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Videospiele Im Auftrag der Familie

03.05.2004 ·  Tommy Angelo ist eigentlich ein grundehrlicher Mann. Im Amerika der 1930er Jahre kommt er zufällig in Kontakt mit der Mafia. Das Gangsterepos „Mafia“ gibt es jetzt für die Playstation 2 und die Xbox.

Von Michael Spehr
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Tommy Angelo ist eigentlich ein grundehrlicher, einfacher Mann. Von Beruf Taxifahrer, kommt er im Amerika der 1930er Jahre eher zufällig mit der Mafia in Kontakt. Schnell arbeitet er sich mit der Erledigung diverser Aufträge die Karriereleiter hoch und wird bald ein angesehenes Mitglied der „ehrenwerten Gesellschaft“.

Gut eineinhalb Jahre nach der PC-Version von „Mafia“ gibt es das Gangsterepos von Take 2 nun auch für die Playstation 2 und die Xbox. Das Spielprinzip erinnert an „Grand Theft Auto“ (GTA). Optisch und akustisch zeigt sich Mafia in bester Gangsterfilmtradition im Stil von „Der Pate“ und „Good Fellas“. Swingende Hintergrundmusik und hübsche Oldtimer sorgen für authentisches 30er-Jahre-Flair. Wie bei GTA hat der Spieler viele Freiräume für eigene Aktionen.

Rund zwanzig Missionen gilt es im Dienst der Mafia zu bestehen. Neue Aufträge nimmt man üblicherweise in Salieris Bar in Little Italy entgegen. Dann geht es mit dem Auto oder zu Fuß durch die fiktive Stadt Lost Heaven. Der Spielablauf ist linear: Schritt für Schritt folgt man einer spannenden Gangstergeschichte, die in schön inszenierten Zwischensequenzen erzählt wird. Nebenher kann man sich die Stadt ansehen. Auf dem Weg zu den Auftragsorten hat man dazu reichlich Gelegenheit. Die Fahrten dauern oft ermüdend lang, weil die Autos der dreißiger Jahre alles andere als flotte Flitzer waren. Zu kämpfen hat man zudem mit der meist schlechten Fahrdynamik der Oldtimer. Ferner haben sich auch Gangster an die Verkehrsregeln zu halten: Um Ärger mit der Polizei zu vermeiden, ist es angesagt, an roten Ampeln vorschriftsmäßig anzuhalten und die Geschwindigkeitsbegrenzungen peinlich genau zu beachten. Zur Übung kann man in einem eigenen Modus kleine Wettrennen absolvieren.

Ablauf wird empfindlich gestört

Die eigentlichen Aufgaben im Dienst der Familie sind sehr abwechslungsreich. So darf man beispielsweise die Fahrzeuge eines konkurrierenden Clans demolieren, Schutzgelder eintreiben oder eine Wagenladung Whiskey schmuggeln. Die Missionen sind in mehrere Teilstücke unterteilt, nach denen das Spiel jeweils automatisch zwischenspeichert. Diese Unterbrechungen stören den Ablauf ebenso wie die langen Ladezeiten, wenn man von einem Stadtteil in einen anderen fährt. Zwar kann man sich während der Fahrt im Auto nicht umsehen. Sobald man das Fahrzeug verlassen hat, sorgt jedoch die Kamera im Rücken des Protagonisten für die nötige Übersicht. Die Steuerung ist insgesamt gelungen, wenn auch an einigen Stellen (vor allem beim Zielen und Schießen) etwas hakelig.

Mit der spannenden Geschichte, vielen Freiräumen und den abwechslungsreichen Missionen hat uns „Mafia“ viel Freude bereitet. Auch die stimmungsvolle Hintergrundmusik und die gelungenen akustischen Effekte gefallen. Indes zeigt besonders die PS2-Version grafische Schwächen. Die Texturen der Außenumgebungen sind verwaschen und flimmern an den Kanten. Ganze Häuserblöcke bauen sich erst nach und nach im Bild auf, der Hintergrund ist meist nebelverhangen, und die Stadt wirkt öde und leblos. „Mafia“ ist nach wie vor ein gutes Spiel, auch wenn man ihm sein Alter schon ein wenig ansieht. Nach der langen Wartezeit hatten wir mit einer besseren technischen Umsetzung für die beiden Spielekonsolen gerechnet. Mafia-Anwärter bezahlen 60 Euro für die Playstation-2- und Xbox-Version, für den PC kostet das Spiel nur 30 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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