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BMW F 800 R Kampfansage aus München

29.05.2009 ·  Bisher wenden sich die K- und R-Serien, aber auch die Typen der F-Baureihe, an besonders solvente Kundschaft. Jetzt aber steht die F 800 R als jüngste BMW beim Händler. Sie lockt mit anständiger Leistung und mit einem erschwinglichen Preis

Von Michael Kirchberger
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Eine neue BMW soll kein Traum mehr bleiben. Bisher wenden sich die K- oder R-Serien an besonders solvente Kundschaft, und auch die Typen der F-Baureihe waren nicht eben zu Schnäppchenpreisen zu haben. Jetzt aber steht die F 800 R als jüngste BMW mit dem Zweizylinder-Reihenmotor beim Händler. Sie lockt mit anständiger Leistung, einer sachte verruchten Gestalt und vor allem einem erschwinglichen Preis: 7850 Euro sind für eine BMW kein großes Geld. Zumindest rückt sie ihre Kaufsumme in Reichweite manch eines Interessenten.

Auffällig an der BMW ist, dass sie gar nicht nach Sparen aussieht. Die von manchem so geliebte, von andere verabscheute Blinkerbetätigung der bisherigen Modelle mit Drucktasten links und rechts an den Lenkerarmaturen ist einer herkömmlichen Einknopfregelung links gewichen. Auch das hat nichts mit Sparsamkeit zu tun, sondern mit einem Umdenken in München. Das Cockpit ist neu, etwas verspielt vielleicht mit Radien des klein geratenen Drehzahlmessers und des größeren, aber dennoch nicht besser ablesbaren Tachos, die ineinanderlaufen. Die Skalierung ist eher filigran gehalten, auch hier offenbart sich die gefahrene Geschwindigkeit erst bei genauerem Hinsehen. Statt einer teuren Einarmschwinge - aha, hier regierte der Rotstrich - hat die F 800 R eine Zweiarmschwinge, die das Hinterrad führt. Kein wirklich störender Unterschied - der Fahrspaß bleibt erhalten.

Der Federungskomfort ist sehr anständig

Hierfür sorgt nicht zuletzt der kräftige Zweizylinder, der das leer rund 200 Kilogramm wiegende Bike mit einer Nennleistung von 64 kW (87 PS) ordentlich anzuschieben vermag. Kraftvoll und ohne Anfahrschwäche legt er sich ins Zeug, dazu läuft er unmittelbar nach einem Kaltstart rund und willig. 86 Newtonmeter Drehmoment entsprechen dem Anschubvermögen der Schwester-Triebwerke, die derben Vibrationen, die der F 800 R bei etwa 5000 Umdrehungen in der Minute zu bescheinigen sind, waren bei diesen allerdings so nicht aufgefallen. Ein Kraftstoffverbrauch von etwa 5 Liter Super auf 100 Kilometer, nicht selten auch weniger, lässt die R bei den Kosten des Unterhalts ebenfalls sympathisch erscheinen. Wie bei den Schwestermodellen fasst der über einen seitlichen Stutzen zu befüllende, hinten liegende Tank 16 Liter.

Der Federungskomfort ist sehr anständig, 12,5 Zentimeter Federweg bietet das zentrale Federbein ebenso wie die Telegabel vorn, das sorgt für Ruhe und macht das unbeschwerte Umzirkeln der Kurven selbst bei schlechter Fahrbahn zur einfachen Sache. Die Sitzbank ist niedrig positioniert, ab Werk gibt es ohne Aufpreis einen höher angeordneten und einen noch niedriger montierten Sitz. Ein Beifahrer kann sich über einen durchaus komfortablen Platz freuen, die Sitzfläche ist zwar schmal, dafür umso länger, und die Fußrasten zwingen nicht dazu, das Kinn zwischen die Knie legen zu müssen.

BMW hat einen Treffer in der Mittelklasse gelandet

Der Fahrer genießt eine eher aufrechte Sitzposition - die nur mäßig belasteten Handgelenke danken es -, muss sich allerdings an vergleichsweise hoch angebrachte Fußrasten gewöhnen. Als Naked Bike gibt sich die F 800 R keine Mühe, ihren Piloten vor dem Sturm des Tempos zu behüten. Der kleine Windschild über dem martialischen Doppelscheinwerfer aus unterschiedlich großen und rechteckigen Streuscheiben dient wirklich nur zur Verbesserung der Optik. Einen tauglichen Windschutz gibt das tellergroße, 100 Euro Aufpreis kostende Scheibchen nicht. Als Extra sind außerdem ABS, Griffheizung, Hauptständer und die vorbildliche Kofferanlage von BMW im Angebot, welche den Einsatzbereich der Maschine erheblich erweitert. Der Tripcomputer, der Verbrauch, Reichweite und Distanzen anzeigt, gehört zur Serienausstattung.

BMW hat mit diesem Kampfpreis-Motorrad einen Treffer in der Mittelklasse gelandet. Eine vielseitige, wertig wirkende Variante, die nicht weniger Laune macht als die teureren Schwestermodelle. Kein schlechtes Angebot in dieser Zeit.

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