25.06.2010 · Audi will mit dem A1 Premiumqualität ins Kleinwagensegment bringen. Auf ersten Probefahrten machte er tatsächlich einen sehr guten Eindruck. Der Kunde muss jedoch noch warten, bis er die mindestens 15.800 Euro für den A1 ausgeben kann.
Von Boris SchmidtDie Audi-Oberen Rupert Stadler (Vorstandsvorsitzender) und Michael Dick (Technikvorstand) waren noch siegestrunken vom Dreifachtriumph ihrer Rennwagen im 24-Stunden-Rennen von Le Mans, da konnten sie einen Tag später in Berlin schon den nächsten Coup präsentieren: Der neue A1 ist da, und er soll helfen, den Absatz von Audi-Fahrzeugen in Richtung der gewünschten 1,5 Millionen jährlich zu heben, wie Stadler sagte. Für 2010 versprach der Audi-Boss mehr als eine Million verkaufte Audi-Autos.
Auf ersten Probefahrten machte der kleine A1 tatsächlich einen sehr guten Eindruck. Der Kunde muss jedoch noch bis September warten, bis der in Brüssel gebaute Wagen zu einem Basispreis von 15 800 Euro in den Handel kommt. Dafür erhält man einen 3,95 Meter kurzen Kleinwagen mit vier Sitzplätzen und einem Innenraumlayout, das in der Qualität den großen Audi nur wenig nachsteht. Das Basismodell wird von einem 1,2-Liter-Turbo-Benziner (TSFI) angetrieben, der 63 KW (86 PS) leistet. Er kommt auf einen Normverbrauch von 5,1 Liter Super und eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h. Im direkten Vergleich mit dem 1,4-Liter-TSI (90 kW/122 PS) fällt er gar nicht mal so stark ab, allerdings erreicht der 1,4er eine Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h. Er hat einen Normverbrauch von 5,3 Liter.
Sparkünstler der Baureihe - alle A1 haben ein Start-Stopp-System - sind die beiden 1,6-Liter-Turbodiesel mit Direkteinspritzung, die mit einer Drei vor dem Komma aufwarten können. Die 77-kW-Version (105 PS) kommt auf 3,9 Liter, die 66-kW-Version (90 PS) auf 3,8. So sind plakative 99 g/km CO2-Ausstoß realisiert. Weil der schwächere Diesel etwas später auf den Markt kommt, gibt es für ihn noch keinen Preis, der starke kostet 18 800 Euro als „Attraction“. Für den 1.4 TSI stehen 18 200 Euro in der Preisliste. Als „Ambition“ wird der A1 jeweils rund 1400 Euro teurer.
Aufrüstung zum edlen und vor allem individualisierten Minimobil
Trotz der an sich guten Basisausstattung (Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Spiegel, etliche Airbags, ABS und ESP mit Quersperre für noch besseres Kurvenverhalten, CD-Radio, aber eine Klimaanlage kostet stets 900 Euro extra) lässt sich der A1 mittels einer umfangreichen Aufpreisliste zum edlen und vor allem individualisierten Minimobil aufrüsten. Von den Fahrzeugen, die den Journalisten zur Verfügung standen, kostete keines weniger als 25000 Euro. Das fängt schon mit dem (meist silberfarbenen) Dachkontrastbogen an, der von der A- bis zur C-Säule reicht und dem Wagen für 350 Euro durchaus eine besondere Note gibt. Unifarben ist der A1 gewiss nur halb so schick (zwölf Farben zur Wahl). Dazu sind acht verschiedene Aluräder von 15 bis 17 Zoll Größe zu haben, die teuersten im „5-Arm-Rotor-Design“ kosten 2450 Euro. Alus gibt es aber auch schon für 350 Euro Aufgeld, und bei Ambition sind sie Grundausstattung.
Audi spricht von mehr als 800 Möglichkeiten allein bei der Außengestaltung. Überdies bietet der A1 viel Spielraum zur persönlichen Anpassung des Interieurs. So lässt er sich nicht nur technisch mit dem Navigations- und Entertainment-System aus dem A8 aufwerten (für 2650 Euro) oder mit Ledersitzen ausstatten (1200 Euro); es stehen sechs verschiedene Designs für die Sitze, Seitenverkleidungen und die Umfassungen der vier Luftausströmer am Armaturenbrett zur Wahl (plus drei Farben bei Leder). So kann man den A1 innen recht konventionell (Stoff „Herzklopfen“, schwarz, Serie) gestalten oder gegen Aufpreis mit Stoff „Wunderbar“ in Titangrau oder Samtbeige sehr außergewöhnlich. „Herzklopfen“ in Wasabigrün (ohne Aufpreis bei Ambition) gibt dem A1 innen den gewünschten jugendlichen Auftritt, soll doch der A1 in erster Linie Kunden erreichen, die jünger sind als 30 Jahre. Bei Audi hält man es für möglich, dass 90 Prozent der A1-Kunden vorher nie einen Audi gefahren haben.
Der neue kleine Audi ist ohne Frage eines der Lifestyleprodukte, die man nicht haben muss, aber gern haben will. Der Fiat 500 und der Mini lassen grüßen. Was das Platzangebot betrifft, kann er die enge Verwandtschaft mit dem VW Polo nicht leugnen, er ist als reiner Viersitzer ausgelegt, die Rückbanklehnen lassen sich asymmetrisch geteilt umklappen, um den kleinen Laderaum (270 Liter Fassungsvermögen) zu erweitern. Des besseren Handlings wegen sitzt die Batterie im Heck (außer bei 1.2 TSFI). Ein Allradantrieb ist mittelfristig nicht vorgesehen, wohl aber vier Türen. Über kurz oder lang wird es einen besonders starken Motor für den A1 geben. Boris Schmidt
täusch ich mich?
art bond (artbond)
- 25.06.2010, 11:15 Uhr
Start & Stop-System ?
Marc Webber (Badrek)
- 25.06.2010, 11:34 Uhr
Extrem unverschämter Preis
F Schmidt (Bronson)
- 25.06.2010, 12:04 Uhr
Wert einer guten Marke
Erich Arnold (olderich)
- 26.06.2010, 00:14 Uhr
Sieht aus...
Stefan Grele (Dr.Mabumsen)
- 26.06.2010, 00:14 Uhr