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TV-Lautsprecher von Sonos Das fehlende Glied in der Funk-Kette

Sonos bringt das bisher noch fehlende Glied in seiner Beschallungskette auf den Markt: eine Soundbar für den Flachbildfernseher. Sie kostet 699 Euro.

© Hersteller Vergrößern Schmal, praktisch, gut: Die neue Playbar von Sonos

Apples Musikfunk Airplay war noch nicht erfunden, die heutige Flut der Drahtlos-Lautsprecher hatten noch nicht einmal weit vorausschauende Marktbeobachter in ihren Prognosen, der Kalender zeigte das Jahr 2007. Da trat in Kalifornien ein Hersteller an, unseren Umgang mit digitaler Musik neu zu erfinden. Er legte sich den schönen Namen Sonos zu, entwickelte eine ganze Infrastruktur zur drahtlosen Musikverteilung und brachte nach und nach ein raffiniertes Baukastensystem auf den Markt, das sich beliebig kombinieren lässt und, wenn es sein müsste, ein ganzes Schloss mit 32 Gemächern beschallen könnte - entweder in schönstem Ensemble-Gleichklang oder Raum für Raum mit eigenem Programm. Steuern lässt sich der ganze Spaß mit den üblichen Taschenspielern: Passende Apps verwandeln iPhone, iPod, iPad oder die Gegenstücke der Android-Welt in komfortable Fernbedienungen.

In diesen Tagen bringt Sonos das bisher noch fehlende Glied in seiner Beschallungskette auf den Markt, eine Soundbar zur Installation unter dem Flachbildfernseher. Sie hört in der Sonos-Familie auf den Namen Playbar, kostet 699 Euro und steckt in einem schlichten, 90 Zentimeter breiten silbergrauen Gehäuse mit schwarzer Stoffbespannung, die zu jedem modernen Fernsehgerät passt. Nun gibt es in der Sonos-Familie also neben verschiedenen Elektronik-Komponenten vier Lautsprechermodelle: zwei autonome Funklautsprecher in eher konventionellen Bauformen, Play 3 und Play 5 genannt, den Bass-Lautsprecher Sub für die ganz tiefen Töne und - seit ein paar Tagen - die schlanke Playbar. Wer mag, kombiniert daraus eine komplette Surround-Anlage: Die Playbar gibt dann zum Beispiel wieder, was die drei Frontkanäle anliefern, zwei Play-3-Exemplare (je 299 Euro) arbeiten als Surround-Lautsprecher, und der Sub (699 Euro) grummelt dazu das Tiefenfundament. Wer weniger auf Heimkino abfährt und lieber Musik hört, kann auf die Surround-Erweiterung verzichten und die Playbar nur mit dem Sub aufspielen lassen. Aber auch allein, sagt Sonos, macht die schlanke Schallzeile schon eine gute akustische Figur.

Bevor wir unsere eigenen Eindrücke vom Playbar-Auftritt erörtern, rufen wir noch einmal die Arbeitsweise des Sonos-Systems in Erinnerung. Die Musiksammlung, so sieht es das Konzept vor, kann auf allen möglichen Speichermedien lagern - zum Beispiel auf PC, Mac-Rechnern, NAS-Festplatten oder auch auf demselben iPhone, das gleichzeitig als Fernbedienung dient. Mit der Sonos-App, die es nicht nur für Smartphones und Tablets, sondern auch für PC und Mac gibt, wählt man einfach alle Archive aus, die mitspielen sollen; das kann zum Beispiel der iTunes-Ordner auf dem Rechner sein. Die Sonos-Software organisiert die nötigen Freigaben im Netzwerk mit gut verständlichen Bedien-Dialogen. Dann sammelt die App alle Archivdaten samt Coverfotos und Playlisten ein und legt daraus eine eigene Datenbank an.

Mindestens eine der Sonos-Komponenten braucht eine Ethernet-Kabelverbindung zum Netzwerk-Router. Alle anderen Verbindungen im System funktionieren dann drahtlos. So kann zum Beispiel einer der Lautsprecher den Kabelkontakt halten. Eleganter geht es mit einer Bridge genannten separaten Elektronik-Komponente (um 49 Euro), die unmittelbar in Router-Nähe Position bezieht und so dafür sorgt, dass der Rest der Wohnung von Netzwerkkabeln unbehelligt bleibt. Diese Systemarchitektur mutet auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich an, sie hat aber bestechende Vorteile: Die Funklautsprecher müssen nicht umständlich über W-Lan mit dem Heimnetzwerk Kontakt aufnehmen; man meldet sie einfach im System an, indem man am Gerät gleichzeitig die Stummschalt- und die Lautstärke-Taste drückt, fertig. So klappt die Einrichtung der Anlage tatsächlich schnell und simpel, nicht nur in der Theorie. In diesem Punkt ist Sonos bis heute vorbildlich.

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Die Playbar kann den Ton nicht nur über Funk beziehen, sondern auch über einen optischen Digitaleingang direkt vom Fernseher. Kommt Surround-Sound aus dieser Quelle, erkennt der Lautsprecher es automatisch und macht daraus, je nach Konfiguration, entweder Rundumklang im Zusammenspiel mit den Surround-Lautsprechern, oder er gibt das Programm in Stereo wieder. Alle Einstellungen, die für die akustische Harmonie mit Surround-Boxen und Subwoofer nötig sind, erledigt das System ebenfalls selbsttätig; es fragt im Einrichtungsdialog lediglich nach vorhandenen Mitspielern. Zur Lautstärkeregelung kann man auch die Fernbedienung des Fernsehers nutzen. Die Playbar erkennt sie im Installationsdialog und reagiert fortan prompt.

Mit ihren klanglichen Leistungen hat uns die Schallzeile voll und ganz überzeugt. Die Sonos-Ingenieure haben bei der Abstimmung offenbar nicht nur Kinofilme, sondern auch jede Menge Musik als Referenz gewählt, denn der schlanke Lautsprecher tönt einfach kultiviert, angenehm und rund, intoniert klangfarbentreu und stellt die Musiker auf eine breite, luftige Bühne. Kommt der Sub noch ins Spiel, sprechen wir ungeniert von einem veritablen HiFi-Auftritt: Dann reichen Schalldruck und Tiefe sogar für naturgetreue orchestrale Großtaten. Auch als Heimkino-Lösung macht die Playbar Spaß: Gemeinsam mit zwei Surround-Lautsprechern erzeugt sie werksgerechte Tiefe und Dramatik - und vor allem: Kein anderes, vollständiges Surround-System lässt sich derart kinderleicht strippenfrei installieren und akustisch abgleichen.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 16.03.2013, 08:00 Uhr

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