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BMW X1 Kleiner ist feiner

04.10.2009 ·  Mit dem X1 plant BMW die nächste Nische zu erobern - die des Premium-Kompaktsegments der SUVs. Für weniger ambitionierte Kunden gib es den X1 schlicht nur mit Hinterradantrieb. Das spart 2000 Euro.

Von Jürgen Lewandowski
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Ältere Zeitgenossen erinnern sich noch an die Aufregung, als BMW 1983 mit dem 524td seinen ersten Dieselmotor vorstellte – alle Welt fragte sich damals, ob die Welt wirklich einen Selbstzünder aus Milbertshofen benötigte. Heute gehören die BMW-Dieselmotoren zu den feinsten Triebwerken ihrer Art – und ähnlich eroberte der 1999 präsentierte BMW X5 die SUV-Welt mit seiner Melange aus Fahrdynamik, Luxus und Geländetauglichkeit. Heute verdient BMW mit seinen X6-, X5- und X3-Modellen viel Geld – alleine vom X3 wurden mehr als eine halbe Million Exemplare verkauft.

Kein Wunder, dass die Bayern dieses Segment nun nach unten abrunden – konsequenterweise trägt das Modell die Bezeichnung X1. Wer es noch kleiner haben möchte, kann sich demnächst bei Mini bedienen. Aber eigentlich ist der X1 bereits kompakt genug: Mit einer Länge von 4,45 Metern überbietet er den VW Golf um ganze 26 Zentimeter, dazu ist er 1,2 Zentimeter breiter und sieben Zentimeter höher als Deutschlands meistverkaufter Wagen.

Nicht ganz so dominant wie seine größeren Brüder

Mit diesen Abmessungen gibt sich der kleine SUV in Zeiten, in denen Geländewagen gerne mit etwas Misstrauen betrachtet werden, betont zurückhaltend, ohne auf die typische BMW-Linie zu verzichten. Dass er dabei – wegen der geschrumpften Abmessungen – nicht ganz so dominant wie seine größeren Brüder daherkommt, wird dem Verkaufserfolg keinen Abbruch tun. Im Gegenteil: Der X1 erfreut durch seinen fehlenden Glamoureffekt – er gibt sich als grundsolider, städtetauglicher SUV, als BMW im Kompaktkleid. Und das kommt in diesen Zeiten sicherlich gut an.

Kein Wunder, dass man bei BMW fest daran glaubt, mit dem X1 jährlich weitere 30 000 bis 40 000 Kunden ins weißblaue Lager locken zu können – denn nur wenige Käufer werden von einem X5 oder X3 absteigen; man ist sich sicher, die Käuferinnen und Käufer von der Konkurrenz zu locken.

Dazu trägt natürlich – neben dem erfolgreichen Efficient-Dynamics-Programm – die BMW-eigene Fahrdynamik ihren Teil bei, die die Techniker auch dem X1 anerzogen haben. Wobei die Wahl des Triebwerks dabei eine Rolle spielen wird – beim X1 gibt es drei Dieseltriebwerke mit 1,8 Liter Hubraum (105 kW/143 PS), 2,0 Liter Hubraum (130 kW/177 PS) sowie 2,3 Liter Hubraum (150 kW/204 PS) und einen Sechszylinder-Ottomotor mit 2,8 Liter Hubraum und 190 kW (258 PS). Natürlich erfüllen alle Motoren Euro 5, und mit Norm-Verbrauchswerten zwischen 5,3 und 9,4 Liter sollte man den X1 auch nicht als typischen SUV betrachten.

Lieber Boulevard- als Geländestrecken bewältigen

Während der X1 als SUV grundsätzlich mit dem xDrive-Allradantrieb ausgeliefert wird, gibt es für diejenigen, die lieber Boulevard- als Geländestrecken bewältigen, den 1,8- und den 2,0-Liter auch als X1 sDrive mit herkömmlichem Hinterachsantrieb, was den Preis um glatte 2000 Euro reduziert und der Fahrfreude dank vieler elektronischer Helferlein nicht abträglich ist.

Mit Preisen zwischen 29 550 Euro für den 1,8-Liter-Diesel samt Heckantrieb und 41 500 Euro für den starken Sechszylinder ist der X1 nicht gerade billig geraten – und dabei ist die lange Aufpreisliste noch nicht einmal berücksichtigt. Andererseits gab sich der sanftmütig und dennoch rassig klingende 2,0-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor bei ersten kurzen Fahrten bemerkenswert souverän und sprintfreudig und erwies sich dennoch mit etwa 7,3 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer als nicht wirklich durstig.

BMW hat sein SUV-Angebot komplettiert

Dazu kommt eine hervorragende Nutzung des umbauten Raums mit großzügigem Passagierabteil und überreichlich Kopffreiheit. Und dass der Fünfsitzer mit einem Kofferraum von 420 Litern – bei umgelegten Rücksitzen stehen bis zu 1350 Liter zur Verfügung – auch urlaubstauglich ist, wird die Käufer ebenfalls erfreuen.

Mit dem X1 hat BMW sein SUV-Angebot komplettiert, und man muss kein Prophet sein, um dem bayerischen Haus gute Geschäfte voraussagen zu können. Dafür fährt sich der X1 zu gut, und dafür ist die Strahlkraft des weißblauen Labels zu groß. Dass er sich im Gelände tapfer schlagen kann, aber einem X5 oder einem Land Rover Defender unterlegen ist, wird die Kundschaft hinnehmen – für die Fahrt zur eigenen Jagd kaufen Waidmänner andere Fahrzeuge. Zum Erklimmen der Dünen von Sylt und der normalen Pässe reicht der X1 aber, und das genügt den meisten Kunden allemal.

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