Home
http://www.faz.net/-gya-11vb9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Audi R8 Es werde Licht

10.02.2009 ·  Der Mittelmotor-Sportwagen R8, in dem viel Technik von der Audi-Tochter Lamborghini steckt, wirft schon seit Anfang 2007 ein ganz neues Licht auf die Ingolstädter Marke. Und das strahlt jetzt noch heller. „Wir starten in ein atemberaubendes Jahr“.

Von Boris Schmidt
Artikel Bilder (7) Lesermeinungen (0)

Audi gibt weiter Gas. „Wir starten in ein atemberaubendes Jahr“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler bei der Vorstellung des neuen Audi R8 5.2. FSI quattro. Das lässt Spielraum in jede Richtung. Auf jeden Fall startet Audi mit einem atemraubenden Auto. Der Mittelmotor-Sportwagen R8, in dem viel Technik von der Audi-Tochter Lamborghini steckt, wirft schon seit Anfang 2007 ein ganz neues Licht auf die Ingolstädter Marke.

Und das strahlt jetzt noch heller. Statt wie bisher acht Zylinder und 4,2 Liter Hubraum gibt es vom zweiten Quartal an eine weitere Version mit V10-Zylinder und 5,2 Liter Hubraum. Daraus ergeben sich gut 100 PS mehr und eine Höchstgeschwindigkeit, die deutlich jenseits von 300 km/h liegt. Nötig sind dafür 386 kW (525 PS) und 530 Newtonmeter Drehmoment bei 6500 Umdrehungen in der Minute. Die übrigen Fixpunkte sind ein Spurtvermögen von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden (von 0 auf 200 km/h muss man sich 12 Sekunden gedulden) und ein Endpreis von 142.400 Euro (mit V8-Motor kostet der R8 107.400 Euro). Dafür, dass der Normverbrauch bei für die Leistung moderaten 14,9 Liter Super Plus liegt, sorgt unter anderem die Benzindirekteinspritzung (FSI) des hochmodernen Triebwerks, das mit 258 Kilogramm Gesamtgewicht nur 31 Kilo schwerer ist als das V8-Aggregat.

Der Sound des Motors fasziniert

Vom R8 4.2 FSI hat Audi in knapp zwei Jahren mehr als 10.000 Einheiten an Sportwagen-Enthusiasten verkaufen können. Das ist mehr, als erwartet worden war. Und nach Angaben von Stadler haben viele Kunden wegen des V10 auf einen V8 verzichtet. Zudem kann derjenige, der echten Motorsport betreiben will, bei Audi demnächst einen „R8 LMS“ bestellen, der ist dann noch etwas schärfer als der R8 V10 ohnehin auftritt. Der LMS ist nach dem „FIA GT3-Reglement“ homologisiert. Mit Überrollkäfig sowie riesigem Heckflügel ist er auf den ersten Blick als Rennmaschine zu erkennen.

Doch schon als „gewöhnlicher“ R8 5.2 FSI ist der Audi ein prima Sportgerät, wie einige Proberunden auf einer Rennstrecke bewiesen. Dabei ist der knapp 4,50 Meter lange Bolide keine unbequeme Krawallschachtel. Der Sound des Motors fasziniert, er wird nie unerträglich laut. Wer nicht selbst schalten will (sechs Gänge mit offener Kulisse), kann dies einer „R tronic“ überlassen, muss aber weitere 7400 Euro dafür aufbringen. Möglich sind dann optimale Starts via „Launch Control“, im Übrigen gibt es vier verschiedene Fahrprogramme und natürlich Schaltpaddel am unten abgeflachten Lenkrad.

Das Fahrwerk ist noch stärker auf „Performance“ ausgelegt

In schnellen Kurvenkombinationen hilft der Allradantrieb beim Beschleunigen aus der Kurve. Eine Viskokupplung regelt die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, im regulären Betrieb schickt sie 85 Prozent der Leistung nach hinten und 15 nach vorn, dort landen aber in keinem Fall mehr als 35 Prozent. An der Hinterachse fördert ein mechanisches Sperrdifferential, das bei Schub bis zu 40 Prozent Sperrwirkung entfaltet, die Traktion.

Das Fahrwerk ist noch stärker als beim Achtzylinder auf „Performance“ ausgelegt, es passt sich automatisch an das Profil der Straße und den Stil des Fahrers an. „Audi magnetic ride“ lässt zudem dem Piloten die Wahl zwischen einem komfortorientierten Normalmodus und einer Sportstellung. Der R8 rollt auf 19-Zoll-Rädern, die Bremsanlage kann auf Wunsch (8200 Euro Aufpreis) mit Keramikscheiben ausgerüstet werden.

Nichts geändert hat sich an der ASF-Karosse. Der „Audi Space Frame“ aus Aluminium wiegt nur 210 Kilogramm, er hat einen den Motor mittragenden Magnesiumrahmen integriert. Gebaut wird der Rahmen wie das gesamte Auto weitgehend von Hand bei der Quattro GmbH in Neckarsulm. Zu den Novitäten im R8 V10 gehört eine Lichtanlage, die zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug ausschließlich auf LEDs setzt. Auch so gesehen wird es heller bei Audi.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1959, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

Jüngste Beiträge

Mit Mazda ein Romeo

Von Wolfgang Peters

Wenn sich zwei leidlich gesunde Automarken, ohne eine Hochzeit im Himmel zu zelebrieren, miteinander ins Bett legen, dann kommt ein Roadster dabei heraus. Alfa Romeo und Mazda haben genau diese Autoform im Sinn. Mehr