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Cadillac SRX und Infiniti FX Mut zur Lücke

Weit unten in der Zulassungsstatistik werden Cadillac SRX und Infiniti FX geführt. Eine Annäherung an zwei Exoten, die vieles anders machen als die etablierte SUV-Schar.

© Hersteller Vergrößern Ein paar hundert FX verkauft Infiniti in Deutschland. Der Cadillac SRX wird in der Zulassungsstatistik gar nicht eigenständig geführt

Neulich in Frankfurt, auf einem Schulparkplatz. Es halten hintereinander zwei Audi Q7, beide schwarz. Der eine ist von dem anderen nur durch den Blick auf das Kennzeichen zu unterscheiden. Wer an Geländewagen und ihre artverwandten Asphaltgeschwister namens SUV denkt, der denkt an Land-Rover, Mercedes-Benz ML, BMW X 5, VW Tiguan und Porsche Cayenne. Vielleicht noch an Hyundai ix oder Nissan Qashqai. Aber dann?

Frank-Holger  Appel Folgen:  

In der hintersten Ecke der Zulassungsstatistik kauern zwei Nonkonformisten. Wer sichergehen möchte, nicht an jeder Ecke einem Zwilling zu begegnen, der kann versuchen, einen Infiniti FX oder Cadillac SRX zu erwerben. Das ist nicht so einfach, denn das Händlernetz ist dünn, eins bedingt das andere: Der Infiniti FX ist im vergangenen Jahr in Deutschland nur 650 Mal verkauft worden. Der Cadillac SRX wird vom Kraftfahrtbundesamt gar nicht gesondert geführt, General Motors (GM) nennt 25 Stück. Der Auftritt mit dem einen wie dem anderen führt zu ständigen Dialogen mit seinen Mitmenschen. Was ist das für eine Marke? Infiniti? Nie gehört. Koreaner? Chinese? Nach kurzer Zeit legt man sich eine Strategie zurecht: „Kennst du Lexus“, fragt man dann. Ja, das kennen einige. „Lexus ist die Luxusmarke von Toyota, und Infiniti ist die von Nissan.“ Im Cadillac ergeht es einem nicht besser, er wird für einen Chevrolet gehalten, was für eine gewisse Unschärfe des Profils beider (zu GM gehörenden) Marken spricht.

23200753 © Hersteller Vergrößern Cadillac SRX mit schönem Panoramadach

Lob sei Infiniti und Cadillac gespendet, dass sie den Mut zu kräftigen Benzinmotoren haben. Das macht sie nicht massentauglicher, aber es soll Menschen geben, die selbst in dieser Kategorie keinen Diesel wollen. Infiniti hat immerhin einen FX mit Dreiliter-Sechszylinderdiesel (175 kW/238 PS) im Angebot, auch einen 3,7-Liter-Benziner gibt es, doch angetreten ist der mächtige Fünf-Liter-V8-Benziner mit 287 kW (390 PS) und 500 Nm Drehmoment im FX 50 S. Cadillac offeriert keinen Diesel, der im SRX verbaute V6-Benziner ist gerade erstarkt, er holt aus 3,6 Liter Hubraum 234 kW (318 PS) und 360 Nm Drehmoment.

Freude und Verdruss bieten der Japaner wie der Amerikaner. Uns gefallen die dynamischen Formen, die aber den Nachteil beschränkter Übersichtlichkeit haben. Im Infiniti mit seiner imposanten Motorhaube sind die aufragenden Kotflügel im Weg, und die Sicht nach rechts vorn leidet unter dem schmalen Feld, das von Armaturenbrett und Innenspiegel eingeengt wird. Vor lauter Sorge, an parkenden Autos kleben zu bleiben, fährt man stets zu weit in der Mitte. Im Winter zieht die Frontscheibe zudem Dreck magisch an, die Scheibenwaschanlage ist überfordert. Der Blick zurück ist hier wie dort bescheiden, zumal vor allem am Infiniti mit seinen spät ansprechenden Parkpiepsern die Rückfahrkamera verschmutzt und dann keine Hilfe mehr ist.

23200748 © Hersteller Vergrößern Infiniti FX mit zittriger Unruhe

Aber im Infiniti, der den Innenraum gern flotter auf wohlige Temperatur bringen dürfte, sitzt es sich gut. Das vordere Gestühl ist großzügig und bequem, es bietet guten Seitenhalt. Auch hinten herrscht noch genug Kopf- und Beinfreiheit. Im Cadillac mit seinem schönen Panoramadach sieht das anders aus. Die Vordersitze sind zwar halbwegs bequem, haben jedoch keinerlei Kontur, und hinten besteht von einer Körpergröße von 1,75 Meter an Kontakt mit dem stark eingezogenen Dach.

Zur Steigerung der Fahrdynamik betreibt vor allem Infiniti konstruktiven Aufwand. In den gehobenen Varianten ist eine aktive Hinterradlenkung tätig. Damit geht er zackig zu Werke, die Reaktionen sind aber gewöhnungsbedürftig. Wir empfehlen eine Probefahrt vor dem Kauf, das Verhalten mag nicht jedermanns Sache sein. Einen ohne diesen technischen Kniff ausgestatteten FX 30 d schickten wir in eine Sondersituation, die er offenbar bestens meisterte. Die Kollegin, die sich um Wohnwagen kümmert, hatte ihn als Zugwagen und berichtet, selten sei ein Gespann so stabil gelaufen (Bericht folgt).

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