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Sony RX 100 V : Wenn es mehr sein muss als das Smartphone

Telefonieren kann sie nicht: Diese Sony hat eine Schwäche für gute Fotos. Bild: Pardey

Es ist mittlerweile die fünfte Generation: Die Immer-dabei-Kamera Sony RX 100 V liefert hervorragende Bildqualität. Doch bedarf es noch dieser Geräte im Jackentaschenformat?

          Dass statt zügigem Modellwechsel eine Kamera in mittlerweile der fünften Generation auf dem Markt ist, wo aber die Generationen zwei bis vier ebenfalls noch zu haben sind, das gibt es nicht oft. Sony macht es mit der RX 100 vor. Diese kleine schwarze Kamera mit dem 1-Zoll-Sensor ist seit 2012 ein anhaltender Erfolg, und noch mehr: Sie hat eine eigene Kamerakategorie begründet und dadurch dazu geführt, dass andere Hersteller mit ähnlichen „Edel-Kompakten“, wie sie die Branche nennt, nachziehen mussten. Und kontinuierlich hat sich der Preis der RX 100 gesteigert: Für die neue Version römisch fünf sind stattliche 1200 Euro hinzulegen.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Man bekommt dafür eine Jackentaschen-taugliche Immer-dabei-Kamera, die mit ihren rund 300 Gramm Gewicht sich so glatt in die Hand schmiegt, dass man manchmal Sorge hat, sie könne einem entgleiten. Ihr 20-Megapixel-CMOS blickt durch eine tadellose, lichtstarke Optik in die Welt, das Vario-Sonnar T* von Zeiss mit den Kenndaten 1:1,8-2,8/24-70 mm (Kleinbildäquivalent). Das und den Sensor hatte schon die vorige Generation der RX 100, und so fragt sich der Interessent natürlich sofort: Haben wir es hier nur mit einem Facelift zu tun, wie das gern in der Autobranche genannt wird? Genau darum handelt es sich aber im Fall der RX 100 V nicht: Sony hat nicht etwa rundherum ein paar Chromleisten mehr drangemacht, sondern äußerlich wurde ziemlich alles so gelassen, wie es war.

          Videos bis zu 30 Minuten möglich

          Stattdessen wurden die inneren Werte gesteigert. So hat Generation fünf nun einen Hybrid-Autofokus, der Kontrastmessung und Phasendetektion kombiniert und mit maximal 350 Feldern arbeitet. Ein bisschen zögerlich ist die RX 100 V beim Einschalten, danach geht es aber flott. Ein- und Ausschalten lässt sie sich auch durch das Entriegeln des Suchers beziehungsweise wenn der wieder bündig ins Gehäuse zurückgedrückt wird. Der Sucher ist sehr gut, der 3-Zoll-Monitor auch, allerdings ist der nicht berührungsempfindlich. Als Videokamera zeichnet die kleine Schwarze bis zu 30 Minuten im MP4-Format am Stück auf. Stolze 24 Serienbilder schafft sie in der Sekunde, bis die SDHC/SDXC-Karte oder der Memorystick Pro Duo voll sind. Die Bildqualität ist mehr als voll befriedigend – in den Grenzen der Sensorgröße und nicht in den höheren Bereichen der bis ISO 12.800 reichenden Empfindlichkeit.

          Die Menüstruktur von Sony muss man mögen und erst einmal verstanden haben, um das komplexe Innenleben rasch bedienen zu können. Dabei hilft sehr der Einstellring ums Objektiv. So schön griffig der ist, so genau und spitzfingrig muss man die – zum Teil frei belegbaren – Knöpfchen und Tasten treffen, sonst hat man sich schnell vertan. Nicht einverstanden muss man mit der Plazierung der Movie-Taste sein: Die gehört einfach nicht in die unmittelbare Nähe des dringend benötigten Daumenpolsters.

          Kollegen der Foto-Presse haben zu Recht die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt noch einer, noch dazu einer so teuren Immer-dabei-Kamera im Jackentaschenformat wie der Sony RX 100 V bedürfe. Viele von uns gehen schließlich nicht einmal mehr aufs stille Örtchen, ohne – warum auch immer – ihre 12-MP-Dualkamera im Smartphone dabei zu haben. Der Grund dafür, dass trotzdem offensichtlich reichlich Platz für eine zwar vernetzbare, aber nicht telefonierende Kamera bleibt, liegt auf der Hand: Fotografieren ist eben doch etwas anderes als bloß sein Taschentelefon hoch halten.

          Quelle: F.A.Z.

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