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Standlautsprecher Hoch, schlank, gut

16.04.2007 ·  Ob in Kirsche, Buche, Nussbaum, silber oder schwarz: Edle Standboxen sind der Blickfang im Wohnzimmer und der passende Klanggeber für die Stereoanlage. Doch sie müssen vor allen Dinges eines: gut klingen. Vierzehn Standlautsprecher im Test.

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Ob in Kirsche, Buche, Nussbaum, silber oder schwarz - edle Standboxen sind der Blickfang im Wohnzimmer und der passende Klanggeber für Ihre Stereoanlage. Die Stiftung Warentest hat vierzehn Standlautsprecher für 425 bis 1.640 Euro pro Paar getestet und zeigt die besten Modelle.

Vorhang zu: Der Test beginnt. Am Anfang verschwinden die Lautsprecherboxen hinter feinem Glacé. Der Schall kommt durch, die Blicke nicht. Wer da richtet im Hörtest, muss blind sein für optische Versuchung. Ob Kirsche oder Nussbaum, ob silber oder schwarz, ob Canton oder Infinity: Die Juroren dürfen nur hören, aber nicht sehen. Ein slawischer Tanz von Anton Dvorák, ein Duett aus der Donizetti-Oper „Der Liebestrank“, das Forellenquintett von Schubert mit Klavier, Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass (!), ein a cappella Chor von Monteverdi und ein Trompetensolo von Rabih Abou-Khalils CD „The Cactus of Knowledge“ sollen klären, welche Box am besten klingt. Zur Jury gehören sechs Experten und drei musikinteressierte Laien.

Stereo total

Das Fazit ist positiv: Viele Standboxen konnten im Test gefallen. Neun Modelle sind insgesamt gut. Im besten Fall löst sich der Klang sogar von den Lautsprechern. Die Trompete etwa setzt von schräg links zum Solo an, aus der Mitte kommt ein Saxophon dazu und die große Trommel des Sinfonieorchesters wummert später von überall und nirgendwo. Stereo total: Der Zuhörer bekommt den Eindruck, die Lautsprecher hätten mit der Tonwiedergabe nichts mehr zu tun. Das ganze Wohnzimmer wird zum Konzertsaal. So soll es sein.

Die besten Noten im Hörtest erzielten Canton GLE 407 und Heco Victa 700. Paarpreis: 545 beziehungsweise 425 Euro. Die Testsieger sind sogar etwas besser als ihre teuren Schwestermodelle - obwohl die mehr als das Doppelte kosten. Beide Boxen - Canton und Heco - klingen ausgewogen und etwas scharf. Die Heco besonders voluminös. Bei der Canton lassen sich Hoch- und Tieftöner auch getrennt ansteuern. Einziger Schwachpunkt der beiden Testsieger: Sie stehen nicht perfekt. Bitte nicht anrempeln. Das gilt vor allem auf Partys.

Elac, Infinity und Quadral mit vorn

Ähnlich gut wie die Testsieger klingen die Elac FS 207.2 und die Infinity Beta 40. Die Elac tendiert leicht zur Brillanz, die Infinity klingt neutral. Mit einem Paarpreis von 740 Euro ist sie bereits deutlich teurer als die Testsieger von Canton und Heco. Die gute Elac kostet sogar 1 380 Euro. Wenig teurer als die Testsieger ist dagegen die Quadral Argentum 07.1. Paarpreis: etwa 610 Euro. Auch diese Box klingt gut - kaum schlechter als die Testsieger.

Die Experten der Stiftung Warentest empfehlen in jedem Fall einen Hörtest vor dem Kauf. Am besten im heimischen Wohnzimmer (wenn der Händler die Boxen dafür verleiht), zumindest aber beim Händler. Bei Lautsprechern zählen der Klang und die akustischen Vorlieben des Käufers. Boxen nur nach Leistungswerten zu kaufen, ist dagegen keine gute Idee. Die Belastbarkeit in Watt und der maximale Schalldruckpegel in dB(A) sagen wenig über die Qualität der Lautsprecher aus. Dann zählt schon eher das Design. Die gute Heco Victa 700 ist in Dark Rosewood-, Kirschen- und Buchendekor zu haben. Die Canton GLE 407 gibt es in Buche, Esche, Nussbaum, Kirsche, schwarz und silber. Edler noch wirkt die teure Elac: Etwa in schwarz oder Kirschfurnier mit einer satten Schicht Schleiflack. Merke: Im Alltag hört auch das Auge mit. In diesem Sinn - Vorhang auf.

Tipps

Hörtest. Machen Sie einen Hörtest, bevor Sie Lautsprecher kaufen. Nehmen Sie dazu Ihre Lieblings-CDs mit. Am besten aus verschiedenen Musikrichtungen. Wichtig: Lassen Sie die Lautsprecher im Hörtest gleich laut spielen. Bei unterschiedlicher Lautstärke klingt die lautere Box meist besser.

Referenz. Fragen Sie beim Hörtest nach den besten Lautsprechern im Vorführraum und vergleichen Sie die mit Lautsprechern in der gewünschten Preisklasse. Kaufen Sie dann die Boxen, die am ähnlichsten klingen.

Hörtest zu Haus. Bei teuren Boxen bieten einige Händler auch Hörtests zu Hause an. Nutzen Sie das und leihen Sie zwei oder drei Lautsprecherpaare übers Wochenende aus. Der Hörtest in den eigenen vier Wänden ist besser, weil die Raumakustik den Klang beeinflusst.

Kräftiger Verstärker. Achten Sie darauf, dass die Ausgangsleistung des Verstärkers zur Belastbarkeit der Boxen passt. Boxen und Verstärker harmonieren, wenn die maximale Ausgangsleistung gleich groß oder größer ist als die Belastbarkeit der Boxen. Gefahr droht den Boxen dagegen durch schwächere Verstärker. Die sind schneller überlastet und verzerren. Das kann die empfindlichen Hochtöner zerstören. Wählen Sie den Verstärker eher etwas kräftiger. Reißen Sie den Lautstärkeregler aber nicht voll auf. Wichtig: Runter mit der Lautstärke, wenn die Boxen scheppern oder verzerren.

Richtig polen. Boxen haben Plus- und Minuspole. Die Symbole oder Farben helfen beim Anschluss. Schließen Sie beide Boxen gleich gepolt an. Sonst lenken die Lautsprecher gegenläufig aus. Just wenn die Membranen der linken Box nach vorne schwingen, bewegen sich die der rechten Box nach hinten. Folge: Einige Schallwellen löschen sich aus. Die Boxen klingen hell und wirken weniger räumlich. Kaputtgehen kann nichts.

Goldenes Dreieck. Optimalen Stereoklang erzielen Sie, wenn Sie beim Musikhören in der Mitte zwischen den Boxen sitzen. Lautsprecher und Hörer bilden ein gleichschenkliges Dreieck. Die Hochtöner gehören etwa in Ohrhöhe. Stellen Sie die Boxen nicht direkt an die Wand. Ordnen Sie die Lautsprecher asymetrisch im Raum an. Das fördert Reflexionen und verbessert den Klang.

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