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Spracherkennung Endlich wird man verstanden

20.07.2003 ·  Sich entspannt im Sessel zurücklehnen, seine Texte in ein Mikrofon sprechen und die Umsetzung dem Computer überlassen: So einfach funktioniert die elektronische Spracherkennung leider noch nicht. Aber Dragon Naturally Speaking in der neuen Version 7 bringt die Idee kräftig voran.

Von Michael Spehr
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Sich entspannt im Sessel zurücklehnen, seine Texte in ein Mikrofon sprechen und die Umsetzung dem Computer überlassen: So einfach funktioniert die elektronische Spracherkennung leider noch nicht. Zunächst muß die Computersoftware in einem Trainingsprozeß die Eigenheiten der persönlichen Aussprache lernen, das ist aufwendig. Anschließend ist zwar die Erkennungsrate aktueller Programme sehr hoch. Trotzdem gibt es aber viele Widrigkeiten, die in der Praxis stören. Kleine Ungenauigkeiten in der Aussprache führen etwa zur Verwechslung von "wer" mit "der". Die Zusammen- und Getrenntschreibung ist für die automatischen Worterkenner ebenso ein Problem wie die Groß- und Kleinschreibung. Unbekanntes Vokabular oder Fremdwörter werden anfangs nicht erkannt und müssen dem Wörterbuch der Software manuell hinzugefügt werden.

Wir haben uns jetzt Dragon Naturally Speaking in der neuen Version 7 angesehen: Die Standardversion für Windows kostet 100 Euro, die von uns geprüfte Variante "Preferred" mit einer Textbausteinverwaltung, der Unterstützung von Diktiergeräten und der Möglichkeit, zusätzlich in englischer Sprache zu diktieren, schlägt mit 180 Euro zu Buche. Bei der Installation unter Windows XP erkannte und ersetzte Naturally Speaking die alte Version 5 auf unserem Rechner: Die Benutzerdateien und Vokabulare wurden automatisch für die neue Version aktualisiert. Insgesamt beanspruchte das Programm etwas mehr als 700 Megabyte auf der Festplatte; 256 Megabyte Arbeitsspeicher sind ebenso angesagt wie ein Prozessor mit einer Taktfrequenz von wenigstens 1 Gigahertz. Ein neuer Benutzer muß zunächst ein längeres Diktat vorsprechen, anschließend ist Naturally Speaking bereit.

Anspruchsvollen Texten genügt die Software nicht

Wie bei der Vorgängerversion diktiert man entweder in das sogenannte Dragon-Pad (einen kleinen Editor mit vielen Spezialfunktionen für die Spracherkennung) oder verwendet sein gewohntes Textprogramm. Bei uns wollte allerdings das alte Wordperfect 8 nicht mehr mit der jüngsten Software von Scansoft zusammenarbeiten. Je schneller der Rechner und je mehr Speicher er hat, desto besser gelingt die Spracherkennung. Wenn der Wortschatz klein und die Grammatik einfach bleibt, ist die Erkennungsrate sehr hoch: Man kann ganze E-Mails oder einfache Alltagstexte geradezu flüssig und mit fehlerfreier Erkennung diktieren. Der Standardwortschatz umfaßt 250000 Begriffe. Bei anspruchsvollen Dokumenten mit einem großen Wortschatz oder ungewöhnlichen Begriffsbildungen häufen sich dann die Fehler. Gegenüber den älteren Versionen ist die Erkennung ein bißchen besser geworden. So gibt es jetzt weniger Probleme mit der Zusammen- und Getrenntschreibung. Für uns war Naturally Speaking vor allem bei einfachen Texten oder E-Mails ein Gewinn, es läßt sich auch gut zur Steuerung des Windows-Desktop nutzen.

Die Bedienung ist mit der neuen Version deutlich einfacher geworden. Es gibt jetzt ein sogenanntes Erkennungs- und ein Befehlscenter, die diverse Menüs unter einem Dach bündeln. Eine akustische und eine Vokabularoptimierung analysieren den Sprach- und Schreibstil, um die Erkennungsgenauigkeit zu erhöhen. Verbessert wurde ferner die Integration von Diktiergeräten. Es werden nun verschiedene Modelle von Sony und Panasonic unterstützt. Noch immer fehlt aber die Möglichkeit, die weit verbreiteten DSS-Dateien von Olympus-, Philips- oder Grundig-Geräten zu importieren. Dafür können sich jetzt Besitzer eines Pocket PC freuen: Für die kleinen Organizer ist im Lieferumfang ein "Scansoft Voice Recorder" enthalten, der den Einsatz des elektronischen Begleiters als Diktiergerät erlaubt. Fazit: Für viele Aufgaben eignet sich Naturally Speaking sehr gut. Man muß sich zwar noch immer mit einigen Tücken der Spracherkennung herumschlagen, bekommt aber nach einiger Zeit der Übung sehr ordentliche Resultate, besonders bei einfach gehaltenen Texten.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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