? Man kann es zumindest versuchen. Cayenne Hybrid klingt doch von vornherein nach Sparsamkeit, Umweltfreundlichkeit und Political Correctness.
Mitte 2010 wird es einen neuen Cayenne geben - dann auch mit Hybrid-Antrieb. Porsche bot jetzt Gelegenheit, den Antrieb im noch aktuellen Modell auszuprobieren. Der Cayenne soll damit einen Durchschnittsverbrauch von 8,9 Liter auf 100 Kilometer (211 g/km CO2) erreichen. Gemessen an seiner Leistung ist er damit ein sparsames Auto. Denn sein V6-Motor mit 3,0 Liter Hubraum, Kompressor und Benzindirekteinspritzung bringt es immerhin auf 245 kW (333 PS) und 440 Newtonmeter.
Porsche lässt den Cayenne segeln
Sein Elektromotor ist ein Dreiphasen-Synchron-Motor mit 38 kW (52 PS). Er sitzt gemeinsam mit der Trennkupplung zwischen Ottomotor und Automatikgetriebe auf einer durchgehenden Welle, weswegen man von einem Parallel-Hybrid spricht. Die Automatik hat acht Stufen. Sie ist eine Neuentwicklung, die auch den anderen neuen Cayenne zugutekommen wird. Genauso wie dem Schwester-Modell VW Touareg, das ebenfalls 2010 als Hybridler startet.
Wird das Gaspedal nur sanft gestreichelt, setzt sich der rund 2,4 Tonnen schwere Allradler rein elektrisch in Bewegung. Mit höchstens 50 km/h schafft er so rund zwei Kilometer. Wird dagegen mit dem Gaspedal am Bodenblech angefahren, packen die 300 Nm des Elektromotors kräftig mit an, und der schwere Brocken stürmt in 6,8 Sekunden auf 100. Das ist fast so schnell, wie der Cayenne mit V8-Motor beschleunigt.
Wichtig: Der Hybrid-Cayenne ist in der Lage, streckenweise zu „segeln“. So bezeichnen die Porsche-Techniker den Zustand, bei dem der Ottomotor abgeschaltet und abgekoppelt wird und das Auto mit viel geringeren Reibungsverlusten als üblich einfach nur rollt. Das Segeln funktioniert bis 138 km/h, somit auch auf der Autobahn. Projektleiter Michael Leiters: „Bis zu diesem Tempo ist das nur mit einem Parallel-Hybrid möglich. Ein leistungsverzweigter Hybrid, wie etwa der Toyota Prius, kann das bis höchstens 70 km/h. Bis zum Serienstart werden wir das Segeltempo sogar auf 158 km/h erhöhen.“
Der Hybrid-Cayenne wird ein kostspieliges Gefährt sein
Wären da nicht die bedeutungsvollen Anzeigen im Cockpit und die bei jedem Gaswegnehmen auf null pendelnde Drehzahlmessernadel - man käme nicht auf die Idee, dass neben dem Otto-Motor noch eine E-Maschine an Bord ist. Im Serienmodell wird es keinerlei Einschränkungen hinsichtlich des Kofferraums geben.
Der Hybrid-Cayenne wird, wenn er Mitte 2010 auf den Markt kommt, ein kostspieliges Gefährt sein. Nach heutigem Stand dürfte Porsche mindestens 10.000 Euro mehr als für das V8-Modell verlangen. 80.000 Euro könnten das werden. Fraglich, ob sich damit bei Käufern, die starke Autos fahren und bezahlen wollen, so etwas wie Öko-Bewusstsein wecken lässt.
Zärtliche Gefühle für obszöne Erinnerungen aus der Vergangenheit
Martin Behmenburg (mahattma)
- 12.03.2009, 16:49 Uhr
"Segeln" - ein Anfang in die richtige Richtung?
Alexander Batschari (heilex)
- 12.03.2009, 18:08 Uhr
Wow ist das nicht toll?
Shora Fix (shorafix)
- 12.03.2009, 19:55 Uhr
Das Auto muss sein
Guido Lang (guidonumberone)
- 13.03.2009, 10:23 Uhr