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Bentley Continental Supersports Superschnell nach leichter Diät

17.10.2009 ·  Schneller, leichter und ein bisschen sparsamer: Bentley hat seinen neuen Sportflitzer, den Continental Supersports, vorgestellt. Lederpolster sucht man vergeblich, von betont britischer Art der Fortbewegung ist nicht viel übrig geblieben.

Von Gerd Gregor Feth
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Der Bentley hat abgenommen. Zwar nur gut zwei Zentner, aber welches Auto der Luxusklasse schafft das? Der Continental Supersports wiegt genau 110 Kilogramm weniger als der Continental GT Speed. Es sind jedoch immer noch 2240 Kilogramm an Leergewicht, die auf den vier mächtigen, 20 Zoll großen Gummiwalzen im Breitformat 275/35 ZR20 lasten. Damit hat es das von einem Doppelturbo beatmete zwölfzylindrige Sechs-Liter-Triebwerk etwas leichter, das eine bemerkenswerte Leistung von 463 kW (630 PS) und ein sattes Drehmoment von 800 Newtonmeter, das von 1700 bis 5600 U/min anliegt, entwickelt. Reichlich Potenz, um das Coupé in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 329 km/h zu erreichen.

„Er ist der schnellste und extremste Bentley aller Zeiten“, jubelt Bentley-Chef Franz-Josef Paefgen. In der Markengeschichte findet sich das gleichnamige Vorbild „Supersports“ des Bentley Boys Woolf Bernato aus dem Jahr 1925. Allerdings haben der Alte und der Neue lediglich die matte Lackierung gemein; der eigens entwickelte Mattlack heißt „dark grey satin“ und kostet die Kleinigkeit von 20.000 Euro Aufpreis, was bei einem Wagenpreis von 230.000 Euro wohl zu verschmerzen ist.

Dieser Bentley sieht nicht nur anders aus, er ist ganz anders geworden. Im Supersports sitzt man nicht mehr auf schwellenden Lederpolstern wie in der Bibliothek eines Manor House, stattdessen geben Fahrer und Beifahrer mit Alcantara bespannte Karbonsitze aus dem Bugatti Halt; eine Rücksitzanlage fehlt völlig. Der Wagen schwebt auch nicht mehr über die Bodenwellen, er lässt niemanden im Unklaren über die tatsächlichen Straßenverhältnisse. Straffe Federn, härtere Dämpfer und eine steife Gummilagerung der Karosse lassen den Wagen direkter einlenken. Das Getriebe von ZF heißt „6HP26“, ist überarbeitet und schaltet jetzt doppelt schnell. Der Wagen soll eben nicht wie seine Markenbrüder nur geradeaus flott sein, sondern auf kurvigen Strecken seine Überlegenheit ausspielen. Das Fahrdynamiksystem ESP ist so programmiert, dass es im Grenzbereich statt Vortrieb zu nehmen die Bremsen an den einzelnen Rädern gezielt einsetzt.

In acht Minuten um den Nürburgring

Die serienmäßigen Karbon-Keramik-Bremsen mit einem gewaltigen Scheibendurchmesser (vorn) von 420 Millimeter verzögern souverän und gut dosierbar. Von betont britischer Art der Fortbewegung ist nicht mehr viel geblieben. Gerade mal so viel, dass der Supersports die Nordschleife des Nürburgrings „in weniger als acht Minuten“ absolvieren könnte, wie Bentleys Technik-Chef Ulrich Eichhorn verspricht, ohne aber die unerbittliche Härte eines Rennwagens spüren zu lassen. Nur die vierte Abstimmungsstufe „Sport II“ fühlt sich etwas hölzern überdämpft an. Die Karosse wirkt wie ein einziges Muskelpaket. Die um 50 Millimeter hinten verbreiterte Spur lässt das Heck noch kräftiger wirken als im Basismodell.

Der Doppelturbo W12 leistet um 3,5 Prozent mehr und bietet ein um 6,7 Prozent höheres Drehmoment als im Speed-Modell, es wird aber als Normverbrauch 16,3 Liter Super oder Superplus angegeben - das sind 0,3 Liter weniger. Natürlich weiß man bei Bentley in Crewe, dass angesichts dieses hohen Verbrauchs die Einsparung eher akademisch ist. Der Kohlendioxidausstoß beträgt üppige 388 Gramm je Kilometer. Um aber künftig die CO2-Ziele zu erreichen, bedient man sich eines durchaus legalen Tricks: Dieser Motor kann sowohl mit Benzin als auch mit E85 Biokraftstoff betrieben werden, ohne Einbußen in Leistung oder Drehmoment. Der Einsatz dieser Flex-Fuel-Technik reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 70 Prozent, weil der Kraftstoff Bioethanol aus Pflanzen wie Mais, Soja oder Zuckerrohr gewonnen wird, die während ihres Wachstums CO2 durch Photosynthese bereits verarbeitet haben. E85 hat mit 105 eine sehr hohe Oktanzahl, aber einen geringeren Energiegehalt, so dass ein Mehrverbrauch von 30 Prozent entsteht. Aber der Tank fasst immerhin 90 Liter.

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